Unter Heimtierbedarf ist ein Marktsegment mit einer breit gefächerten Palette von Produkten und Dienstleistungen für Heimtiere zusammengefaßt.
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Während Haustiere noch vor einigen Jahrzehnten vor allem von Essensresten aus dem Haushalt der gastgebenden Familie gefüttert wurden werden deutsche Hunde und Katzen heute zu 90% mit industriell gefertigtem Fertigfutter ernährt. Die Produktpalette hat sich auf "punktgenaue" Abstimmung für das Tier ausdifferenziert. So gibt es rassen- und altersspezifisches Futter, "Indoor"- und "Outdoor"-Futter für Katzen, Spezialfutter für Hunde mit Verdauungsstörungen usw.. Der führende Fachdiscounter bietet über 10.000 verschiedene Artikel an. Die Umsätze für Heimtier-Fertignahrung lagen 2004 bei 2,15 Milliarden Euro, für Zubehör wie Hundekauknochen, Katzenstreu und Kratzbäume wurden 760 Millionen Euro ausgegeben. Damit liegen die Deutschen nach den Briten und Franzosen im europäischen Vergleich in der Spitzengruppe.
Nach einer Schätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sparen die deutschen Krankenkassen durch das Halten von Haustieren 5,6 Milliarden Euro jährlich. Wer ein Haustier hat, geht im Schnitt seltener zum Arzt als Menschen ohne Haustier.
Das Argument, kein Geld zu haben, spielt nach Umfragen bei der Entscheidung für oder gegen ein Haustier so gut wie keine Rolle. Nach Branchenbeobachtungen hat sich die Rolle der Haustiere dahingehend verändert, dass sie wie Familienmitglieder und manchmal wie Kinder behandelt werden.
Entsprechende Verschiebungen sind auch bei den Preiskategorien der Heimtierprodukte festzustellen: Hunde- und Katzenhalter kaufen zunehmend Noname Produkte und somit besonders billig oder aber besonders teuer ein. Das mittlere Preissegment in dem sich die klassische Markenware bewegt gerät in Bedrängnis. Discounter wie Aldi und Lidl haben sich bereits einen Marktanteil von rund 30 Prozent erkämpft.
Unter dem Druck des Discounthandels suchen die Markenanbieter nach neuen Verwöhn-Produkten. Im Waltham Centre for Pet Care & Nutrition, 150 km nördlich von London werden von ca. 50 Wissenschaftlern an tausend Labortieren neue Produkte erprobt. Ein Schwerpunkt des Interesses liegt auf der Frage, wie man Fürze und schlechten Maulgeruch von Hunden am besten entschärfen kann.
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