First Responder (Abk. FR, englisch für "Erstversorger"), auch Helfer vor Ort (Abk. HvO), Notfallhilfe oder Sanitäter vor Ort (Abk. SanVo) ist eine Einrichtung außerhalb des Rettungsdienstes. Der Begriff bezeichnet eine Person oder eine örtliche Einrichtung organisierter Ersten Hilfe, die bei Notfällen die Zeit bis zum Eintreffen eines Rettungsmittels mit qualifizierten basismedizinischen Maßnahmen überbrücken soll. Ersthelfer dagegen bezeichnet jeden, der zufällig bei einem Unfall anwesend ist und Hilfe leistet, insbesondere Laien. In NRW gibt es eine Empfehlung des Landesfachbeirates für die organisierte Notfallhilfe.
Je schneller qualifizierte Maßnahmen durchgeführt werden, desto günstiger ist der Heilungsablauf und umso kürzer ist im Durchschnitt die nachfolgend notwendige Behandlungszeit.
Beispiel Herzstillstand: Man geht davon aus, dass mit jeder Minute, in der ein Herzstillstand nicht behandelt wird, die Chancen für eine erfolgreiche Reanimation um 10% sinken, nach ca. 10 Minuten besteht daher kaum noch Hoffnung, den Patienten erfolgreich zu reanimieren. Bei einer Verzögerung von Eintreten des Ereignisses bis zum Notruf von mindestens 2 Minuten, der Dauer für die Einsatzdisposition und den Alarm plus die Anfahrtszeit kommt man da leicht in Bereich von nicht weniger als 7 Minuten (vor allem im ländlichen Raum kommt man sogar häufig auf eine Anfahrtszeit von über 10 Minuten). Das bedeutet eine Überlebenschance des Patienten von nur 30% (vorausgesetzt, es werden keinerlei Erstmaßnahmen vorgenommen), obwohl die gesetzliche Hilfsfrist eingehalten wurde.
Hier kommen die First Responder ins Spiel. Sie haben neben der medizinischen Ausbildung und Ausrüstung auch spezielle Ortskenntnisse, sie wissen z. B. wo Baustellen im Ort sind etc. und kommen deshalb ohne Verzögerung zum Einsatz.
Eine Reanimation kann daher oft schon nach 5 Minuten eingeleitet werden. Im Endeffekt also eine größere Überlebenschance von 20% wenn nicht sogar noch höher.
Besonders in den USA mit ihren großen und vergleichsweise dünn besiedelten Flächenlandkreisen wurden die örtlichen Strukturen und die Verfügbarkeit von organisierten Kräften in Form von Freiwilliger Feuerwehr und Streifenwagen der Polizei bereits früh genutzt, um die ersten Maßnahmen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit sehr langen Anfahrtszeiten zu übernehmen.
Aus ähnlichen Gründen entstanden auch in Deutschland Vorläufer in der Anfangszeit des Rettungsdienstes moderner Prägung Anfang der 1970er Jahre: der Rettungsdienst war damals noch nicht in dem Maße ausgebaut wie heute - oft war die örtliche Freiwillige Feuerwehr lange alleine am Unfallort tätig und bat deshalb Mitglieder einer örtlichen Hilfsorganisation mit auszurücken. Die Alarmierung war oft sehr langwierig, da weder tragbare Funkmeldeempfänger noch ausreichend Telefone verfügbar waren. Mit der Verkürzung der rettungsdienstlichen Hilfsfristen wurde dieses Konzept dann bedeutungslos.
Erst Mitte der 1980er Jahre wurden zunehmend ehrenamtliche Einheiten des Katastrophenschutzes mit tragbaren Funkmeldeempfängern ausgerüstet. Es lag nahe, diese Möglichkeit auch wieder für eine schnelle Hilfe vor Ort einzusetzen.
Im Jahr 1986 unternahm das DRK Kreisverband Karlsruhe e.V. einen ersten Pilotversuch moderner Prägung in Deutschland, der in einer Fachzeitschrift ("Der Rettungssanitäter" "Rettungsdienst", Stumpf&Kossendey-Verlag, Edewecht) publiziert wurde. Die BRK Ortsgruppe Glonn begründete daraufhin im Jahr 1988 ebenfalls eines der ersten Teams in Deutschland und stellte die Idee und die Integration mit einer Schnelleinsatzgruppe auf einem Fachkongress vor, sie besteht ununterbrochen noch heute. Ab Mitte der 1990er Jahre verbreitete sich diese Art der Hilfeleistung dann sehr weitflächig.
Gründe dafür sind:
Heute ist das System anerkannt.
Es gibt verschiedene alternative Merkmale der unterschiedlichen Organisationsformen:
| Status: | ehrenamtliche Kräfte, selten hauptamtliches Personal (wie z. B. Berufsfeuerwehr und Polizei, die oft in der Öffentlichkeit unterwegs sind) |
| Alarmierung: | Funkmeldeempfänger ("Piepser"), Mobil-Telefon |
| Durchführende: | Hilfsorganisation, Feuerwehr, Bereitschaften |
| Personalstärke: | ein bis drei Personen, welche direkt Hilfe leisten |
| Fahrzeug: | Privat- oder Dienst-Kfz: PKW, Mannschaftswagen, Löschfahrzeug oder Rettungs-/Krankentransportwagen |
| Fahrzeugstandort: | beim diensthabenden Helfer (zu Hause, in der Arbeit), Fahrzeughalle |
Zusätzlich zum FR/HvO wird immer ein Rettungsmittel des regulären Rettungsdienstes eingesetzt, der FR/HvO ist nur Ergänzung, kein Ersatz.
Ausnahme: Die FR/HvO rücken mit geeignetem (nach Rettungsdienstgesetz) Fahrzeug, Ausrüstung sowie entsprechend ausgebildetem Personal (Rettungsassistent & -sanitäter) an.
In Bayern gibt es eine Regelung des Innenministeriums, das für Dienstfahrzeuge der First Responder-Einheiten die Verwendung von Wegerechtssignal zulässt (Pressemeldung des bay. Innenministeriums ).
Die Alarmierung durch die Leitstelle erfolgt oft dennoch rund um die Uhr, es ist jedoch dann nicht sicherzustellen, dass wirklich jemand ausrückt. Der reguläre Rettungsdienst kommt pflichtgemäß immer zum Einsatz, dass heißt, der Patient bekommt mindestens die Hilfe, die gesetzlich geregelt ist (Landesrettungsdienstgesetz oä.) - wenn der FR/HvO ausrücken kann, dann bekommt er eine freiwillige Zusatzleistung.
Schwerpunkte der Aus- und Fortbildung sind (aus "BRK-Richtlinie für Helfer vor Ort 2002"):
Weit verbreitet ist auch die rettungsdienstlich anerkannte Weiterbildung zum Rettungshelfer oder Rettungssanitäter im Rahmen einer "Helfer vor Ort"-Tätigkeit.
Wünschenswert ist die Mitführung eines Automatisierten Externen Defibrillators (AED).
FR/HvO erhalten selten öffentliche Zuschüsse, da ihre Hilfeleistung nicht gesetzlich gefordert ist. Die entstandenen Kosten können auch nicht über die Krankenkasse abgerechnet werden.
Die FR/HvO-Teams werden weitgehend aus Spenden finanziert.
Erste Hilfe | Qualifikation im Rettungsdienst/Sanitätsdienst | Hilfsorganisation
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"Helfer vor Ort".
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