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Helmuth Karl Bernhard Graf von Moltke, genannt Moltke d. Ä. (* 26. Oktober 1800 in Parchim; † 24. April 1891 in Berlin) war ein preußischer Generalfeldmarschall und Onkel von Helmuth Johannes Ludwig von Moltke.

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Leben


BismarckRoonMoltke.jpg, Albrecht von Roon und Helmuth von Moltke]] Moltke.jpg Moltke trat als elfjähriger Kadett ins dänische Heer ein und erhielt seine Beförderung (Anciennität) zum Secondelieutenants am 20. Januar 1818. Im Jahre 1822 wechselte er nach Preußen zu den dortigen Streitkräften. 1823 bis 1826 besuchte er die Kriegsakademie und trat 1833 in den Generalstab ein. In der Zeit von 1835 bis 1839 war er als Militärberater im Osmanischen Reich tätig. Die Eindrücke seiner Jahre im Osmanischen Reich hat Moltke in seinem Werk Unter dem Halbmond mit dem Untertitel Briefen über Zustände und Begebenheiten in der Türkei aus den Jahren 1835 bis 1839 aufgezeichnet. Er wurde am 29. Oktober 1857 im Range eines Generalmajors beauftragt "mit Wahrnehmung der Geschäfte des Chefs des Generalstabs der Armee" und am 18. September 1858 in der Dienststellung des Generalstabschefs bestätigt, gehörte allerdings zu keiner Zeit dem Militärkabinett an. Aus dem, durch die Reformen während der Befreiungskriege geschaffenen, Generalstab wurde spätestens mit der Kabinettsorder König Wilhelms I. vom 2. Juni 1866, ein Zentrum des militärischen und auch politischen Einflusses. Moltke erhielt seinerzeit als Chef des Generalstabs das Recht, dem Feldheer im Namen des Königs direkt und ohne Vermittlung des Kriegsministers Befehle zu erteilen, so dass er militärische Operationen unmittelbar selbst leiten konnte. Dieser gestiegene Einfluss kam in der, nach der Reichsgründung üblichen, Bezeichnung Großer Generalstab zum Ausdruck. Moltke galt als genialer Stratege und war in leitender Verantwortung maßgeblich an der Ausarbeitung der Pläne für den Deutsch-Dänischen Krieg 1864, den Krieg gegen Österreich, Sachsen, Hannover und Kurhessen (Preußisch-Österreichischer Krieg) 1866 und den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 beteiligt. Dabei erkannte er früh die Bedeutung moderner Transportmittel wie der Eisenbahn für den Aufmarsch großer Heere. Nach dem siegreichen Krieg gegen Frankreich wurde Moltke am 16. Juni 1871 zum Generalfeldmarschall befördert, zudem erhielt er am 28. Oktober 1870 den erblichen Titel eines Grafen. Er blieb bis zu der aus Altergründen erfolgten Verabschiedung am 9. August 1888 in der Dienststellung des Chefs des Großen Generalstabs. Seit 1867 war er konservatives Mitglied im Norddeutschen bzw. Preußischen Reichstag, seit 1872 auch im Herrenhaus. Moltke und Bismarck gelten als Schmiede der Reichseinigung von 1871, Moltke aus militärischer und Bismarck aus politischer Sicht. Obwohl Moltke seit 1871 Immediatrecht beim Kaiser hatte und damit faktisch die Möglichkeit, militärische Entscheidungen zusammen mit dem Oberbefehlshaber unter Ausschluss von Reichstag und Kanzler zu treffen, war er stets bereit, sich dem von Bismarck geforderten Primat der Politik zu unterwerfen. Noch in seiner letzten Reichstagsrede, die er als 90-jähriger am 14. Mai 1890 hielt, warnte er eindringlich vor einem neuen Krieg in Europa mit den Worten "Meine Herren, es kann ein siebenjähriger, es kann ein dreißigjähriger Krieg werden -- und wehe dem, der zuerst die Lunte in das Pulverfaß schleudert!". Helmuth von Moltke ehelichte am 20.April 1842 Marie Burt, eine angeheiratete Tochter seiner Schwester Auguste. Für sie, die im Alter von 43 Jahren am 24. Dezember 1868 früh verstarb, baute er ein Mausoleum, das noch heute zu finden ist. Seine Gebeine wurden allerdings 1945 zerstreut.

Helmuth Karl Bernhard Graf von Moltke war Ehrenbürger der Städte Berlin (16. März 1871), Hamburg, Lübeck, Köln, Görlitz und München. In seiner Geburtsstadt Parchim ist ihm am Moltkeplatz ein Denkmal gesetzt worden, wie auch in vielen anderen Städten des damaligen Deutschen Reiches.

Auszeichnungen


Werke


  • Zwei Freunde (Novelle), 1827
  • Briefe über die Zustände und Begebenheiten in der Türkei 1835-39, 1841 (Auswahl in: Unter dem Halbmond (Projekt Gutenberg))
  • Der russisch-türkische Feldzug 1828-29, 1845
  • Briefe aus Russland, 1877
  • Geschichte des Deutsch-Französischen Krieges von 1870-71, 1891
  • Briefe an seine Braut und Frau, 1893
  • Gesammelte Schriften und Denkwürdigkeiten, 1899
  • ''Moltke. Aufzeichnungen, Briefe, Schriften, Reden. 1922

Denkmäler: Reiterstandbild, Standbilder, Büsten


Hohensyburg Moltke.jpger Kaiser-Wilhelm-Denkmals]]

Kurzbiographie


Hohensyburg Moltke detail.jpg
  • Geboren am 26. Oktober 1800 in Parchim
  • 1811 Eintritt in das dänische Heer und am 20. Januar 1818 Beförderung zum Secondelieutenant
  • 1822 Wechsel in das preußische Heer
  • 1835–39 Militärberater im Osmanischen Reich
  • 1848–55 (als Oberst) Stabschef des IV. preußischen Armeekorps, dann bis 1858 verschiedene Adjutanturen, zuletzt beim späteren Kaiser Friedrich III.
  • 9. August 1856 Generalmajor
  • 18. September 1858 Ernennung zum Generalstabschef der Armee, doch ohne Zugehörigkeit zum Militärkabinett
  • 1864 Preußischer Generalstabschef im Deutsch-Dänischen Krieg
  • 1866 Preußischer Oberkommandierender im Preußisch-Österreichischen Krieg
  • 1867 konservatives Mitglied im Norddeutschen bzw. Preußischen Reichstag
  • 1870/71 Deutscher Oberkommandierender im Deutsch-Französischen Krieg
  • 28. Oktober 1870 Grafentitel verliehen
  • 16. Juni 1871 Beförderung zum Generalfeldmarschall
  • 1872 Mitglied im Herrenhaus
  • 9. August 1888 Verabschiedung vom Amt des Generalstabschefs aus Altersgründen
  • Gestorben 24. April 1891 in Berlin

Siehe auch


  • Bedeutende Vertreter der Familie Moltke

Weblinks


Mann | Deutscher | Militärperson (Preußen) | Autor | Deutscher Krieg | Deutsch-Französischer Krieg (Person) | Geboren 1800 | Gestorben 1891

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