| Helm-Knabenkraut | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Orchis militaris plant.jpg | ||||||||||||
| : | Orchideen (Orchidaceae) |
| : | Orchidoideae |
| : | Orchideae |
| : | Orchidinae |
| : | Knabenkräuter (Orchis) |
| : | Helm-Knabenkraut |
Das Helm-Knabenkraut ist eine mehrjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 50 Zentimetern, gelegentlich werden kräftige Pflanzen auch bis über 60 Zentimeter hoch. Die zwei bis sechs Laubblätter sind hellgrün mit einem leichten Glanz, ungefleckt, elliptisch bis lanzettlich und stehen aufrecht in einer Rosette am Stängelgrund. Sie sind etwa 8 bis 17 Zentimeter lang und etwa 3 bis 5 Zentimeter breit. Ein bis zwei Blätter umfassen den Stängel scheidig. Die Tragblätter liegen häutig am Fruchtknoten an und sind etwa 1/4 so lang wie der Fruchtknoten.
Der ährige Blütenstand trägt etwa 10 bis 50 Blüten. In der Aufblühphase ist er kegelförmig, während der Hochblüte zylindrisch geformt. Die 9 bis 15 mm langen Blütenhüllblätter des äußeren und die zwei 6 bis 10 mm langen, oberen Blütenhüllblätter des inneren Kreises des Perigon bilden einen Helm, wobei die beiden inneren Blütenblätter kaum zu sehen sind. An der Außenseite sind die Blütenhüllblätter des äußeren Kreises sehr hell weißlich-rosa gefärbt, an der Innenseite auch geringfügig dunkler, entlang der Nervenbahnen sind deutliche, dunklere Linien erkennbar. Die stark dreilappige Lippe (Labellum) ist circa 10 bis 20 Millimeter lang. Die Lippenbasis ist weißlich bis hell rosa gefärbt und intensiv dunkel gefleckt. Die Seitenlappen und der gespaltene Mittellappen gehen in eine Hell- bis Dunkelrosa Färbung über. Zwischen dem gespaltenen Mittellappen befindet sich in der Regel eine kleine Spitze. Der Sporn ist zylindrisch, abwärts gerichtet und etwa 5 bis 7 mm lang.
Die Blütezeit der Art beginnt im Mittelmeergebiet bereits im Februar, in Mitteleuropa an wärmebegünstigen Standorten oft schon Ende April, in der Regel beginnt sie Anfang Mai. Die Blütezeit endet in höheren Lagen zum Ende des Juni hin.
Das Helm-Knabenkraut hat einen Karyotyp von zwei Chromosomensätzen und jeweils 21 Chromosomen (Zytologie: 2n = 42). Der Same dieser Orchidee enthält keinerlei Nährgewebe für den Keimling. Die Keimung erfolgt daher nur bei Infektion durch einen Wurzelpilz (Mykorrhiza).
Das Helm-Knabenkraut bevorzugt sonnige bis leicht beschattete Standorte auf Halbtrocken- und Trockenrasen, Magerwiesen und lichte Kiefernwälder auf trockenen bis mäßig frischen Böden. Sehr selten ist es auch an feuchteren Standorten zu finden in Begleitung der feuchtigkeitsliebenden Knabenkräuter aus der Gattung Dactylorhiza.
Es findet sich in den Pflanzengesellschaften
Als Kalkzeiger kommt die Art besonders in Regionen mit kalkhaltigen Böden vor. Sie meidet daher in der Regel Sandsteinböden wie Stubensandstein. Sehr große Bestände können sich auf Unterem Muschelkalk bilden, auf Oberem Muschelkalk dagegen ist sie seltener.
In Europa ist das Helm-Knabenkraut in der submeridionalen und temperaten Florenzone verbreitet. Das schließt somit die nördlichsten und südlichsten Gebiete Europas weitgehend aus. Das Verbreitungsgebiet zieht sich in diesen Zonen bis Daurien und Kaukasien. Selten ist es in Spanien in der meridionalen Zone im westmediterranenen Florengebiet zu finden. (siehe hierzu Florenelement)
Die obere Grenze der Höhenverbreitung liegt bei circa 1800m.
In Deutschland ist das Helm-Knabenkraut am stärksten in der Südhälfte bis ins südliche Niedersachsen verbreitet, selten ist es in Sachsen und Nordrhein-Westfalen. Weiter nördlich gibt es nur noch wenige Nachweise. Etwas isoliert liegt ein weiteres Verbreitungsgebiet in Brandenburg. Als kalkliebende Art kommt es zum Beispiel im Bayerischen Wald und im zentralen Schwarzwald nicht vor.
In der Schweiz kommt es zerstreut vor und meidet vor allem die alpinen Regionen, daher liegen die meisten Vorkommen in der Nordschweiz, dem Rheintal und im westlichen Jura.
Wie alle in Europa vorkommenden Orchideenarten steht auch das Helm Knabenkraut unter strengem Schutz europäischer und nationaler Gesetze.
Trotz des relativ großen Verbreitungsgebiets ist das Helm-Knabenkraut in vielen Gebieten gefährdet. Wildschweine haben die Knollen als Leckerbissen entdeckt und können große Flächen auf der Suche nach den Knollen umgraben. Verbuschung und Nutzungsänderung der Biotope führt seit geraumer Zeit zur Vernichtung vieler Lebensräume. Durch die Fähigkeit Sekundärstandorte zu besiedeln, ist diese Art noch nicht so stark gefährdet wie es bei verschiedenen anderen Orchideen (z.B. Brandknabenkraut) der Fall ist.
Als Unterart des Helm-Knabenkraut wird gelegentlich Stevens Knabenkraut (Orchis stevenii) als Orchis militaris subsp. stevenii angesehen.
Generell ist das Helm-Knabenkraut wenig variabel. Im Habitus sind die Pflanzen in der Regel sehr einheitlich. Die Variabilität beschränkt sich auf die Blütenform und -farbe:
Das Helm-Knabenkraut hybridisiert mit nahe verwandten Arten, das Ohnhorn (Aceras) inbegriffen. Besonders häufig sind Hybriden mit dem Purpur-Knabenkraut (O. purpurea).
In der Umgebung von Jena wurde in den 1960er Jahren von einer Hybride mit dem Brandknabenkraut berichtet. Es gibt davon keine Beschreibung und keine Bilder. Es blieb auch bei dieser einen Erwähnung. Durch die genetische Distanz zwischen beiden Arten dürfte eine Hybridisierung ausgeschlossen sein.
Neben dem gültigen Namen der Erstbeschreibung Orchis militaris L. 1753 wurde diese Art im Lauf von etwas mehr als hundert Jahren mehrfach beschrieben. Die Namen dieser Beschreibungen gelten als Synonyme. Es sind dies:
Standardliteratur über Orchideen
Spezielle Literatur
Verbreitungskarten:
Regionales:
siehe auch:
Military Orchid | Orchis militaris | Orchis guerrier | Šalmuotoji gegužraibė | Soldaatje | Johannesnycklar
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Helm-Knabenkraut".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world