Bonn-Heiderhof.png Der Heiderhof ist ein Stadtteil von Bonn im Stadtbezirk Bad Godesberg, in den Gemarkungen der alten Ortsteile Muffendorf und Lannesdorf gelegen. Der Stadtteil liegt oberhalb des Rheintals an der Stadtgrenze zu Wachtberg. Zu dieser Grenze hin, am Rande des Siedlungsgebietes, liegt der ausgedehnte Waldfriedhof Heiderhof.
Namengebend für den Stadtteil war das Gut Heiderhof, das erstmals 1362 als „Hof Zer Heide“ erwähnt wird. Zu Beginn der 1960er Jahre wurde deutlich, dass zu dem Zeitpunkt Bonn für längere Zeit „provisorische“ Bundeshauptstadt bleiben sollte. Folglich ging man daran, die herrschende Wohnungsnot in Bonn und Bad Godesberg durch den Bau mehrerer Trabantenstädte zu bekämpfen. 1964 erfolgte der erste Spatenstich für die Siedlung Heiderhof, 1965 zogen die ersten Bewohner ein.
Im Gegensatz zu Neu-Tannenbusch war der Heiderhof als Demonstrativbauvorhaben des Bundes vor allem für Bundesbedienstete, am Rande auch für Sanierungsverdrängte aus Alt-Godesberg, geplant worden. Dementsprechend gilt der Heiderhof trotz seiner eher schlichten Architektur mit einigen Hochhäusern als gute Wohnlage. Viele der ursprünglichen Bewohner leben auch heute noch dort. So ist das Durchschnittsalter seit 1970 von damals etwas über 30 Jahren auf heute fast 50 Jahre angestiegen. Heute leben auf dem Heiderhof 5.050 Menschen.
Zwei große überörtliche Einrichtungen sind auf dem Heiderhof angesiedelt, das Pädagogisch-Theologische Institut der Evangelischen Kirche im Rheinland am Mandelbaumweg und die Wohnbau GmbH, ein bundesweit in Vermietung, Neubau, Altbausanierung und Verwaltung von Wohnungen tätiges Unternehmen, am Philosophenring.
Solange Bundestag und Bundesregierung ihren Sitz in Bonn hatten, lebten auf dem Heiderhof eine Reihe sehr bekannt gewordener Politiker, darunter Gerhard Schröder (CDU), von 1953 bis 1969 Bundesminister in verschiedenen Ressorts und Herbert Wehner (SPD), lange Jahre stellv. Vorsitzender der SPD, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag und während der Großen Koalition Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, sowie auch Hans-Dietrich Genscher (FDP), der lange Zeit als Bundesaußenminister für die Bundesrepublik Deutschland tätig war.
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