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Heinrich IV. (* 11. November 1050 wahrscheinlich in Goslar; † 7. August 1106 in Lüttich) war als Sohn Kaiser Heinrichs III. und der Kaiserin Agnes seit 1054 Mitkönig, ab 1056 König und von 1084 bis zu seiner durch seinen Sohn Heinrich V. erzwungenen Abdankung am 31. Dezember 1105 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Heinrich IV. war der dritte Kaiser der Salier-Dynastie. Er war einer der umstrittensten Herrscher des Mittelalters, der mit seiner fast 50-jährigen Regentschaft – der längsten des Früh- und Hochmittelalters – nicht nur seine Zeitgenossen, sondern auch spätere Historiker-Generationen polarisierte. Seine Auseinandersetzung mit Papst Gregor VII. steht im Zentrum des Investiturstreits. Heinrich 4 g.jpg

Die Kindheit und Jugend


goslar_kaiserpfalz.jpg Als Heinrich IV. am 11. November 1050 als ältester Sohn von Kaiser Heinrich III. und dessen zweiter Frau Agnes von Poitou in der Kaiserpfalz Goslar geboren wurde, ging ein Aufatmen durch das Reich, war mit ihm doch endlich (so Herrmann von Reichenau) der langersehnte Thronfolger des Herrscherpaares geboren worden. Seine Eltern gaben ihm zunächst den Namen des Großvaters, Konrad. Wohl unter dem Einfluss des Abtes Hugo von Cluny wurde der Name bald darauf in Heinrich geändert. Damit der angesehene Abt der cluniazensischen Reformbewegung Taufpate des Thronfolgers werden konnte, wurde die Taufe extra bis zum nächsten Osterfest verzögert.

Noch vorher, auf dem Weihnachtsfest 1050 in Pöhlde, ließ Heinrich III. die anwesenden Fürsten schwören, dem Thronfolger treu ergeben zu sein. Bald darauf, im November 1053, wählte eine Reichsversammlung in Tribur den dreijährigen Heinrich zum König. Die dort versammelten Reichsfürsten machten dabei allerdings die Einschränkung, dem Sohn nur zu folgen, wenn dieser sich als gerechter Herrscher erweise.

Im folgenden Dezember wurde Heinrich zum Herzog von Bayern ernannt. Am 17. Juli 1054 krönte ihn Erzbischof Hermann von Köln in Aachen zum König. Das Herzogtum Bayern erhielt daraufhin Heinrichs jüngerer Bruder Konrad.

Am Weihnachtsfest 1055 wurde der junge Heinrich in Zürich mit Bertha von Turin verlobt, wodurch Heinrich III. offensichtlich ein politisches Gegengewicht im Alpenraum zu seinem „Erzfeind“ Gottfried dem Bärtigen und dem Hause Canossa-Tuszien zu schaffen hoffte.

Kurz bevor Heinrich III. am 5. Oktober 1056 unerwartet starb, ließ er die an seinem Sterbebett versammelten Reichsfürsten noch einmal seinen Sohn zum König wählen und stellte diesen unter den Schutz Papst Viktors II., der seit September in der Umgebung des Kaisers weilte.

Viktor erreichte zunächst einen reibungslosen Übergang der Staatsgewalt in die Hände des jungen Thronfolgers und seiner Mutter Agnes. Er vollendete die Aussöhnung mit Gottfried dem Bärtigen, setzte Heinrich in Aachen auf den Thron Karls des Großen und sorgte für die Huldigung des Machthabers durch die südlichen Reichsfürsten. Im Februar 1057 kehrte er nach Italien zurück, wo er bald darauf starb.

Die Regierungsgeschäfte wurden faktisch von Kaiserin Agnes weitergeführt. Sie konnte jedoch 1060 die ungarischen Thronfolgestreitigkeiten nicht zu ihrer Zufriedenheit regeln und ließ es mit der Wahl des Gegenpapstes Honorius II. zum Schisma kommen. Außerdem brachte sie, obwohl nach bestem Wissen und Gewissen handelnd, durch die Belehnung Rudolfs von Rheinfelden mit dem Herzogtum Schwaben, Ottos von Northeim mit dem Herzogtum Bayern und Bertholds von Zähringen mit dem Herzogtum Kärnten die späteren Hauptgegner ihres Sohnes in Position. Vor allem aber warf man ihr vor, ihren Sohn durch rangniedere Ministeriale erziehen zu lassen und ein Verhältnis mit ihrem wichtigsten Berater, Bischof Heinrich von Augsburg zu haben. Sie konnte dem Verdacht unzüchtiger Liebe nicht entgehen, denn allgemein ging das Gerücht, ein so vertrauliches Verhältnis sei nicht ohne unsittlichen Verkehr erwachsen, so der Chronist Lampert von Hersfeld.

Der Staatsstreich von Kaiserswerth


Hauptartikel: Staatsstreich von Kaiserswerth

All dies führte zu der Verschwörung einiger Reichsfürsten unter der Führung von Anno II. Der Erzbischof von Köln brachte den jungen König im April 1062 beim Staatsstreich von Kaiserswerth in seine Gewalt: Heinrich wurde auf einem Rheinschiff gekidnappt. Anno regierte fortan als Reichsverweser, war Heinrich aber vollkommen verhasst und fand keinen Zugang zum König. Ab 1063 musste er dieses Amt mit Adalbert, dem Erzbischof von Hamburg-Bremen, teilen. Adalbert bekam immer mehr Einfluss über Heinrich und drängte Anno zunehmend aus dem Amt.

Am 29. März 1065 erhielt Heinrich die Schwertleite und war somit volljährig, seine Mutter Agnes konnte ihn gerade noch davon abhalten, das soeben umgürtet bekommene Schwert gegen den verhassten Anno zu erheben.

Heinrich nahm nach der Schwertleite die Regierungsgewalt nun selbst in die Hand, sein wichtigster Berater bleib zunächst Adalbert von Bremen. Im Januar 1066 wurde Adalbert allerdings auf dem Reichstag in Tribur von den deutschen Fürsten auf Betreiben von Anno und Siegfried I. von Mainz vom Hof verwiesen. Anno gewann aber keinen Einfluss mehr auf den König zurück.

Am 13. Juli 1066 heiratete Heinrich Bertha von Turin, strengte jedoch im Jahr 1069 ein ebenso aufsehenerregendes wie aussichtsloses Scheidungsverfahren an.

Der Sachsenkrieg


Hauptartikel: Sachsenkrieg (Heinrich IV.)

Wichtigstes politisches Ereignis der ersten Regierungsjahre Heinrichs war die im Sachsenkrieg gipfelnde Auseinandersetzung mit den Sachsen. Noch unter dem Einfluss Adalberts hatte Heinrich kurz nach seinem Regierungsantritt begonnen, rund um den Harz Burgen zu errichten und diese mit landfremden Ministerialen zu belegen, die die umliegende Bevölkerung terrorisierten. Dagegen lehnten sich die Sachsen auf und forderten die Schleifung der Burgen. Im Sommer 1073 belagerten sie unter der Führung von Otto von Nordheim und Bischof Burchard II. von Halberstadt Heinrich in der Harzburg. Dieser konnte jedoch fliehen und erreichte am 2. Februar 1074 den Friedensschluss von Gerstungen. Nach der kurz darauf erfolgten Plünderung der Harzburg durch die sächsische Landbevölkerung brach der Konflikt jedoch erneut auf und führte am 9. Juni 1075 zur Entscheidungsschlacht bei Homburg an der Unstrut, die Heinrich für sich entscheiden konnte. Im Oktober kapitulierten die Sachsen bei Spier endgültig und bedingungslos.

Der Investiturstreit bis zum Gang nach Canossa


Hauptartikel: Investiturstreit

Doch Heinrich blieb kaum Zeit, den Triumph über die Sachsen zu genießen, denn sofort zog der sich anbahnende Investiturstreit für Jahre seine ganze Aufmerksamkeit auf sich.

Die vom Papst unterstützte kirchliche Reformbewegung sah in der Simonie das Grundübel der Zeit, wobei der Begriff, mit dem ursprünglich die Vergabe geistlicher Gaben und Kirchenämter gegen Geld gemeint war, ausgedehnt wurde auf jede Investitur eines Klerikers durch einen Laien in ein kirchliches Amt. Von vielen Synoden wurde wiederholt gefordert, dass Kleriker auf keinen Fall von Laien Kirchenstellen annehmen sollten, weder für Geld noch geschenkt.

Die Laieninvestitur wurde von den Reformkräften aus zwei Gründen mit der Simonie verglichen: Zum einen hatte der Ablauf der Investiturzeremonie mit der Zeremonie beim Verleihen von Lehen viel Ähnlichkeit, zum anderen gab es Parallelen zur Amtseinführung der Kleriker in den Niederkirchen, bei denen der Grundherr als Eigenkirchenherr die Einführung in das Amt vornahm. Bei Erzbistümern und Bischöfen nahm sie der König vor, indem er dem gewählten Kandidaten Bischofsring und Krummstab bei der so genannten „Investitur mit Stab und Ring“ übergab.

Der Streit mit Gregor

Als Heinrich IV. im Jahr 1071 den erzbischöflichen Stuhl des Bistums Mailand durch einen von Gregors Vorgänger Papst Alexander II. exkommunizierten Erzbischof besetzen wollte, spitzte sich die Situation zu. Mailand war damals Heimat der radikalen Pataria unter dem Ritter Erlembald. Dieser setzte kurzerhand einen eigenen Erzbischof ein. Es begannen Verhandlungen zwischen Papst Gregor VII. und dem König, bei denen einige Reichsbischöfe die Laieninvestitur durch den König unterstützten. Die Verhandlungen schlugen aber fehl. Als Erlembald 1075 ermordet wurde, setzte Heinrich IV. in mehreren Städten Italiens weitere Erzbischöfe ein, worauf Gregor die Ratgeber des Königs bannte.

Gleichzeitig fertigte Gregor VII. den Dictatus Papae an, worin er seine Vorstellung des Amts als Papst formulierte, ermahnte Heinrich IV. mit harschen Worten und drohte ihm mit dem Kirchenbann. Weite Teile des deutschen Episkopats sahen in Gregors Bestrebungen zur Eindämmung der Simonie Nachteile und unterstützten deshalb den König, mit dem zusammen sie dem Papst den Gehorsam aufkündigten.

Der Reichstag in Worms

Im Januar 1076 versammelte sich Heinrich mit der Mehrzahl der Bischöfe zum Reichstag in Worms. Dort verfasste man einen Brief an Gregor VII. in dem er dem Papst befiehlt, sein Amt niederzulegen:

Heinrich, nicht durch Anmaßung, sondern durch Gottes gerechte Anordnung König, an Hildebrand, nicht mehr den Papst, sondern den falschen Mönch. So steige du denn, der du durch diesen Fluch und das Urteil aller unserer Bischöfe und unser eigenes verdammt bist, herab, verlasse den apostolischen Stuhl, den du dir angemaßt hast. [... Ich, Heinrich, durch die Gnade Gottes König, sage dir zusammen mit allen meinen Bischöfen: Steige herab, steige herab!

Als Legitimationsgrundlage dieser Amtsenthebung führte man an, dass der Patricius das Recht habe, den Papst zu ernennen, oder zumindest seine Wahl zu bestätigen. Dies war durch Heinrich IV. nicht geschehen. Als weiteren Grund gab man an, dass sich Gregor gegen die Reichsrechte in Rom und Italien aufs schwerste vergriffen habe.

Die Fastensynode 1076 in Rom

Gregor7 g.jpg Die Antwort von Gregor kam umgehend. Auf der Fastensynode von 1076 in Rom predigte er:

und daß mir um deinetwillen von Gott Gewalt gegeben ist, zu binden und zu lösen, im Himmel und auf Erden. In dieser festen Zuversicht *" target="_blank" >Und weil er *" target="_blank" >sich von deiner Kirche trennt und sie zu spalten sucht, darum binde ich als dein Stellvertreter ihn mit der Fessel des Fluchs [....“

Die Absetzung Heinrichs begründete Gregor damit, dass Heinrich sich gegen die kirchlichen Hoheitsrechte aufgelehnt habe und somit kein König mehr sein könne. Wer von Gott die Hoheit entzogen bekommt, verdient auch nicht mehr diese faktisch innezuhaben, damit werden alle Untertanen vom Treueid, den sie Heinrich geleistet haben, entbunden. Wegen des Umgangs mit Exkommunizierten, den er trotz Mahnungen nicht aufgeben wollte, wurde er auch exkommuniziert. Dieser Bann betraf nicht den König, sondern den Christen Heinrich, da es einem Christen untersagt ist, mit Gebannten Umgang zu pflegen und sich der päpstlichen Autorität zu widersetzen.

Der Gang nach Canossa

Hauptartikel: Gang nach Canossa

Nach dem Kirchenbann durch Gregor fielen viele der deutschen Fürsten, die Heinrich ehemals unterstützt hatten, von ihm ab und zwangen ihn auf der Reichsversammlung in Trebur im Oktober 1076 zu einer Lösung des Problems. Um den Papst noch vor dessen geplantem Treffen mit den abtrünnigen Fürsten abzufangen, brach Heinrich im Dezember 1076 nach Italien auf. Gregor VII. wollte einer Begegnung mit Heinrich ausweichen und zog sich auf die Burg Canossa der Markgräfin Mathilde von Tuszien zurück. Heinrich erfuhr dies und verhandelte mit Hilfe der Markgräfin und seines Paten Hugo von Cluny über ein Treffen mit Gregor. Am Festtag der Bekehrung des heiligen Paulus, am 25. Januar 1077, zog Heinrich IV. im Büßergewand vor die Burg Canossa. Am vierten Tag, am 28. Januar, löste der Papst Heinrich vom Kirchenbann.

Die Darstellung von Heinrichs Gang nach Canossa als eines demütigenden Bittgangs beruht vor allem auf der bildhaften Darstellung der wichtigen Quelle, deren Verfasser Lampert von Hersfeld ein Parteigänger des Papstes und der Adelsopposition war und dessen Darstellung die neuere Forschung als tendenziös und propagandistisch wertet. Die Buße war ein formaler Akt, den Heinrich vollzog und den Papst Gregor VII. nicht ablehnen konnte. Die neuere Forschung sieht im Gang nach Canossa einen geschickten taktischen und diplomatischen Schachzug, der Heinrich wieder neue Handlungsfreiheit gab und die Gregors erheblich einschränkte. Langfristig allerdings schwächte der Gang nach Canossa die Stellung des Königtums.

Die Zeit der Gegenkönige


Die Exkommunikation Heinrichs IV. wurde zwar aufgehoben, die Absetzung als König allerdings nahm der Papst nicht zurück und so wurde am 15. März in Forchheim in Anwesenheit zweier päpstlicher Legaten der Schwabenherzog Rudolf von Rheinfelden von einigen deutschen Fürsten unter der Führung des Erzbischofs Siegfried I. von Mainz zum Gegenkönig gewählt und am 26. März in Mainz zum König gesalbt. Rudolf musste sich verpflichten, bei der Besetzung von Bischofsstühlen keinerlei simonistische Praktiken anzuwenden und er musste den Fürsten ein Wahlrecht bei der Königserhebung einräumen, hätte also sein Königtum nicht auf eventuelle Söhne vererben können.

Heinrich belegte Rudolf im Juni 1077 mit der Reichsacht. Rudolf musste sich daraufhin vor Heinrich nach Sachsen zurückziehen, beide zogen hier gegeneinander zu Felde. Heinrich verlor zunächst die Schlacht bei Mellrichstadt am 7. August 1078 sowie am 27. Januar 1080 die Schlacht bei Flarchheim unweit Mühlhausen. In der sonst günstigen Schlacht bei Hohenmölsen unweit Merseburg verlor Rudolf die rechte Hand, wurde zugleich tödlich am Unterleib verwundet und starb am Tag darauf, am 15. Oktober 1080. Den Verlust der rechten Hand – der Schwurhand – nutzten die Parteigänger Heinrichs als Gottesurteil propagandistisch aus, um auf diese Weise die Adelsopposition weiter zu schwächen.

Nach dem Tod Rudolfs tat sich die Opposition denn auch schwer, einen neuen Gegenkönig aufzubauen. Es brauchte ein Jahr, bis man sich auf den eher blassen Hermann von Salm einigte, der 1081, während Heinrich IV. schon in Italien weilte (s.u.), von den in Ochsenfurt versammelten Sachsen und Schwaben zum Gegenkönig gewählt und von Erzbischof Siegfried I. von Mainz am 26. Dezember in Goslar gekrönt wurde. Als Heinrich, inzwischen als Kaiser aus Italien zurückgekehrt, 1085 mit Heeresmacht in Sachsen einrückte, flüchtete Hermann zu den Dänen, kehrte aber zurück, schlug im Verein mit Herzog Welf IV. 1086 den Kaiser bei Bleichfeld am Main und gewann Würzburg. Müde jedoch der kläglichen Rolle eines Schattenkönigs, der nur ein Spielball in der Hand ehrgeiziger Großer war, zog sich Herrmann 1088 auf seine Eigengüter zurück und verlor kurz darauf bei einer Privatfehde am 28. September 1088 das Leben.

Heinrichs Italienzüge


Im März 1080 bannte Gregor den König erneut, der daraufhin Erzbischof Wibert von Ravenna unter dem Namen Clemens III. als Gegenpapst aufstellte. Am 25. Juni 1080 wurde Wibert auf der Synode zu Brixen gewählt. In diesem Moment ging der tiefste Riss durch die Gesellschaft. Mit Heinrich und Rudolf von Rheinfelden gab es König und Gegenkönig, mit Clemens nun einen Gegenpapst(kandidaten) zu Gregor. Selbst in den Herzogtümern rangelte man um die Macht, in Schwaben zum Beispiel befehdeten sich Rudolfs Sohn Berthold von Rheinfelden und der von Heinrich eingesetzte Staufer Friedrich als Herzöge. Nachdem Heinrich Rudolf besiegt hatte, zog er 1081 nach Rom, um so eine Entscheidung zu erzwingen. Er konnte die Stadt nach zweijähriger Belagerungszeit im März 1084 einnehmen.

Zwischendurch musste Heinrich sich allerdings immer wieder in den oberitalienischen Raum zurückziehen, um sich einerseits des Rückhalts der königstreuen Gebiete zu versichern, andererseits gegen die papsttreue Mathilde von Tuszien anzukämpfen, seine erbittertste Gegnerin in Norditalien.

Nach der Einnahme Roms wurde dann am 24. März 1084 Wibert als Papst Clemens III. inthronisiert. Damit begann erneut ein Schisma, das bis 1111 andauerte, als der letzte Gegenpapst der Wibertisten, Silvester IV., förmlich den Verzicht auf die Papstwürde leistete. Eine Woche nach der Papstinthronisation, am Ostersonntag, 31. März 1084, krönte Clemens Heinrich und seine Frau Bertha zu Kaiser und Kaiserin.

Während Heinrich von Clemens in St. Peter zum Kaiser gekrönt wurde, verschanzte sich Gregor in der Engelsburg und hoffte auf das Einschreiten der Normannen, die unter Herzog Robert Guiscard mit Unterstützung der Sarazenen nach Rom zogen. Heinrichs Heer war stark geschwächt und stellte sich den Angreifern nicht, die daraufhin die Stadt anzündeten und Gregor befreiten. Wegen der folgenden Unruhen verließ Gregor die Stadt mit kleinem Gefolge und zog sich nach Salerno zurück. Dort starb er am 25. Mai 1085.

Nach der Kaiserkrönung zog sich Heinrich unmittelbar aus Rom zurück und reiste zunächst nach Augsburg. Nach und nach gelang es ihm, seine Position im Reich wieder zu stärken. Durch kluge Bischofsinvestituren schaffte er sich einen neuerlichen Rückhalt in der Reichskirche. Am 14. August 1089 heiratete er in Köln Praxedis, die um 1070 geborene Tochter des Großfürsten Wsewolod I. von Kiew und Witwe des Markgrafen Udo von Stade, möglicherweise auch, um einen zuvor mit den sächsischen Bischöfen und Fürsten ausgehandelten Friedensschluss zu bekräftigen. Als deutsche Königin nannte sich Praxedis Adelheid, trat aber politisch zuerst nicht in Erscheinung.

Die eheliche Verbindung zwischen Welf V., dem Sohn des baierischen Herzogs Welf IV., und Mathilde von Tuszien schaffte im gleichen Jahr ein politisches Gegengewicht im süddeutsch-oberitalienischen Raum, dem Heinrich entgegentreten musste. 1090 zog er daher nach Oberitalien, hatte bis Ostern 1091 Mantua erobert und wandte sich 1092 Canossa zu, dem Hauptsitz der Markgräfin Mathilde. Dort aber wendete sich das Blatt, das Schlachtenglück verließ Heinrich, Welf IV. ließ die Pässe über die Alpen sperren, so dass Heinrich von 1093 bis 1096 in der Gegend um Verona eingekesselt festsaß und nicht ins Reich zurückkehren konnte.

Sein Sohn Konrad fiel 1093 von ihm ab (s.u.). Die zweite Ehefrau Adelheid von Kiew, die Heinrich angeblich wegen sexueller Verfehlungen in Verona gefangen gesetzt hatte, konnte 1094 zu Mathilde von Tuszien entfliehen. Auf Synoden in Konstanz und in Piacenza 1094/95 trat die Königin auf und klagte Heinrich der schlimmsten sexuellen Verfehlungen an. So wurde kolportiert, dass der Sohn Konrad von seinem Vater zum Beischlaf mit der eigenen Schwiegermutter gezwungen worden sein soll.

Daraufhin exkommunizierte Papst Urban II. Heinrich von Neuem. In dieser Zeit sei Heinrich sogar so verzweifelt gewesen, dass er an Selbstmord gedacht habe, wie der Chronist Bernold behauptet.

Erst das abrupte Ende der Ehe zwischen Welf V. und Mathilde eröffnete Heinrich wieder eine Perspektive. Durch Verhandlungen in Padua erreichte Heinrich eine Einigung mit den Welfen, die diesen das Herzogtum Bayern, ihm die Rückkehr ins Reich sicherte: 1097 feierte Heinrich Pfingsten in Regensburg.

Der wiedererstarkte Kaiser


Nach der Rückkehr ins Reich und der Aussöhnung mit den Welfen gelang es Heinrich neuerlich, seine Machtposition zu stärken. In Schwaben erreichte er eine Einigung zwischen den Staufern und den Zähringern, ihm gelangen weiterhin zahlreiche Bischofserhebungen in seinem Sinne. Dies lag wohl vor allem an seiner Hinwendung zum lange geforderten „konsensualen Führungsstil“: Die Reichsfürsten wurden auf zahlreichen, gut besuchten Hoftagen in seine Entscheidungen eingebunden. Auch verzichtete er nach dem Tode Clemens III. im Jahr 1100 auf die neuerliche Benennung eines Gegenpapstes (dies taten dann dennoch die italienischen Gegner der Gregorianer).

Der gregorianische Papst Paschalis II. zeigte sich davon allerdings wenig beeindruckt, bannte er Heinrich 1102 doch erneut, zum insgesamt vierten Mal.

1103 nahm Heinrich den Gottesfriedensgedanken, den sein Vater Heinrich III. bereits stark unterstützt hatte, wieder auf und verkündete einen reichsweiten Landfrieden. Heinrich nahm also die vornehmste Aufgabe eines Königs, die Friedenswahrung, wieder wahr. Zugleich kündigte Heinrich eine Wallfahrt nach Jerusalem an, um sich damit vom Bann zu lösen. Die Machtübernahme durch Heinrichs Sohn vereitelte aber diesen Plan.

Heinrichs Auseinandersetzungen mit seinen Söhnen


Die letzten Lebensjahre Heinrichs waren nämlich stark von Streitigkeiten mit seinen beiden Söhnen geprägt. Zunächst Konrad und später auch Heinrich fielen vom Vater ab und suchten die Verständigung mit den gregorianischen Päpsten, beide wohl in der Hoffnung, die eigenen Thronansprüche dem gebannten Vater zum Trotz zu erhalten.

Herrschaftsübergabe von Heirich IV. an Heinrich V.jpg]] Der Erstgeborene, Konrad, den Heinrich am 30. Mai 1087 in Aachen zum Mitkönig hatte krönen lassen, fiel 1093 von seinem Vater ab und wechselte auf die Seite Papst Urbans II.. Konrad ließ sich in Mailand vom dortigen Erzbischof zum König von Italien krönen und traf im April 1095 in Cremona mit Urban zusammen, leistete ihm den Marschalldienst und einen Sicherheitseid und erkannte ihn somit als legitimen Papst an. Im Gegenzug versprach ihm der Papst Unterstützung und die Kaiserkrönung. Sämtliche Erwartungen konnten aber nicht erfüllt werden. In Deutschland wurde von all dem kaum etwas wahrgenommen, in Italien blieben alle Aktionen Konrads wirkungslos, so dass er bald darauf in der Bedeutungslosigkeit versank und vom Papst fallengelassen wurde. Konrad starb, von der Öffentlichkeit kaum noch wahrgenommen, am 27. Juli 1101 in Florenz.

Die Machtübernahme durch Heinrich V.


Vom Verhalten des ältesten Sohnes enttäuscht, ließ Heinrich diesen im Mai 1098 auf dem Mainzer Reichstag absetzen und bestimmte den zweitgeborenen Sohn Heinrich zum Thronfolger, der im folgenden Jahr zum Mitkönig gekrönt und gesalbt wurde. Aus Schaden klug geworden, ließ sich Heinrich von seinem Sohn aber eidlich versichern, seine Sicherheit nicht anzutasten und sich nicht in die Regierungsgeschäfte einzumischen. Dies nutzte letztlich aber ebenfalls nichts. Ende 1104 sagte sich auch der spätere Heinrich V. von seinem Vater los und verbündete sich zunächst mit dem deutschen Hochadel gegen seinen Vater, der Unterstützung zuletzt vor allem im Bürgertum und in der Ministerialität fand. Auch Papst Paschalis II. stellte sich auf die Seite des Sohnes, löste diesen vom Bann und dem dem Vater geleisteten Eid. Am Ende des Jahres 1105 gelang es Heinrich V. durch Verrat, den Vater auf Burg Böckelheim an der Nahe gefangen zu setzen. Am 31. Dezember erzwang er dann in der Ingelheimer Kaiserpfalz dessen Abdankung und erhielt am 6. Januar 1106 in Mainz die Reichsinsignien übergeben und nahm die Huldigung der Reichsfürsten entgegen. Damit wurde er als Heinrich V. der Nachfolger seines Vaters.

Heinrichs Ende


Grabkrone_Heinrich_4.jpg]] Nach der erzwungenen Abdankung konnte Heinrich aus Ingelheim fliehen. Das Reich stand erneut am Rande eines Bürgerkriegs, da sich Heinrich nicht in sein Schicksal fügen wollte. Doch am 7. August 1106 starb er in Lüttich. Da immer noch ein Kirchenbann auf ihm lastete, wurde er zunächst in einer ungeweihten Kapelle des Speyerer Doms beigesetzt. Erst nach der Lösung dieses Bannes wurde er am 7. August 1111 in die salische Familiengruft umgebettet.

Heinrich hatte aus seiner Ehe mit Bertha von Turin fünf Kinder:

Heinrich heiratete nach dem Tode Berthas am 27. Dezember 1087 ein zweites Mal, und zwar am 14. August 1089 Adelheid (Praxedis, Eupraxia) von Kiew (* wohl 1071, † 10. Juli oder 11. November 1109), die Tochter des Großfürsten Wsewolod I. von Kiew und Witwe des Grafen Heinrich III. (I.) von Stade, der 1082 zum Markgrafen der Nordmark ernannt worden war; die Ehe blieb kinderlos, wurde 1095 geschieden, woraufhin sich Adelheid als Nonne nach Kiew zurückzog.

Wirkungsgeschichte


Von der Parteien Gunst und Hass verwirrt, schwankt sein Charakterbild in der Geschichte: Dieser eigentlich auf Wallenstein gemünzte Schillerspruch (Schiller, Wallensteins Lager, Prolog, Vers 113, 114) trifft auch für Heinrich IV. zu. Schon für seine Zeitgenossen war er entweder der grausame, brutale und wortbrüchige Wüstling, der vor Gewaltanwendung zur Durchsetzung seiner Ziele nicht zurückschreckte oder aber der gute, mildtätige König, der Beschützer der Armen. Auch spätere Politiker- und Historikergenerationen tun sich schwer mit einem Urteil: War der Gang nach Canossa so etwas wie Vaterlandsverrat oder ein kluger Schachzug zum Machterhalt?

Heinrich war ohne Zweifel ein pragmatischer Machtmensch. Von klein auf war er sich seiner königlichen Machtansprüche bewusst und empfand diese – der Zeit entsprechend – als gottgegeben. So musste er beinahe zwangsläufig mit Gregor aneinandergeraten, der seinerseits den Papst an die Spitze der Weltordnung stellte, der „von niemandem gerichtet werden darf“ (Dictatus Papae) und der vom Kaiser Gehorsam fordern konnte. Diese kontroversen Positionen, verkörpert durch zwei machtbewusste Menschen, führten zu einer unabwendbaren Auseinandersetzung, die eine Aufrechterhaltung der Einheit von regnum und sacerdotium unmöglich machte. Höhepunkt der Auseinandersetzung war dabei sicher die von den Zeitgenossen wie ein „Urknall“ empfundene erste Exkommunikation Heinrichs. Von beiden sicher ungewollt, leiteten sie so langfristig die Trennung von Staat und Kirche ein.

Heinrichs Regierungszeit war zugleich geprägt von dem Versuch, die Macht des Königs gegenüber den Reichsfürsten zu erhalten. Die langwierigen Auseinandersetzung mit den Sachsen, aber auch mit den süddeutschen Herzogtümern und letztlich wohl auch die Wahl der Gegenkönige waren bedingt durch Heinrichs Verweigerungshaltung gegenüber der traditionellen „konsensualen Herrschaft“, also der Beteiligung der „Großen“ an der Herrschaft. Er ließ sich nicht von den Fürsten beraten, sondern vertraute eher einem engen Zirkel von Beratern niederer, ministerialer Herkunft, die ihm bedingungslos ergeben waren. Dies musste ebenfalls zwangsläufig zu Konflikten im Inneren des Reiches führen. Bedingt war dieses Misstrauen den Fürsten gegenüber sicher in den Erfahrungen aus der Zeit der Staatsstreichregierung, als Heinrich hautnah miterlebte, wie Anno von Köln, Adalbert von Bremen und viele andere Reichsfürsten eher auf ihren eigenen Vorteil als auf das Wohl des Reiches bedacht waren und den König dabei auch in gefahrvolle Situationen wie beim Goslarer Rangstreit geraten ließen.

Dennoch konnte Heinrich mit seiner herrscherlichen Würde, seinem Machtbewusstsein und durch geschickte politische Schachzüge (Gang nach Canossa) den Zerfall des Reiches in fürstliche Territorien verhindern und den Erhalt der Reichskirche als Stütze der Zentralgewalt sichern.

Heinrichs Aussehen


Wie von den meisten mittelalterlichen Herrschern gibt es auch von Heinrich IV. keine zeitgenössischen Portraits, Büsten oder ähnliches. Dennoch erlauben zwei wichtige wissenschaftliche Unternehmungen der Neuzeit eine Annäherung an sein Aussehen:

Die Graböffnung von 1900

Im Jahre 1900 wurde der Sarkophag Heinrichs zum bislang einzigen Mal geöffnet und sein Skelett untersucht. Der bei dieser Gelegenheit angefertigte Untersuchungsbericht beschreibt Heinrich als einen schlanken, aber kräftigen, beinahe athletischen Mann. Er war mit einer Körpergröße von 1,80 Meter etwa 10 cm größer als der erwachsene Durchschnittsmann seiner Zeit. Er habe eine gewölbte Brust, breite Schultern und ein schmales Becken gehabt.

Im Gesicht sei laut Untersuchungsbericht männliche Kraft mit beinahe weiblicher Anmut gepaart gewesen, wofür einerseits der große Hirnschädel, die feine Stirnbildung mit der vortretenden Unterstirn, die lange kräftige Nase und der starke Schnurrbart, von dem noch Reste vorhanden gewesen seien, andererseits die großen offenen Augen, der feine Mund und das eher zarte Kinn verantwortlich zeichnen.

Am Skelett sei keine außergewöhnliche Verwundung und keine größere Krankheit nachweisbar, alles deute auf eine ungestörte kräftige Gesundheit von Geburt an hin.

Die Kopfrekonstruktion von 2006

Auf der zu Heinrichs 900. Todestag konzipierten Ausstellung „Kaiser, Kämpfer, Gebannter“ im Historischen Museum Speyer wurde im Mai 2006 eine vom Kieler Rechtsmediziner Professor Richard Helmer hergestellte Kopfrekonstuktion vorgestellt.

Auf der Grundlage der Vermessungsdaten und der Schädelfotos von der Graböffnung 1900 wurde der Schädel wie bei einer Computertomographie virtuell nachgebildet und dann ein Kunststoffmodell angefertigt, auf das Helmer mit Wachs und Plastilin die Weichteile modelliert. Nach Aussage Helmers erreicht dieses in der Kriminaltechnologie erprobte Modellierverfahren eine 90-prozentige Ähnlichkeit. Schwierig sei die Größe der Nase gewesen. Hätte man sich allein am Nasenbein orientiert, hätte Heinrich eine lange „Lügennase“, Helmer habe sich daher für einen kleinen Nasenhöcker entschieden. Das Kopfhaar sei entsprechend der damaligen Mode modelliert. (s.a. Weblinks)

Heinrich als Bauherr


Besonders hervor tat sich Heinrich auch als Bauherr und zwar sowohl auf dem Gebiet des Kirchenbaus als auch beim Burgenbau. Gleich nach seiner Amtsübernahme legte er in den 1060er Jahren ein Burgenbauprogramm auf und ließ in Sachsen und Thüringen rund um den Harz mehrere Burgen errichten, deren größte und bedeutendste die Harzburg war. Bei Lampert von Hersfeld sind noch sechs weitere Burgen genannt, und zwar die Burg Wigantestein (Lage unbekannt), die Moseburg und der Sachsenstein (beide bei Bad Sachsa), die Spatenburg (bei Sondershausen), die Heimburg (bei Blankenburg) und die Hasenburg (bei Großbodungen).

Speyer_Dom_Laengsseite.jpg Größte Bedeutung hatte für die Familie der Salier der Speyerer Dom. Heinrichs Großvater Konrad II. hatte ihn ab etwa 1030 erbauen lassen, 1061 wurde er geweiht.

Am Tag vor der entscheidenden Schlacht gegen Rudolf von Rheinfelden an der Weißen Elster, am 14. Oktober 1080, hatte Heinrich dem Dom bereits eine umfangreiche Schenkung zukommen lassen. In der Schenkungsurkunde heißt es „unter ihren (der Jungfrau Maria) Schutz flüchten auch wir uns zur Kirche von Speyer. (...) Dieser Kirche haben wir zum Seelenheil unseres Vaters und Großvaters, der Kaiser Konrad und Heinrich, und der Kaiserin Gisela, die dort ruhen, (...) und auch zu unserem Seelenheil“ diese Schenkung vorgenommen. Nach dem erfolgreichen Ausgang der Schlacht begann Heinrich dann Ende 1080, den Dom zu einer noch größeren Erscheinung umbauen zu lassen. Dies geschah offensichtlich auch in der Absicht, einen Kaiserdom zu errichten, der der Welt seinen Anspruch auf den Kaisertitel vor Augen führen sollte.

Im Westteil wurde die Decke abgetragen und der Bau um fünf Meter erhöht: Statt der flachen Holzdecke wurde ein lichtes Kreuzgratgewölbe nach den Idealen der damaligen romanischen Baukunst errichtet. Im Ostteil wurde der Bau bis auf die Fundamente abgerissen und auf bis zu acht Metern starken Fundamenten neu gegründet. Das Turmgewölbe im Ostteil mit seinen Spitzbögen zeigt Stilmerkmale der burgundischen Romanik. 1106, im Todesjahr Heinrichs, war der neue Dom fertig: Mit einer Länge von 444 römischen Fuß und einer Breite von 111 römischen Fuß war es das größte Bauwerk seiner Zeit.

Wie schon beim sächsischen Burgenbauprogramm war zunächst Benno II. von Osnabrück sein leitender Baumeister, der später von Otto von Bamberg abgelöst wurde, der den Bau wohl beendete.

Kurz vor Vollendung des Speyerer Doms widmete sich Heinrich auch noch dem Mainzer Dom, konnte hier jedoch nur noch den Ostchor vollenden lassen, ehe er 1106 starb (weswegen sich die Apsiden des Speyerer und des Mainzer Domes bis heute gleichen).

Das Wormser Privileg


Hauptartikel: Kammerknechtschaft

In seinem Wormser Privileg stellte Heinrich IV. im Jahre 1090 die Rechte der Wormser Juden fest, als da wären: Schutz von Leben und Eigentum, Freiheit von wirtschaftlichen Betätigung und Religionsausübung, Recht zur Beschäftigung christlichen Hauspersonals, Autonomie der Gemeinde in innerjüdischen Rechtsangelegenheiten und Festlegung einer verbindlichen Verfahrensordnung für Streitigkeiten zwischen Juden und Christen. Hiermit schuf er ein bahnbrechendes Rechtsstatut, das im Positiven wie im Negativen für Jahrhunderte das Verhältnis zwischen Juden und Christen prägen sollte.

Literatur


Quellen

  • Quellen zur Geschichte Kaiser Heinrichs IV. Wiss. Buchgemeinschaft, Darmstadt 1968 (= Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe 12). Enthält u.a.: Bruno von Merseburg: Brunonis Saxonicum bellum. Brunos Sachsenkrieg (übersetzt v. Franz-Josef Schmale, S. 191–405) und Carmen de bello saxonico. Das Lied vom Sachsenkrieg (übersetzt v. Franz-Josef Schmale, S. 142–189).
  • Lampert von Hersfeld: Annalen. Wiss. Buchgemeinschaft, Darmstadt 2000 (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe 13).
  • Quellen zum Investiturstreit: Schriften über den Streit zwischen Regnum und Sacerdotium. Lateinisch und deutsch. Hrsg. und übers. von Irene Schmale-Ott. Wiss. Buchgemeinschaft, Darmstadt 1984 (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe).

Sekundärliteratur

  • Gerd Althoff: Heinrich IV. WBG, Darmstadt 2006, ISBN 3-534-11273-3.
  • Egon Boshof: Die Salier. Kohlhammer Verlag, Köln 2000, ISBN 3-17-016475-9.
  • Egon Boshof: Heinrich IV. – Herrscher an einer Zeitenwende, Musterschmidt-Verlag, Göttingen 1990, ISBN 3-7881-0108-3.
  • Mechthild Black-Veldtrup: Kaiserin Agnes (1043–1077), quellenkritische Studien. Böhlau Verlag, Köln 1995, ISBN 3-412-02695-6.
  • Hans K. Schulze: Hegemoniales Kaisertum: Ottonen und Salier. Goldmann, München 1998, ISBN 3-442-75520-4.
  • Stefan Weinfurter: Canossa. Die Entzauberung der Welt. Beck, München 2006, ISBN 3-40-653590-9.
  • Bernd Schneidmüller/Stefan Weinfurter (Hrsg.): Die deutschen Herrscher des Mittelalters, Historische Porträts von Heinrich I. bis Maximilian I.. Beck, München 2003.

Weblinks


Mann | Deutscher | Salier | Herzog (Bayern) | Herzog (Franken) | Kaiser (HRR) | Geboren 1050 | Gestorben 1106

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