Ikonographische bzw. ikonografische Heiligenattribute sind kennzeichnendes Beiwerk wie Trachten, typische Gegenstände oder auch Tiere, mit denen im westlichen Mittelalter Abbildungen von Heiligen als Skulpturen oder in der Malerei versehen wurden, um ihre Bedeutung auch Schriftunkundigen zu verdeutlichen. Diese Symbole gehen meist auf religiöse Legenden oder Schriften zurück, auch auf antike Erzählungen, die Eingang in den christlichen Bilderkanon fanden.
Die folgenden Listen beziehen sich vor allem auf die westliche Heiligenmalerei, die Ikonen der Ostkirchen haben eine eigene Tradition von Heiligenattributen, die oft von der westlichen abweicht.
Allgemeine Attribute
- Abtsstab: seit 1500 in S-Form endend, bei allen heiligen Äbten und Äbtissinnen
- Bischofsstab: mit einfacher "Krümme" endend, und Mitra für alle heiligen Bischöfe
- Buch kommt bei allen Heiligen vor
- Drache: unter den Füßen bedeutet er besiegtes Heiden- oder Ketzertum
- Fahne: bei allen fürstlichen oder ritterlichen Heiligen, auch bei der Darstellung der Ecclesia
- Kelch: bei allen Priestern
- Kirchenmodell: bei allen Stiftern von Kirchen
- Kreuz: bei allen Bekennern, besonders bei Ordensmitgliedern
- Krone: bedeutet fürstliche Abkunft oder himmlischen Lohn, besonders bei jungfräulichen Märtyrerinnen
- Lanze: bei heiligen Soldaten
- Lilie: bedeutet Jungfräulichkeit
- Palmzweig: bedeutet den Sieg über Welt und Fleisch, besonders durch das Martyrium
- Pilgerstab, -tasche, -hut: bei allen Pilgern
- Reichsapfel: bei heiligen Königen
- Rosenkranz: bedeutet Verehrung Marias
- Schwert: bei allen heiligen Rittern und Enthaupteten
- Totenkopf: bedeutet Verzicht auf Lebensfreuden
- Zepter: bei heiligen Kaisern und Königen
Siehe "Attribute" im grossen BeyArs Kunstlexikon: http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_746.html
Attribute einzelner Heiliger
- Adler: Johannes als Evangelist
- Becken mit Wasser: Florian
- Beil: Matthäus, Matthias, Simon
- Bettler: Elisabeth von Thüringen
- Blumenkörbchen: Dorothea
- Brote: Elisabeth von Thüringen
- Christuskind auf der Schulter: Christophorus
- Drache im Kampf: Michael, Georg
- Drache zahm: Margareta von Antiochia
- Engel: Matthäus, Johannes der Evangelist
- Fahne, Lanze, Schild: Mauritius
- Federkiel, Buch: Theresa von Ávila
- Gans: Martin von Tours
- Gefangener: Leonhardt
- 3 Goldkugeln: Nikolaus
- Hahn: Petrus, Vitus
- Haus brennend: Florian
- Haut abgezogen: Bartholomäus
- Hellebarde: Matthäus, Matthias
- Herz mit Kreuz: Katharina von Siena
- Hirsch mit Kruzifix im Geweih: Eustachius, Hubertus
- Jesuskind: Antonius von Padua, Franz von Assisi, Joseph
- Jungfrauen unter dem Mantel: Ursula von Köln
- 3 Jungfrauen: Nikolaus von Myra
- Kelch mit Schlange: Johannes als Jünger
- Kerze: Genoveva von Paris
- Kessel : Vitus
- Kette: Leonhard
- Kopf abgeschlagen auf Schüssel: Johannes der Täufer
- Kopf abgeschlagen in der Hand: Dionysius
- Korb mit Blumen: Dorothea
- Kreuz: Helena, Matthias, Petrus
- Kreuz, X-förmig: Andreas
- Kreuz mit 3 Querbalken: Petrus
- Kruzifix: Johann von Nepomuk
- Kübel mit Wasser: Florian von Lorch
- Lamm: Agnes, Johannes der Täufer
- Löwe: Markus der Evangelist, Hieronymus
- Messer: Bartholomäus
- Muschel: Jakobus der Ältere
- Orgel: Cäcilia
- Pfeile in der Hand: Ursula von Köln
- Pfeile im Körper: Sebastian
- Pilgerflasche, -stab oder -tasche: Jakobus der Ältere
- Rabe: Oswald
- Rad: Katharina von Alexandrien, Martin
- Rosen: Dorothea, Elisabeth von Thüringen
- Rosenkranz: Nikolaus von der Flüe
- Rost: Laurentius von Rom
- Säge: Simon Zelotes
- Salbbüchse: Maria Magdalena
- Schiff: Ursula von Köln
- Schlüssel: Petrus
- Schweinchen: Antonius der Eremit
- Schwert: Katharina von Alexandrien, Paulus, Barbara
- Steine in der Hand: Stephanus
- Stier: Lukas der Evangelist
- Stigmata: Franz von Assisi
- Teufel: Antonius der Eremit
- Turm: Barbara von Nikomedien
- Walkerstange: Jakobus der Jüngere
- Weinstock/Weintraube: Urban I., Urban von Langres
- Winde: Erasmus
- Wunde am Oberschenkel: Rochus
- Zimmermannsgeräte: Joseph
siehe auch: Ikonographie
christliches Symbol | Ikonografie