Unter einer Helling (auch (der) Helgen) versteht man ursprünglich den Platz in der Werft, auf dem ein Schiff gebaut wird, genau genommen die schräg abfallende Fläche, auf der es anschließend beim Stapellauf zu Wasser gelassen wird. Im Gegensatz zum Dock, in dem Schiffe repariert werden, werden in der Helling neue Schiffe gebaut.
Auch die Stützen, die ein Boot oder Schiff, das auf dem Trockenen liegt, halten, werden als Helling bezeichnet. Doch sind hier die Bezeichnungen Pallen oder Pallungen gebräuchlicher und bekannter.
= Historie = Aus vielen historischen Bauweisen ist seit dem 7. Jahrhundert eine Kombination aus Schalen- und Skelettbauweise nachweisbar. Bei der Schalenbauweise verbindet man zunächst die Planken miteinander und setzt anschließend die Spanten ein. Im Gegensatz dazu werden bei der Skelettbauweise die Planken in bestimmter Reihenfolge auf ein Skelettsystem aufgebracht. Im heutigen Werftalltag hat sich die Skelettbauweise durchgesetzt. Die heute übliche Bezeichnung dieses Gerüsts ist Helling bzw. Helgen.
= Bestandteile = Die Helling bzw. der Helgen besteht aus drei Teilen:
Die Stützen sollten in einem angemessen Abstand aufgestellt werden, um ein Durchbiegen des Balkens zu verhindern. Außerdem ist darauf zu achten, dass der Helgenbock genau waagerecht steht und die Mittschiffslinie (MS) angerissen wird, damit die Mallspanten später darauf ausgerichtet werden können. Um ein Arbeiten unter dem Bootsrumpf zu ermöglichen, sollte der Helgenbalken ca. einen halben Meter über dem Boden angebracht werden.
Um dem Kielsprung Rechnung zu tragen, muss der Helgen dem Kielverlauf angepasst werden. Dies kann entweder mit Stapelklötzen (meist existiert ein Kielstapelungsplan) oder durch Anpassen des Helgenbalkens (Serienbau) bewerkstelligt werden.
Bei größeren Schiffen, die aufgrund ihres Gewichtes am Ort des Baues zu Wasser gelassen werden müssen, wird der Helgenbock auf dem Boden installiert. Er steht dann nicht mehr waagerecht sondern besitzt einen Neigungswinkel von ca. 4-5 Grad, was einem Tangens von 1:14 bis 1:12 entspricht. Diese Neigung ermöglicht dem Schiff nach Fertigstellung durch sein eigenes Gewicht ins Wasser zu gleiten.
Mallspanten dienen der Formgebung und werden aus der fertigen Rumpfschale wieder entfernt. Aus diesem Grund bezeichnet man sie auch als provisorische Spanten oder Hilfsspanten. Bausspanten sind Teile des späteren Rumpfes und werden während der Bauphase mit dem Rumpf verbunden. Somit bezeichnet man zum Beispiel auch Schotte als Bauspanten.
Die Mallspanten werden 1:1 aus dem Spantenplan übernommen. Für den Bau von hölzernen Booten muss die Außenhautstärke beim Aufschnüren von der im Spantenriss angegeben Breite abgezogen werden. Es entsteht die sogenannte Mallkante.
Bei Stahlbooten wird die Mallkante bereits im Spantenriss gezeichnet, so dass eine "spätere Korrektur" nicht nötig ist. Zu Konstruktionszwecken ist darauf zu achten, dass stets die dem Hauptspant (Nullspant) abgewandte Seite der Mallkante entspricht.
Die Mallspanten werden heute aus Span- bzw. Sperrholzplatten hergestellt, da sie sich nicht verziehen (bei früheren Massivholzplatten üblich) und im Preis deutlich günstiger als Massivholz sind. Die Mallen bestehen aus mehreren Teilen, die durch Mallaschen verbunden werden. Bei der Herstellung der Mallspanten ist darauf zu achten, wenn nötig eine Aussparung für den Kiel (Kielausschnitt), Längsspanten, Kimmweger usw. einzufügen.
Zur Versteifung und Kennzeichnung wird eine Querlatte auf KWL Höhe und eine auf Schandeckhöhe (Breitenlatte) am Mallspant angebracht. Die Mallspanten müssen genau senkrecht auf dem Helgenbalken stehen (sowohl KWL Latten, als auch Breitenlatten müssen waagerecht sein). Zur besseren Übersicht werden die einzelnen Mallen nummeriert und mit der Baunummer des Bootes versehen.
= Praktische Vorgehensweisen = Die hier beschriebene Vorgehensweise eignet sich besonders für größere Boote, die eher traditionell gebaut werden. Bei kleineren Booten, die durch ihr geringeres Gewicht leicht zu heben bzw. zu drehen sind, wird die kieloben Bauweise bevorzugt. Dies ermöglicht ein einfacheres Arbeiten am Mallen- oder Spantengerüst, da der Rumpf zum Beplanken auf einer leicht zugänglichen Arbeitshöhe steht.
Bei modernen Bauweisen wird das Mallengerüst oftmals durch ein Blockmodell ersetzt. Hierbei wird das bestehende Mallengerüst, welches die Bootsform bereits klar definiert, mit Furnierlagen / Sperrholzplatten / GFK-Verbänden zu einem geschlossenen Block überzogen. Dadurch besteht die Möglichkeit, formverleimte Rümpfe bzw. Formen für den Kunststoffbootsbau herzustellen.
= Weblinks =