Heidi Rosemarie Brühl (* 30. Januar 1942 in Gräfelfing; † 8. Juni 1991 in Starnberg) war eine deutsche Schlagersängerin und Schauspielerin.
1959 schickte Vater Brühl ein Demoband seiner Tochter zur Plattenfirma Philips, die nach weiterern Probeaufnahmen einen Plattenvertrag mit Heidi Brühl abschloss. Zuerst wurde sie zusammen mit Corina Corten als die „Dolly Sisters“ ins Rennen geschickt, doch schon im August 1959 kam ihre erste Soloplatte „Chico Chico Charlie“ in die deutschen Hitparaden, wo sie bis zum Platz fünf aufstieg. Es folgten bis 1967 zwölf weitere Titel, die sich in den deutschen Hitlisten platzieren konnten. Den größten Erfolg erreichte Heidi Brühl mit dem Titel „Wir wollen niemals auseinandergehn“ von Michael Jary. Mit diesem Lied trat sie zunächst in der deutschen Vorentscheidung zum Grand Prix d'Eurovision 1960 an, landete aber hinter Wyn Hoop nur auf Platz zwei. Während dessen Titel „Bonne nuit“ schnell wieder in der Versenkung verschwand, stürmte Heidi Brühl an die Spitze der Schlagerparaden und konnte sogar eine Goldene Schallplatte entgegennehmen. 1963 vertrat sie Deutschland selbst beim Grand Prix und belegte mit dem Titel „Marcel“ von Charly Niessen den 9. Platz. In der Folgezeit widmete sie sich dem Musical, jenem Genre, das zu dieser Zeit in Deutschland noch nicht sehr bekannt war. Sie spielte und sang vor allem in „Annie Get Your Gun“ von Irving Berlin.
Kurz vor ihrem 21. Geburtstag starb Heidi Brühls Vater, der sie bis dahin gemanagt hatte und hinterließ ihr einen großen Schuldenberg. Sie siedelte daraufhin 1964 von München nach Rom um, da sie sich dort einen besseren Einstieg in das internationale Filmgeschäft versprach. Im gleichen Jahr heiratete sie den amerikanischen Schauspieler Brett Halsey. Zusammen hatte das Paar zwei Kinder, Sohn Clayton Alexander Siegfried und Tochter Nicole.
1970 ging sie in die USA, wo sie in Las Vegas zusammen mit Sammy Davis Junior und anderen amerikanischen Showstars in einer Bühnenshow auftrat. Dort erhielt sie auch zahlreiche Engagements in TV-Produktionen, unter anderem in Columbo (1972). In "Die Zwillinge vom Immenhof" (1973) und in "Frühling auf Immenhof" (1974) verkörperte sie dann erneut die nun zur Immenhof-Eigentümerin aufgerückte "Dalli"; diesmal mit dem ebenfalls äußerst beliebten Horst Janson als männlichem Partner. Anfang der 1980er Jahre kehrte Heidi Brühl, inzwischen geschieden, endgültig nach Deutschland zurück. Sie gründete einen eigenen Musikverlag und wurde auch als Produzentin tätig. Brühls Stimme ist auch zu hören als Südliches Orakel im Film Die unendliche Geschichte aus dem Jahre 1984. Zu ihren letzten Filmrollen gehörten Auftritte in den TV-Serien „Ein Fall für zwei“ und „Praxis Bülowbogen“ (beide 1987). Sie starb im Alter von nur 49 Jahren in ihrem Haus in Starnberg an Brustkrebs. Sie wurde auf dem Münchner Waldfriedhof/Alter Teil, Fürstenrieder Str. 288, beigesetzt.
Frau | Deutscher | Schauspieler | Schlagersänger | Geboren 1942 | Gestorben 1991 | Playboy-Model | Teilnehmer am Eurovision Song Contest
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