Eine Heldensage vielfach auch Heldenlied genannt, steht neben dem Mythos am Anfang nahezu aller bekannten Kulturen. Oft ist sie noch mit Göttersagen verbunden.
Kaiser Karl der Große ließ laut Einhards Vita Karoli Magni, Kap. 29, "barbarische (d. h. germanische) und sehr alte Heldenlieder", in welchen die Taten und Kriege alter Könige besungen wurden, aufschreiben. Außer bei Einhard ist diese offenbar zu Karls Privatgebrauch angefertigte Sammlung jedoch nirgends belegt. Wenn es sie also überhaupt gegeben hat, dann wird sie irgendwann zusammen mit dem Privatarchiv der karolingischen Kaiser untergegangen sein. Karls Sohn Ludwig der Fromme ist in der Neuzeit manchmal zu Unrecht für den Verlust der Heldenliedersammlung seines Vaters verantwortlich gemacht worden; tatsächlich gibt es aber nicht den geringsten historischen Beleg dafür, dass Ludwig der Fromme jemals irgendwelche Schriften hätte vernichten lassen.
Die Kaiserzeit des Hochmittelalters, also das 10- bis 13. Jahrhundert, war die große Zeit der Heldensagen.
Bekannte außereuropäische Beispiele aus vorchristlicher Zeit sind das babylonische Gilgamesch-Epos, die Mahabharata und Ramajana von Indien und das Schahname von Persien von Firdausi. Außerdem müssen sämtliche Epen Homers hierzu gezählt werden sowie generell die Sagen um Herakles, Theseus, die Argonauten, Achilles, Odysseus und Äneas.
Außer der Skaldendichtung der Liederedda gehören hier genannt:
Auch die südslawischen Lieder und Sagen um den Helden Marko und der Schlacht auf dem Amselfeld, sowie die finnische Kalevala und die russische Byline sollten als Beispiel nicht unerwähnt bleiben.
Daß Sagenhelden gelegentlich Züge von Göttern aus dem Mythos integrieren ist unbezweifelbar. Es gibt auch die Außenseiterthese, dass dies fast immer der Fall sei. Die Sagenhelden des Nibelungenliedes der Thidrekssaga, Waltharisage und der Kudrunsage werden in dieser Auffassung gleichgesetzt mit germanischen Göttern. Wie Norbert Lönnendonker in seinem Buch "Als die Götter noch jung waren - Namenkundliche Untersuchungen zur Nibelungensage", Berlin 2003 *," target="_blank" >[http://www.siegfried.hagen.und.diet.rich.ms/ für die drei Helden Siegfried, Hagen von Tronje und Dietrich von Bern argumentiert hat. Wie der Religionsphilosoph Hermann Usener 1896 in seinem Buch "Götternamen" für den Fall der griechischen Götter schon gezeigt hat, entwickeln sich ehemalige Götternamen häufig zu Namen von Helden herab, besonders im Falle der Vereinigung mehrerer eng verwandter "Augenblicksgötter" zu mehr zentralisierten Götterformen. Am Ende werden bestimmte Namen auch als Beinamen von übergeordneten Göttern nicht mehr benötigt und in der Folge zu Namen von Helden. Im Falle der germanischen Götter kam als Komplikation hinzu, dass der Übergang von der mündlichen zur Schrifttradition in die Zeit der Christianisierung fiel. Die Bemühungen der ersten mönchischen Verschriftlicher gingen dahin, den Stoff der Sage zu erhalten, ohne den Göttercharakter der "Helden" erkennbar werden zu lassen, schon wegen des Verbotes der Kirchenväter, sich mit heidnischen Stoffen zu beschäftigen. Spuren des Göttercharakters der „Helden“ sei deren in unterschiedlichem Ausmaß erkennbare „Verteufelung“. Die Existenz der alten Götter wurde von der Kirche nicht bestritten, aber sie selbst wurden zu Teufeln herabgewürdigt, wie Gustav Roskoff in seinem Buch „Die Geschichte des Teufels - Eine kulturhistorische Satanologie von den Anfängen bis ins 18. Jahrhundert“ zeigt.
Siehe auch: Heldendichtung
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