Heinz Westphal (* 4. Juni 1924 in Berlin; † 30. Oktober 1998 in Bonn) war ein deutscher Politiker (SPD).
Er war 1982 Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung.
Ab 1946 war Heinz Westphal hauptberuflich als Jugendsekretär der Berliner SPD, dann als Vorsitzender der SJD - Die Falken Berlin tätig. In dieser Funktion war er auch 1947 an den Gesprächen zur Gründung eines gesamtdeutschen Jugendringes mit dem FDJ-Vorsitzenden, Erich Honecker, beteiligt.
1949 wurde Heinz Westphal in Ost-Berlin verhaftet und wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt, worauf allerdings nach 11 Tagen die Entlassung folgte. Auch in den fünfziger Jahren war Westphal in der Leitung der Sozialistischen Jugend Deutschlands aktiv, so als Jugendsekretär im Verbandssekretariat in Hannover (1950-1952) und als Bundesvorsitzender der SJD - Die Falken von 1953 bis 1957 in Bonn und Frankfurt. Darüber hinaus war er zu dieser Zeit (1948-1957) Mitglied des Büros der IUSY (International Union of Socialist Youth), von 1955-1956 Vorsitzender des DBJR (Deutscher Bundesjugendring) und 1958-1965 dessen Hauptgeschäftsführer.
Heinz Westphal war verheiratet und hatte ein Kind.
Westphal war zuletzt (11. Wahlperiode 1987 bis 1990) mit 61,1 % der Stimmen direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Herne.
Bei der Kabinettsumbildung kurz vor dem Ende der sozialliberalen Koalition wurde er am 28. April 1982 zum Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung ernannt. Mit der Wahl von Helmut Kohl zum Bundeskanzler am 1. Oktober 1982 endete seine Amtszeit.
Er war Gründer und Vorsitzender des Vereins Schafft Ausbildungsplätze; in seinem Wahlkreis Herne, war er von 1972 bis 1974 Vorsitzender des Kuratoriums des Europäischen Jugendwerkes und 1953 bis 1975 Mitherausgeber der Zeitschrift "deutsche jugend". Von 1990 bis 1996 war Westphal Mitglied des Vorstandes des Internationalen Bundes für Sozialarbeit / Jugendsozialwerk.
Im Rahmen seines Wirkens für eine deutsch-israelische Verständigung, das er nach einer Israel-Reise im Jahre 1961 aufnahm, war Westphal seit 1967 Mitglied der DIG (Deutsch-Israelische Gesellschaft), deren Präsident er von 1972 bis 1977 bzw. Vizepräsident er bis 1985 war.
Darüber hinaus war er von 1974 bis 1982 Vorsitzender im Verwaltungsrat des DED (Deutscher Entwicklungsdienst), von 1964 bis 1974 Mitglied des Fernsehrates beim ZDF in Mainz.
Ab 1993 war Heinz Westphal auf Empfehlung der Bundesregierung das deutsche Mitglied im Internationalen Rat der Gedenkstätten von Auschwitz und Birkenau.
Sein Nachlass befindet sich im Archiv der sozialen Demokratie in Bonn.
Nach ihm ist der Heinz-Westphal-Preis des Deutschen Bundesjugendrings und des Bundesjugendministeriums benannt, der herausragendes ehrenamtliches Engagement im zweijährigen Rhythmus auszeichnet.
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