Heilig stammt wortgeschichtlich von "Heil" ab, was eine besondere Gabe bezeichnet (siehe das Stichwort) und sich abgeschwächt noch in heil = ganz wieder findet (vgl.: im englischen: heilig = holy von whole).
Im allgemeinen Sprachgebrauch ist Heilig ein religiöser Begriff mit der zugedachten Bedeutung zur göttlichen Sphäre zugehörig, einer Gottheit geweiht.
Gleichbedeutend wird das Fremdwort sakral gebraucht, auch als Gegensatz zu profan (weltlich).
Das Heilige ist das "Ganz-andere", das nicht zur naturwissenschaftlich definierbaren Welt gehört, das sich dem rationalen Zugriff entzieht, und durch Theologie oder Philosophie nur umschrieben, aber nicht definiert werden kann, da der normale Mensch in der Lehre vieler Religionen als unvollkommenes Wesen dargestellt wird, das das Vollkommene nicht begreifen kann.
Der Begriff des Heiligen wird auch als Grunderfahrung der Menschheit angesehen. Alle Religionen kennen in irgendeiner Form das Heilige, die Sphäre göttlicher Macht, und im Gegensatz dazu das Profane, das Weltliche, den Bereich menschlichen Lebens außerhalb des Heiligen Bezirks. Die Wurzel vieler Religionen liegt darin, das Heilige durch kultische und rituelle Vorgehensweisen abzusondern, damit es nicht durch das Profane entweiht oder verunreinigt wird.
Manche Stätten, Gebäude, Bäume, oder Berge werden als heilige Orte bezeichnet, besonders im Animismus; aber auch im Christentum, etwa, wenn ein Heiliger (Vollkommener) dort gewirkt hat. Häufig wurden auch christliche Kirchen an ehemals heidnischen Heiligtümern errichtet.
Die Bezeichnung heiliger Gegenstand wie Altar, Gefäße oder Geräte für kultischen Gebrauch wird von Menschen erstellt. In der Bibel wird bei der Verehrung von Gegenständen von Götzendienst gesprochen.
In Religionen, in denen schriftliche Überlieferungen eine wichtige Rolle spielen, werden die heiligen Schriften -- im Islam der Koran, im Christentum die Bibel, im Judentum die Torah -- als heilig angesehen.
Im Judentum, Christentum und im Islam wird zwischen profan und heilig unterschieden; dabei werden von den Gläubigen auch innerweltliche Orte oder Gegenstände mit heilig bezeichnet und verehrt, z.B. die Ka'aba in Mekka, die Torarolle, die konsekrierte Hostie, der geweihte Altar überhaupt, wobei "heilig" hier auch die Bedeutung von Tabu annimmt, so dass beispielsweise der Ort Mekka von Nichtmuslimen nicht betreten, die Torarolle, die Hostie nur vom dazu Ermächtigten berührt werden darf. Hebräisch gilt in der jüdischen Tradition als heilige Sprache, und auch 'adscham zur Bezeichnung von Personen, die das Arabische nicht korrekt aussprechen (können), hat zunächst Konnotationen der Heiligkeit.
Der Buddhismus gibt zu bedenken, dass das Wort "heilig" schnell zu einem Gefängnis durch Anhaften, Festhalten, Ergreifen etc. (upadana) werden kann und damit den Prozess des Loslassens behindert.
Im Neuen Testament ist das Wort heilig weniger im Zusammenhang mit Kultus wichtig, sondern in den von Gott gewirkten Lebensäußerungen. Die Grenze zwischen heilig und profan wird relativiert, im Gegensatz zur strengen Trennung der beiden im Judentum: Gott ist Geist, damit erübrigt sich die Frage nach dem rechten Ort für die Anbetung, rein und unrein ist weniger wichtig, als die Liebe zum Nächsten (Gleichnis vom Samariter), das Prädikat heilig gilt nicht nur den Priestern, sondern allen Christen.
Heilige wurden in der frühchristlichen Zeit mit der Hilfe von Heiligenscheinen dargestellt.
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