Heimat ist die Gesamtheit der Lebensumstände, in denen ein Mensch aufwächst. Auf sie wird seine Psyche geprägt, ihnen "ist er gewachsen". Heimat ist, wo man sich nicht zu erklären braucht.
Gegenbegriff zu Heimat ist die Fremde; falls erzwungen, das Exil.
Im übertragenen Sinne kann man von Heimat auch bei anderen Lebewesen sprechen, sogar bei Erscheinungen, die man wie Lebewesen betrachten kann. Bei diesen anderen Subjekten gelten die Hauptmerkmale von Heimat sinngemäß. Beispiele:
Heimat nur geographisch (örtlich oder landschaftlich) bestimmen zu wollen, greift zu kurz. Was ein Mensch als Heimat empfindet, wird ebenso und eher noch mehr bestimmt durch die genetisch-biologische Beschaffenheit der Menschen, von denen er abstammt oder unter denen er aufwächst, durch ihre Sprache in ihrer örtlichen Besonderheit, durch ihre Geschichte, durch ihre Religions- und Rechtsvorstellungen, ihre Sitten, ihr Brauchtum, auch ihre kulturellen und zivilisatorischen Leistungen und die Gegenstände, in denen diese sich zeigen, kurzum ihre Lebensweise im allerweitesten Sinne.
Heimat als Lebensweise ist auch gemeint, wenn ein exilierter deutscher Schriftsteller erklärt, seine Heimat sei die deutsche Sprache oder die deutsche Literatur. Heimat als Lebensweise meint auch das Bekenntnis eines Seefahrers: "Meine Heimat ist das Meer".
Ciceros Bemerkung Patria est, ubicumque est bene (lat.) = "Vaterland ist, wo immer es gut ist" (Kurzformel: Ubi bene, ibi patria) verkehrt die Folge zur Voraussetzung. Ob das vielleicht als ironische Forderung gemeint war, müsste man aus dem Zusammenhang abzuleiten versuchen.
Hierauf aufbauend hat Bernhard Schlink in einem Essay Heimat als Utopie wieder ins Gespräch gebracht. Diese Vorstellung schiebt den ort-gebundenen Anteil des Begriffs ausdrücklich beiseite und betrachtet Heimat als "Nicht-Ort": ein Gefühl, eine Hoffnung, eine Sehnsucht, zu erleben vor allem im Exil. Dieser Gedanke sei schon lange vorgebildet in der christlichen Vorstellung von der Erde, die dem Menschen, seit er das Paradies verwirkt, nur noch Exil sei.
Wenn man versucht, das deutsche Wort Heimat in andere Sprachen zu übersetzen, gehen leicht von der sehr umfassenden Bedeutung wichtige Teile verloren.
Ins Englische lässt sich das Wort am ehesten mit homeland oder native land übersetzen.
Auf Französisch kann man lieu d'origine sagen oder pays natal. Wenn die eigene Heimat angesprochen werden soll, überzeugt am besten die einfache Wendung mon pays.
Ähnlich intim wie das deutsche Wort Heimat mutet die tschechische Vokabel domov – Heimat an, sie enthält den selben Wortstamm wie dům – Haus und domek – Häuschen.
In der Literatur existiert das allerdings unscharf abgegrenzte Genre des Heimatromans und der Heimatdichtung (vgl. Heimatschriftsteller). In den 50er und 60er Jahren wurden auch viele so genannte Heimatfilme produziert, die man oft der Trivialunterhaltung zurechnen muss. Gleichwohl gilt das nicht für das gesamte Genre, insbesondere nicht für den neuen Heimatfilm der 70er Jahre bis in die Gegenwart.