Heliopolis (griech. für "Sonnenstadt", ägypt. Iunu, in der Bibel On) war im Altertum eine Stadt nordöstlich des heutigen Kairo in Ägypten mit einem bedeutenden Sonnenheiligtum, bereits seit dem frühen Alten Reich. Es ist heute ein Ruinenfeld und eine archäologische Ausgrabungsstätte.
| Heliopolis in Hieroglyphen | |
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Iunu (jwnw) | |
Nach der Mythologie sind hier die Götter entstanden (Enneade von Heliopolis) und der Ort gehörte bis in die Spätzeit zu den Zentren des ägyptischen Pantheons, häufig in Konkurrenz zum oberägyptischen Theben (oberägyptisches Iunu).
In der Spätantike war die Stadt ein frühchristliches Bistum, aus dem das Titularbistum Heliopolis in Augustamnica der Römisch-Katholischen Kirche wurde. Es gehörte der Kirchenprovinz Leontopolis an und hatte nur zwei Inhaber, Francois Pallu (1658–1684) und Henry Hughes (1839–1860).
Heute ist Heliopolis ein moderner europäischer Ausdruck für eine im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts im neomaurischen Stil erbaute Kairener Vorstadt nordöstlich der Stadtmitte. Der einheimische Ausdruck ist Ain Shams (عين شمس) oder (mehrere Vorstädte zusammenfassend) "Misr el-Gedīda" (مصر الجديدة - "Neukairo"). Das heutige Heliopolis hat eine eigene Universität.
Auch das syrische Baalbek war in der Antike als wichtiges Zentrum des Sonnenkultes unter dem Namen Heliopolis bekannt. Hier hielten sich die vorchristlichen Kulte besonders hartnäckig, noch im späten 6. Jahrhundert war die Stadt Ausgangspunkt eines "heidnischen" Aufstandes.
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