Eine Heimwehr ist im allgemeinen eine paramilitärische Einheit.
In Österreich bildeten sich nach Ende des Ersten Weltkriegs Heimwehren in einzelnen Gebieten aus verschiedenen Selbstschutzverbänden, die sich später auch zusammenschlossen, zuerst in Tirol. Sie wurden von einigen Industriellen vor allem aus der Steiermark unterstützt. Dadurch bildeten sie ein Gegengewicht des Schutzbundes. Durch ihre uniformähnliche Tracht mit einem Hut mit einer Feder wurden sie auch Hahnenschwanzler genannt.
So waren Heimwehrgruppem in Grenzstreitigkeiten mit ungarischen und Truppen des SHS-Staats (späteres Jugoslawien) involviert. Nach Einstellung der Kampfhandlungen wurden sie zum militärischen Arm des Christlichsozialen sowie des Deutschnationalen (Großdeutschen) Lagers. Im Jahr 1927 wurde nach dem Justizpalastbrand die Lage zwischen Schutzbund und Heimwehr zunehmend radikalisiert. Die Heimwehren wurden von Ignaz Seipel unterstützt und gewannen dadurch politisch an Stärke. 1930 bekannten sie sich im Korneuburger Programm(auch: Korneuburger Eid), in dem sie eine Gegenposition zum Linzer Programm der Sozialdemokraten einnahmen, zum Austrofaschismus.
Im österreichischen Ständestaat (1934-1938) hatten sie polizeiliche und sicherheitstechnische Aufgaben. Später gingen sie in der Vaterländischen Front und in der "Frontmiliz" auf, da Engelbert Dollfuß alle Wehrverbände verboten hatte.
Österreichische Geschichte | Österreichische Militärgeschichte | Austrofaschismusparamilitärische Organisation
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