Heinz Kühn (* 18. Februar 1912 in Köln; † 12. März 1992 ebenda) war ein deutscher Politiker (SPD) und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.
Der Umzug der Familie in eine "rote Siedlung" in Köln-Mauenheim ließ seit 1926 die weltanschauliche Prägung durch den Vater dominierend werden. 1928 trat Kühn den Roten Falken, einer Jugendorganisation der SPD bei und stieg schnell zum Leiter einer Falken-Schülergruppe auf. Später gelang es ihm führender oberrheinischer Funktionär der SAJ zu werden. Nach seinem 18. Geburtstag trat er auch der Mutterpartei SPD bei.
Ostern 1931 legte Kühn die Abiturprüfung an der Oberrealschule in Köln-Kalk ab. Im Sommersemester 1931 begann er ein Studium der Staatswissenschaften und der Nationalökonomie an der Universität Köln und gehörte der sozialdemokratischen Vereinigung sozialistischer Studenten an. Aus dieser Gruppe wechselten in Herbst 1931 viele zur Linksabspaltung SAP, darunter Kühns bester Freund. Kühn selbst ging einen anderen Weg und schloss sich dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold an, das es sich zum Ziel gesetzt hatte, die Weimarer Republik vor ihren Feinden von Rechts wie von Links zu schützen. Kühn war als Kreisführer der Jugendorganisation Jungbanner in massive Auseinandersetzungen mit der SA und SS der NSDAP verwickelt.
Kühns Distanz zur SAP wandelte sich unter dem Eindruck der Machtübergabe an Hitler 1933 in Symphathie. Formell verließ er die SPD aber nicht und wurde auch nicht Mitglied der SAP.
Zeitweise war Kühn auch Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und der Versammlung der Westeuropäischen Union, wo er jeweils von 1959 bis 1963 die Sozialistische Fraktion leitete.
Im Juli 1962 kehrte Kühn als Fraktionsvorsitzender der SPD in den nordrhein-westfälischen Landtag zurück, dem er bis 1978 angehörte. Ebenfalls 1962 wurde er Landesvorsitzender der SPD in Nordrhein-Westfalen. Innerhalb der SPD gehörte Kühn zu den Befürwortern des Mehrheitswahlrechts.
Nach der Zeit als Landtagsabgeordneter blieb er als Mitglied des Europaparlaments (1979 bis 1984) politisch aktiv.
Im Juni 1983 übernahm er nach dem Tod von Alfred Nau den Vorsitz der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), deren stellvertretender Vorsitzender er seit 1970 gewesen war. Am 4. Dezember 1987 musste er den Vorsitz aus gesundheitlichen Gründen niederlegen, behielt jedoch bis zu seinem Tod ein Büro in der Bonner FES-Zentrale.
In den letzten Jahren seiner Amtsführung als Ministerpräsident konstatierten Kritiker immer deutlicher Resignation und Anzeichen von Führungsschwäche. Zu einer schweren Belastung wurden im Frühjahr 1978 die Umstände des Rücktritts des Landesbankchefs Ludwig Poullain, die auch Kühns politische Verantwortung berührten. Kühn wollte zwar ursprünglich bis 1980 im Amt bleiben, trat aber aus gesundheitlichen Gründen zum 20. September 1978 zurück.
Im November 1978 wurde er von der Bundesregierung zum Ausländerbeauftragten berufen und nahm dieses Amt bis Herbst 1980 wahr.
"Der SPD-Bezirksvorstand stiftet aus Anlass des Todestages von Heinz Kühn jährlich die Heinz-Kühn-Medaille. Mit ihr sollen Einzelpersonen und Gruppen ausgezeichnet werden, die sich besonders für das Miteinander von Deutschen und Ausländern einsetzen. Diese Aktivitäten sollen durch besipielhafte Einzelinitiative gekennzeichnet sein und sich zukunftsweisend aus dem Rahmen der normalen Ausländerarbeit herausheben. Die Heinz-Kühn-Medaille kann auch an Nichtmitglieder verliehen werden."
Heinz Kühn setzte 1978 in Nordrhein-Westfalen erstmalig einen Ausländerbeauftragten ein (Kühn-Memorandum).
Mann | Deutscher | Ministerpräsident (Nordrhein-Westfalen) | Bundestagsabgeordneter | MdEP für Deutschland | SPD-Mitglied | Geboren 1912 | Gestorben 1992
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