Der Heilige Geist, auch Paraklet genannt, ist in unterschiedlichsten Religionen das höchste Geistwesen.
Im Neuen Testament wird der Heilige Geist als eine eigenständige Person aufgefasst. Nach christlicher Lehre hat die Jungfrau Maria ihren Sohn Jesus Christus durch den Heiligen Geist empfangen. Der Heilige Geist wird in Bezug auf neutestamentliche Beschreibungen durch eine Taube, Wasser oder durch Flammen symbolisiert. Im griechischen Neuen Testament erscheint der Begriff "Heiliger Geist" (Hagion Pneuma) knapp 100 mal. Lukas hebt hervor, dass Jesus sich selbst nicht als im selben Maße bedeutsam ansah wie den Heiligen Geist und gibt Jesus wieder mit (Lukasevangelium 12,10): Und wer immer ein Wort wider den Menschensohn sagt, dem wird vergeben werden. Wer aber gegen den Heiligen Geist lästert, dem wird nicht vergeben werden. Nach der Himmelfahrt Jesu wird der Heilige Geist als der von Jesus angekündigte Tröster zu Pfingsten in Gestalt feuriger Zungen auf die Jünger ausgegossen, die daraufhin in verschiedenen Sprachen predigen können (Apostelgeschichte des Lukas 2,1-13). In den neutestamentlichen Briefen ist auch von verschiedenen anderen Gaben des Geistes die Rede.
Obwohl der Heilige Geist nach christlichem Verständnis im Sinne der Dreifaltigkeitslehre Gott ist, wird er heute in der römisch-katholischen, reformierten und lutherischen Kirche im Gebet selten direkt angesprochen, jedoch öfters in einigen anderen evangelischen Kirchen, vor allem bei den Pfingstlern und in der Charismatischen Bewegung. Es gibt jedoch zahlreiche traditionelle Hymnen, wo der Heilige Geist direkt angeredet wird, beispielsweise "Nunc, Sancte, nobis Spiritus" von Ambrosius von Mailand, Komm, o Geist der Heiligkeit (Pfingstsequenz aus dem Messbuch), Komm, Schöpfergeist oder "Veni Creator Spiritus" von Rabanus Maurus, "Zieh ein zu deinen Toren" von Paul Gerhardt, Weihe an den Hl. Geist (nach Papst Pius X.), oder Heiliger Geist, der Sieg ist Dein (von Pius XI.). Im lateinamerikanischen Katholizismus ist es darüber hinaus seit ca. 30 Jahren eine Tradition, in Tageszeitungen ein Dankgebet an den Espíritu Santo zu schalten. Im Gegensatz zu den Westkirchen sind in den orthodoxen Kirchen liturgische Gebete zum Heiligen Geist im Gebrauch.
Der so genannte Filioque-Streit, das heißt die Auseinandersetzung, ob der Heilige Geist
Die Römisch-katholische Kirche und die Orthodoxe Kirche kennen das Sakrament der Firmung oder Salbung. Darin empfängt der Firmling oder Gesalbte die 7 Gaben des Heiligen Geistes, welche dessen 12 Früchte hervorrufen sollen. Im Katholizismus wird die Firmung gewöhnlich Jugendlichen von ca. 11-15 Jahren durch einen Bischof gespendet, in der Orthodoxie dagegen sofort nach der Taufe und auch durch den Priester. Die evangelische Konfirmation entstand aus diesem Ritual unter Verzicht auf die Salbung, wird aber nicht als Sakrament verstanden. Auch in der anglikanischen Kirche wird die Konfirmation durch den Bischof durch das Auflegen der Hände gespendet, damit der Firmling im Heiligen Geist gestärkt wird.
Einige christliche Konfession sprechen statt von Salbung oder Firmung von Versiegelung.
Außerdem feiern die Christen fast aller Kirchen 50 Tage nach Ostern Pfingsten als den Tag, an dem der Heilige Geist auf die Jünger Jesu ausgegossen wurde.
In der Geschichte der christlichen Mission sind oft Elemente des christlichen Glaubens mit inhaltlich ähnlichen Glaubensvorstellungen anderer Religionen konfrontiert, in diesem Licht neu verstanden und miteinander kombiniert worden. Manche Forscher vertreten die Ansicht, dies sei mit der christlichen Vorstellung vom Heiligen Geist und dem Urgeist Fimbultyr der nordischen Mythologie geschehen. Eine ursprüngliche religionsgeschichtliche Abhängigkeit der beiden Vorstellungen ist jedoch nicht belegbar.
Das schamanische Pantheon kennt bei manchen Völkern ebenfalls höchste Geistwesen denen alle anderen geistigen Entitäten untergeordnet sind. Dies ist aber bei den verschiedenen Nord- und Zentralasiatischen Völkern nicht durchgängig der Fall.
Die Begriffskombination RuachHaKodesh erscheint in den hebräischen Schriften nur zweimal: Jesaja Kapitel 63 und Psalm 51. Weitere Aussagen finden sich in den Spätschriften, vor allem in der Weisheitsliteratur, die allerdings im Judentum und den evangelischen Kirchen nicht als heilige Schriften gelten.
Die Kombination von ruach mit dem Gottesnamen oder der Gottesanrede ist häufig. Zu den bedeutsamsten Aussagen zählen Gen 1,2 und Psalm 104,30.
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