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Helmuth Johannes Ludwig von Moltke, genannt Moltke der Jüngere (d. J.) (* 25. Mai 1848 in Gersdorf; † 18. Juni 1916 in Berlin) war ein preußischer Generaloberst und von 1906 bis November 1914 Chef des Großen Generalstabes.

Leben


Molte wurde in Gersdorff in Mecklenburg geboren und nach seinem berühmten Onkel Helmuth Karl Bernhard von Moltke benannt. Während des Deutsch-Französischen Krieges kämpfte er im 7. Grenadierregiment. 1880 wurde er Mitglied des Großen Generalstabes und 1882 Adjutant seines Onkels. Von 1902 bis 1904 war er Kommandeur der 1. Division des Gardekorps. 1904 wurde er Generalquartiermeister und 1906 Nachfolger Alfred von Schlieffens als Chef des Großen Generalstabes in Berlin. Seine Ernennung entstand aus dem Wunsch Kaiser Wilhelms II. einen eigenen Moltke haben zu wollen. Schon nach wenigen Wochen Kampfes im Ersten Weltkrieg musste er aber Erich von Falkenhayn im Amt des Chef des Großen Generalstabes weichen. Moltke wurde für das Debakel in der Marneschlacht verantwortlich gemacht. 1916 starb er an einem Schlaganfall in Berlin.

Moltkes Kriegsführung


Als Generalstabschef von Anfang an unbeliebt (bei seiner Ernennung soll das Wort gefallen sein: "Dat is ene janz dolle Idee von S.M. Seiner Majestät") und zum Teil unter dem Einfluss von Esoterikern wie z.B. Rudolf Steiner stehend, setzte er trotz einiger neuer Akzente auf den Aufmarschplan seines Vorgängers im Amt Alfred von Schlieffen. Dies führte in der Julikrise neben einer Vielzahl diplomatischer Fehler der deutschen Führung dazu, dass es keine Alternative mehr zum militärischen Losschlagen gab. Hierfür trägt Moltke entscheidende Verantwortung. Vor allem hatte er Österreich-Ungarn gegenüber signalisiert, dass Deutschland seine Bündnispflicht erfüllen werde, ganz gleich, was der andere Partner in Bezug auf Serbien tun sollte. Moltke wird heute als Kriegstreiber gesehn, der in brutaler Sprache zum Zuge gegen die Russen blies. Trotzdem brach er nach dem Kriegsausbruch nervlich zusammen.

Vorwürfe wurden ihm gemacht, weil er den Schlieffenplan verwässert habe, sich von der Front zu weit entfernt gehalten habe und Soldaten in den Osten schickte, als sie dort noch nicht, im Westen aber noch für den Angriff benötigt wurden. Daraufhin ordnete er unverständlich früh in Nordfrankreich einen Rückzug an und meldete dem Kaiser: "Majestät, wir haben den Krieg verloren!" Er war kränklicher Natur, ein Schwärmer, der beim Manöver oft vom Pferd fiel, aber den Faust mit sich trug. Rudolf Steiner hatte ihm prophezeit, der Krieg werde schlecht ausgehen.

Der Ruhm des Namens Moltke rührt vom Onkel des Generalstabschefs, Helmuth Karl Bernhard Graf von Moltke, her, unter dessen Kommando Preußen den Deutsch-Französischen Krieg gewann.

Literatur


  • David Fromkin: Europas letzter Sommer, Blessing 2005,
in seiner Betrachtung der Julikrise kommt Fromkin zu dem Schluss, dass Moltke der Hauptverantwortliche für den Ausbruch des ersten Weltkriegs war.

Weblinks


  • http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/MoltkeHelmuth/
  • http://www.preussenchronik.de/cache/person_c25007.html

Mann | Deutscher | Militärperson (Deutsches Reich) | Erster Weltkrieg (Person, Deutsches Reich) | Geboren 1848 | Gestorben 1916

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