Heidenheim an der Brenz ist eine
Stadt im Osten
Baden-Württembergs an der Grenze zu
Bayern etwa 17 km südlich von
Aalen und 33 km nördlich von
Ulm. Sie ist die
Kreisstadt und größte Stadt des
Landkreises Heidenheim und nach
Aalen und
Schwäbisch Gmünd die drittgrößte Stadt der
Region Ostwürttemberg.
Heidenheim bildet ein eigenes Mittelzentrum, zu dessen Mittelbereich alle Gemeinden des Landkreises Heidenheim gehören. Die Einwohnerzahl der Stadt Heidenheim überschritt 1925 die 20.000-Einwohner-Grenze. 1935 wurde Heidenheim nach der Deutschen Gemeindeordnung zum Stadtkreis und 1948 zur unmittelbaren Kreisstadt erklärt. Am 1. April 1956 wurde sie mit Inkrafttreten der baden-württembergischen Gemeindeordnung zur Großen Kreisstadt erklärt. Mit der Gemeinde Nattheim hat die Stadt Heidenheim eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart.
Geografie
Heidenheim liegt zwischen
Albuch und
Härtsfeld am nordöstlichen Ende der
Schwäbischen Alb in einer Talweitung der
Brenz bei der Einmündung des Stubentals am Fuß des Hellensteins. Die Brenz betritt von
Königsbronn kommend, wo sie entspringt, im Nordwesten das Stadtgebiet und durchfließt es in Nord-Süd-Richtung zunächst durch die Stadtteile Aufhausen und Schnaitheim, anschließend durch die
Kernstadt und schließlich durch den Stadtteil Mergelstetten, um es im Süden in Richtung
Herbrechtingen wieder zu verlassen.
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Heidenheim an der Brenz. Sie werden im
Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt:
Aalen und
Neresheim (
Ostalbkreis),
Nattheim (Landkreis Heidenheim),
Syrgenstein (
Landkreis Dillingen,
Bayern) sowie
Giengen an der Brenz,
Herbrechtingen,
Steinheim am Albuch und
Königsbronn (alle Landkreis Heidenheim).
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet Heidenheim an der Brenz besteht aus der
Kernstadt und den zwischen
1910 und
1974 eingegliederten Gemeinden Schnaitheim,
Mergelstetten, Oggenhausen und Großkuchen. Zu allen vier Stadtteilen gehören weitere räumlich getrennte
Wohnplätze oder Ortsteile, die entweder eine lange eigenständige Geschichte haben oder als neue Baugebiete angelegt wurden. Letztere gibt es auch in der Kernstadt. Deren Bezeichnungen haben sich im Zuge der Bebauung ergeben, die Grenzen sind jedoch meist nicht festgelegt. Hierunter gehören zum Beispiel Reute, Heckental, Osterholz oder Galgenberg. Zum Stadtteil Großkuchen gehören die Siedlungen Kleinkuchen, Nietheim und Rotensohl, zu Mergelstetten gehören die Reutenen, zu Oggenhausen gehört der Heuhof und zu Schnaitheim gehört Aufhausen und der Mittelrain, wobei der Mittelrain fast als eigener Stadtteil gesehen werden kann und es nur "auf dem Papier" zu Schnaitheim gehört.
Die beiden erst bei der jüngsten Gebietsreform eingegliederten Gemeinden Großkuchen und Oggenhausen sind zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, das heißt sie haben jeweils einen von der Bevölkerung bei jeder Kommunalwahl neu zu wählenden Ortschaftsrat, dessen Vorsitzender der Ortsvorsteher ist.
Geschichte
Erste menschliche Anwesenheit hat es auf dem Stadtgebiet Heidenheims schon vor etwa 8000 Jahren gegeben, eine dauerhafte Besiedelung gab es aber erst ab etwa 1300 v. Chr. Umfangreiche Siedlungsreste sind vor allem aus der Zeit zwischen 1200 und 800 v. Chr. erhalten geblieben.
In römischer Zeit ab etwa 85 n. Chr. befand sich in Heidenheim das Kastell Aquileia mit über 1000 berittenen Soldaten. Die dort stationierte Einheit, die ala II flavia milliaria wurde später, vermutlich im Jahre 159 n. Chr., weiter nördlich nach Aalen verlegt. Das Kastell Aquileia bildete zunächst den östlichen Endpunkt des so genannten Alblimes. Doch schon bald entstand an diesem strategisch wichtigen Ort und Schnittpunkt von fünf Römerstraßen auch eine Zivilsiedlung, eine der größten römischen Städte im heutigen Baden-Württemberg. Funde belegen eine besiedelte Fläche von mindestens 15, wenn nicht 20 Hektar. Außerdem wurden unlängst bei Ausgrabungen die Reste eines repräsentativen römischen Verwaltungsgebäudes gefunden, dessen genaue Funktion noch nicht voll geklärt ist (Stand Mai 2005). Aufgrund ihrer Größe, ihrer Lage und weiterer Hinweise war Aquileia vermutlich Hauptort eines römischen Verwaltungsbezirks (vgl. Civitas). Seit 233 griffen Alamannen wiederholt die römischen Grenzbefestigungen (Obergermanisch-Raetischer Limes) an. Die Aufgabe des Limes durch die Römer 260 brachte das Ende des römischen Heidenheim. In welchem Umfang römische Bevölkerungsteile unter der neuen, alemannischen Herrschaft weiterexistierten, ist unklar, dass dies der Fall war, ist sehr wahrscheinlich.
Über das Aquileia/Heidenheim der Völkerwanderungszeit wissen wir nichts. Doch schon im 8. Jahrhundert wird Heidenheim dann erstmals (wieder) urkundlich erwähnt. Die Gründung der mittelalterlichen Stadt geht mit dem Bau des Schloss Hellenstein einher. Stadtmauern wurden abschnittsweise 1190 und 1420 errichtet. Das Marktrecht wurde der Stadt 1356 von Kaiser Karl IV verliehen bzw. bestätigt. Über die Herrschaft derer von Helfenstein kam die Stadt 1448 an Württemberg. 1462 bis 1504 gehörte die Stadt vorübergehend zu Bayern. Später gehörte sie für kurze Zeit zu Ulm. Sie war in württembergischer Zeit stets Sitz eines Amtes, das bis 1803 eine Exklave des Herzogtums Württemberg darstellte. Die damaligen territoriale Zugewinne Württembergs stellten dann die direkte Verbindung zum Hauptteil des Landes her. 1807 wurde das Amt Heidenheim zum Oberamt erhoben, aus dem 1938 der Landkreis Heidenheim hervorging, der bei der Kreisreform 1973 kaum verändert wurde.
Die Entwicklung von Dorf und Stadt in wirtschaftlicher Hinsicht ist vor allem auf Abbau und Verhüttung von Bohnerzvorkommen zurückzuführen, die bereits in der Römerzeit ausgebeutet wurden. Die Bedeutung dieses Wirtschaftszweigs schwand jedoch Anfang des 19. Jahrhunderts durch die große Konkurrenz zunächst aus Wasseralfingen und dann dem Rheinland.
Auch in der Herstellung von Stoffen erlangte Heidenheim Bedeutung. Der auf der Ostalb angebaute Flachs wurde zu Leinwand verarbeitet. Mit dem Import von Baumwolle Anfang des 19. Jahrhunderts nahm die Textilindustrie ihren Anfang, die jedoch durch die internationale Konkurrenz nach dem 2. Weltkrieg an Bedeutung verloren hat.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, 1945, wurde in Heidenheim ein DP-Lager eingerichtet für jüdische so genannte "Displaced Persons". Das Lager, in dem zeitweise bis zu 2300 Personen lebten, wurde im August 1949 aufgelöst.
Durch die Gebietsreform der 1970er Jahre erreichte Heidenheim seine heutige Gebietsausdehnung.
1984 fanden in Heidenheim die Heimattage Baden-Württemberg statt.
Bundesweit traurige Bekanntheit erlangte Heidenheim im Dezember 2003, als vor einer Diskothek in der Innenstadt drei jugendliche Spätaussiedler erstochen wurden. Als Reaktion darauf initiierten Jugendliche mit Hilfe der Stadt das Projekt Bekennt Farbe, das verschiedene Aktionen gegen Gewalt durchführt.
Religionen
Die Bevölkerung von Heidenheim gehörte ursprünglich zum
Bistum Augsburg und war dem Kapitel Heidenheim unterstellt. Schon ab
1524 drang durch
Ulm die
Reformation in die Stadt. Da die Stadt damals zu
Württemberg gehörte, wurde die Reformation ab
1535 durch Herzog
Ulrich weiterbetrieben, so dass Heidenheim über Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt war. In jener Zeit wurde die Stadt Sitz eines
Dekanats, dessen Dekanatskirche heute die Pauluskirche (erbaut
1897) ist. Die erste Pfarrkirche Heidenheims war jedoch die Peterskirche auf dem Totenberg, eine ursprünglich romanische Kirche, die mehrfach umgebaut wurde und heute als Friedhofskirche dient. Im
16. Jahrhundert wurde die Michaelskirche Pfarrkirche der Stadt. Diese Kirche wurde um
1200 erbaut,
1578 neu ausgestattet und
1621 durch einen Anbau erweitert. Der Turm wurde
1687 erneuert, der Anbau
1767 nochmals vergrößert. Mit dem Bau der Pauluskirche
1897 wechselte der Sitz des Dekans. Die Michaelskirche blieb jedoch bis heute weiterhin Predigstelle der Paulusgemeinde. Im
20. Jahrhundert nahm die Zahl der Bevölkerung Heidenheims zu, so dass weitere Gemeinden gegründet wurden. Es entstand
1958 die Christusgemeinde (Kirche von
1956), die Johannesgemeinde (Kirche mit Gemeindezentrum von
1963),
1972 die Waldkirchengemeinde (Kirche von
1975, doch hatte die Gemeinde bereits seit
1926 ein Holzkirchlein), die Versöhnungskirchengemeinde und die Zinzendorfgemeinde. Diese sechs Gemeinden der Kernstadt bilden die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Heidenheim. Auch in den Stadtteilen Mergelstetten und Schnaitheim wurde infolge der frühen Zugehörigkeit zu Württemberg die Reformation eingeführt. Daher gibt es in diesen beiden Stadtteilen jeweils eine evangelische Kirchengemeinde und eine eigene Kirche. Mergelstetten war zunächst Filiale von Bolheim, wurde aber
1700 eine eigene Pfarrei. Die heutige Kirche wurde
1843 anstelle der zwei Jahre zuvor abgebrannten Kirche errichtet. Die Schnaitheimer Kirche wurde im
17. Jahrhundert neu gebaut, doch hatte der Ort bereits vorher eine Kirche, die
1344 erstmals erwähnt wurde. Oggenhausen gehörte kirchlich zunächst zu Zöschingen und blieb zunächst katholisch. Im
17. Jahrhundert setzte sich aber auch hier der Protestantismus durch. Danach wurde der Ort von Nattheim aus versorgt, bis er
1834 eine eigene Pfarrei bekam. Die Dorfkirche wurde
1702 anstelle einer Kapelle erbaut. Großkuchen blieb infolge der Zugehörigkeit zur Herrschaft Öttingen katholisch. Das Kloster Neresheim hatte die Nutznießung der Dorfkirche. Die heute nach Großkuchen zugewanderten Protestanten werden von Schnaitheim aus versorgt. Alle evangelischen Gemeinden im Heidenheimer Stadtgebiet gehören zum Dekanat Heidenheim innerhalb der
Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Ferner gibt es in Heidenheim
Altpietistische Gemeinschaften. Anfang 2001 wurde in Heidenheim die Gemeinschaftsgemeinde Brückengemeinde gegründet. Diese Gemeinde, die innerhalb der Evangelischen Landeskirche und des Württembergischen Brüderbundes ist, will vor allem kirchenfernen Menschen wieder einen Zugang zum christlichen Glauben ermöglichen.
Katholiken gibt es in Heidenheim erst wieder seit dem 19. Jahrhundert. Für sie wurde 1882 eine eigene Kirche St. Maria gebaut. 1886 wurde eine eigene Pfarrei gegründet. Eine zweite Kirche, die Dreifaltigkeitskirche, wurde 1961 erbaut und 1962 zur Pfarrei erhoben. In Mergelstetten wurde 1957 die Christkönigkirche erbaut und 1961 zur Pfarrei erhoben. Alle drei Gemeinden bilden heute die Seelsorgeeinheit 3 innerhalb des Dekanats Heidenheim des Bistums Rottenburg-Stuttgart. In Schnaitheim wurde 1951 die St. Bonifatiuskirche erbaut und 1961 zur Pfarrei erhoben. Die Kirche St. Petrus und Paulus in Großkuchen wurde bereits 1736 auf den Grundmauern einer ältere Kirche erbaut. Zur Pfarrei gehört auch Kleinkuchen, doch gibt es dort eine Kirche St. Ulrich, die 1517 und 1746 neu erbaut wurde. Beide Pfarreien (St. Bonifatius und St. Peter und Paulus) bilden zusammen mit der Nachbargemeinde Mariä Himmelfahrt Königsbronn die Seelsorgeeinheit 2. Die Katholiken aus Oggenhausen gehören zur Kirchengemeinde Zum heiligsten Herzen Jesu Nattheim (Seelsorgeeinheit 1), die ebenfalls zum Dekanat Heidenheim gehört.
Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Heidenheim auch Freikirchen und Gemeinden, darunter die Evangelisch-methodistische Kirche, die Evangelische Immanuel Gemeinde, die Evangelische Chrischona-Gemeinde und die Volksmission entschiedener Christen e.V.. Auch die Neuapostolische Kirche und die Christengemeinschaft sind in Heidenheim vertreten.
Einwohnerentwicklung
Die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur
Hauptwohnsitze).
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¹ Volkszählungsergebnis
Eingemeindungen
Folgende Gemeinden wurden nach Heidenheim an der Brenz eingegliedert:
Politik
Gemeinderat
Der
Gemeinderat besteht seit der letzten
Kommunalwahl am
13. Juni 2004 aus 36 (vorher 35) Mitgliedern, deren Amtszeit fünf Jahre beträgt. Das Wahlergebnis lautete wie folgt:
- CDU 34,7% (+1,4) - 13 Sitze (=)
- SPD 25,2% (-5,7) - 9 Sitze (-3)
- FW 18,9% (+4,4) - 7 Sitze (+2)
- GRÜNE 15,5% (+5,6) - 5 Sitze (+2)
- DKP 5,7% (+1,9) - 2 Sitze (+1)
- Andere 0,0% (-7,5) - 0 Sitze (-1)
Bürgermeister
An der Spitze der Stadt Heidenheim an der Brenz stand in württembergischer Zeit der herzogliche
Vogt als Vorsitzender des Gerichts. Später leitete ein Obervogt, dann ein Oberamtmann oder
Schultheiß als Vertreter des Herzogs das Gericht. Ab
1802 gab es 2 Bürgermeister und 12 Beisitzer.
1819 leitete ein Stadtschultheiß die Stadt. Ihm stand seit
1822 ein Gemeinderat zur Seite. Seit
1907 trägt das Stadtoberhaupt die Amtsbezeichnung
Oberbürgermeister. Dieser wird heute von den Wahlberechtigten auf acht Jahre direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Sein allgemeiner Stellvertreter ist der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung Bürgermeister.
Ilg-rathaus-heidenheim.jpg
Stadtoberhäupter in Heidenheim an der Brenz seit 1819
Wappen
Das
Wappen der Stadt Heidenheim an der Brenz zeigt in Gold ein bärtiger, naturfarbener Heidenkopf mit roter, blau aufgeschlagener Heidenmütze und rotem, blau aufgeschlagenem Gewand. Die Stadt
flagge ist blau-rot.
Das früheste bekannte Stadtsiegel aus dem 15. Jahrhundert zeigt bereits den „redenden“ Heidenkopf. Die farbige Darstellung ist seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Patenschaft / Partnerschaften
Städtepartnerschaften:
Städtefreundschaft:
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Die Stadt liegt an der
Brenzbahn Aalen – Heidenheim –
Ulm und gehört dem
Heidenheimer Tarifverbund an. Im Stadtgebiet versorgen mehrere Buslinien den öffentlichen Personennahverkehr (
ÖPNV).
Durch die nahegelegene A 7 mit eigener Ausfahrt sowie die durch Heidenheim führenden B 19 und B 466 besteht eine gute Anbindung an das deutsche Fernstraßennetz.
Gerichte, Behörden und Einrichtungen
Heidenheim an der Brenz verfügt über ein
Amtsgericht, das zum
Landgerichtsbezirk Ellwangen und zum
Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart gehört sowie über ein
Finanzamt und ein
Notariat. Ferner ist die Stadt Sitz des Landratsamts Heidenheim.
Die Stadt ist auch Sitz des Kirchenbezirks Heidenheim der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und des Dekanats Heidenheim des Bistums Rottenburg-Stuttgart.
Ansässige Unternehmen
Größter regionaler Arbeitgeber ist die
Voith AG (
Maschinenbau) mit ca. 4.200 Arbeitsplätzen. Weitere Industrien sind Verbandsstoffe (Paul Hartmann AG), Verpackungsmittel (Carl Edelmann GmbH), Textilherstellung (C.F. Ploucquet), Elektronik (
Epcos AG) und
mittelständische Unternehmen. Ferner hat die
Carl-Zeiss-Stiftung hier ihren Sitz.
Medien
In Heidenheim erscheinen als
Tageszeitungen die Heidenheimer Zeitung und die Heidenheimer Neue Presse. Wöchentlich erscheint das Anzeigenblatt Neue Woche.
Auf Schloss Hellenstein betreibt der SWR eine Sendeanlage für vier seiner UKW-Hörfunkprogramme und das Fernsehprogramm Das Erste (10°08'59" östliche Länge, 48°40'33" nördliche Breite). Vom Funkturm am Schmittenberg werden die Hörfunkprogramme Radio Ton und DeutschlandRadio Berlin abgestrahlt (10°09'39" östliche Länge, 48°41'01" nördliche Breite).
Bildung
In Heidenheim gibt es eine
Berufsakademie, vier allgemeinbildende
Gymnasien (Hellenstein-, Max-Planck-, Schiller- und Werkgymnasium), zwei
Realschulen (Adalbert-Stifter- und Eugen-Gaus-Realschule), eine
Förderschule (Christophorusschule), fünf Grund- und
Hauptschulen mit Werkrealschule (Friedrich-Voith-Schule, Hirscheckschule Schnaitheim, Ostschule, Silcherschule Mergelstetten und Westschule) sowie sechs selbständige
Grundschulen (Bergschule, Grundschule Großkuchen, Grundschule Oggenhausen, Grundschule Reutenen, Mittelrainschule Schnaitheim und Rauhbuchschule).
Der Landkreis Heidenheim ist Schulträger der Beruflichen Schulen (Gewerbliche Schule, Kaufmännische Schule und Maria-von-Linden-Schule - Hauswirtschaftliche Schule) sowie der Arthur-Hartmann-Schule für Sprachbehinderte mit Schulkindergarten.
Die privaten Schulen Abendrealschule Heidenheim e.V., Freie Evangelische Schule Heidenheim e.V. (Grund- und Realschule), Freie Waldorfschule Heidenheim, Karl-Döttinger-Schule (Sonderschule, Sonderberufs- und Berufsfachschule), Königin-Olga-Schule (Heimsonderschule mit Schulkindergarten für blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche mit mehreren Behinderungen der Nikolauspflege Stuttgart Nikolauspflege, Private Berufsfachschule Dr. Engel, Schulkindergarten für Geistigbehinderte der Lebenshilfe und Schulkindergarten für körperbehinderte Kinder des Rehabilitationszentrum Südwest Karlsruhe runden das schulische Angebot in Heidenheim ab.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
In Heidenheim finden jährlich die Opernfestspiele im Schloss Hellenstein statt. Sie entstanden aus den früheren Schlossserenaden. Ferner gibt es jährlich Freilichtspiele im Naturtheater Heidenheim. Das Sassetheater in Heidenheim-
Schnaitheim ist eine Dauereinrichtung.
2006 wird Heidenheim die Landesgartenschau Baden-Württemberg veranstalten.
Museen
Im
Schloss Hellenstein befindet sich das Museum für
Kutschen, Chaisen und
Karren, eine Außenstelle des
Württembergischen Landesmuseums. Im Museum im Römerbad werden Funde aus römischer Zeit ausgestellt. Das Kunstmuseum in einem ehemaligen öffentlichen Bad im
Jugendstil veranstaltet Wechselausstellungen und zeigt als Dauerausstellung die weltweit größte und umfassendste Sammlung von
Picasso-Plakaten.
Bauwerke
Das bedeutendste Bauwerk und
Wahrzeichen der Stadt ist das Schloss
Hellenstein, von wo aus man einen weiten Blick über Heidenheim und seine Umgebung hat. Sehenswert ist auch der zugehörige Schlosspark. In dessen direkter Umgebung befindet sich das bereits erwähnte Naturtheater, welches zur Hälfte in eine Waldlichtung hinein erbaut ist, sowie die Naturpark/Wildpark "Eichert".
In der Innenstadt sind zu erwähnen: Die evangelische Michaelskirche (alte Pfarrkirche der Stadt), das Elmar-Doch-Haus, den Gasthof zur Krone, das Untere Tor, die Villa Waldenmaier, der Bürgerturm Türmle, die Schlossapotheke, die Webersiedlung, die Heideschmiede, das Alte Eichamt und die alte Peterskirche (heute Friedhofskirche).
An weiteren evangelischen Kirchen in der Kernstadt gibt es die Pauluskirche (erbaut 1897, heutige Haupt- und Dekanatskirche), die Christuskirche (1956/57), die Waldkirche (1972) sowie die Johannes- und die Versöhnungskirche. Die katholische Pfarrkirche St. Maria wurde 1882/83 erbaut. 1961 folgte der Bau der katholischen Dreifaltigkeitskirche.
Ein bedeutendes Industriedenkmal ist die Großturbinenhalle der Fa. Voith von 1924.
In den Stadtteilen gibt es folgende Kirchen:
- Mergelstetten: Evangelische Kirche von 1843, katholische Christkönigkirche von 1957
- Schnaitheim: Evangelische Kirche aus dem 17. Jahrhundert, katholische Kirche St. Bonifatiuskirche von 1951
- Oggenhausen: Evangelische Kirche von 1702
- Großkuchen: Katholische Kirche St. Petrus und Paulus, 1736 auf den Grundmauern einer älteren Kirche erbaut
- Kleinkuchen: Katholische Kirche St. Ulrich, 1517 und 1746 neu erbaut
Regelmäßige Veranstaltungen
Im zweijährigen Rhythmus (das nächste Mal im Mai
2006) findet der Heidenheimer Schäferlauf statt. Er wurde
1723 vom württembergischen Herzog Eberhard Ludwig gestiftet. Es handelte sich um die alljährliche Zusammenkunft der Schäfer aus Heidenheim und Umgebung. Dabei gab es jeweils ein Fest mit Festlauf und Krönung eines Schäferkönigspaares. Bis
1828 wurde der Schäferlauf abgehalten, dann folgte eine Pause bis
1922. Dann wurde er bis
1952 fünfmal abgehalten und seit
1972 gehört er wieder zum regelmäßigen Kulturprogramm der Stadt.
Außerdem findet alle 3 Jahre die "Kontakta", eine Messe, statt. Hier trifft man hauptsächlich Aussteller (
Handwerker,
Dienstleister etc.) aus der
Region.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Die Stadt Heidenheim an der Brenz hat folgenden Personen das
Ehrenbürgerrecht verliehen:
- 1907: Josef Weiss, Fabrikdirektor
- 1908: Dr. Ing h.c. Friedrich von Voith, Geheimer Kommerzienrat
- 1915: Hermann Poppe, Geheimer Kommerzienrat
- 1919: Friedrich Pfenning, Fabrikant
- 1922: Prof. Eugen Gaus
- 1928: Eugen Jaeckle, Oberbürgermeister
- 1955: Dr. Ing E.h. Dr. rer.pol. h.c. Hanns Voith
- 1967: Prof. Dr. Dr. h.c. Kurt Bittel
- 1983: Prof. Dr.rer.soc. h.c. Hugo Rupf, Senator
- 1984: Eugen Loderer, ehemaliger Vorsitzender der IG Metall
- 1993: Martin Hornung, Oberbürgermeister
- 2004: Michael Rogowski, ehemaliger Vorsitzender des BDI
Söhne und Töchter der Stadt
- 1371, 4. März, Humbert Grobherz, Steuermann Klaus Störtebekers, † 20. Oktober 1401 (enthauptet)
- 1843, 12. März in Mergelstetten, Paul Ludwig Müller, † 24. April
- 1844, 30. November, Leonhard Ableiter, † 11. Juni 1921, Lehrer
1906 in
Stuttgart, Bildhauer der Eberhardgruppe im
Stuttgarter Schlossgarten
- 1863, 29. September, Alfred Meebold, † 6. Januar 1952, Botaniker, Schriftsteller, Anthroposoph
- 1885, 26. April, Hanns Voith, † 7. Januar 1971, Unternehmer
- 1891, 15. November, Erwin Rommel, † 14. Oktober 1944, Generalfeldmarschall, Mitwisser des Attentats vom 20. Juli 1944
- 1906, 10. Dezember, Helmuth Uhrig, † 8. April 1979, Bildhauer, Maler, Holzschnitzer, Glasgestalter, gestaltete ca. 100 Kirchen in Deutschland, Kunstbeauftragter der Evangelischen Landeskirche in Württemberg
- 1907, 5. Juli, Kurt Bittel, † 30. Januar 1991, Archäologe und Vorsitzender des Deutschen Archäologischen Instituts
- 1911, 5. April, Dieter Oesterlen, † 6. April 1994, Architekt in Hannover
- 1920, 28. Mai, Eugen Loderer, † 9. Februar 1995, IG Metall-Vorsitzender von 1972 bis 1983
- 1933, 5. März, Walter Kardinal Kasper, Kurienkardinal in Rom und Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen im Vatikan
- 1941, Christa von Thurn und Taxis
- 1953, 2. September, Gerhard Thiele, Astronaut
- 1965, 13. Juli, Arnd Schmidt, Fechter und Olympiasieger
- 1971, 15. März, Ralf Bißdorf, Fechter
- 1985, 12. Januar, Michael Stegmayer, Fussballspieler beim FC Bayern München
Weitere Persönlichkeiten
- Friedrich Christoph Oetinger (* 2. Mai 1702 in Göppingen, † 10. Februar 1782). Deutscher Theologe, Theosoph und Pietist, wirkte 1743 - 1746 in Heidenheim im evangelischen Pfarramt Schnaitheim.
- Georg Elser (* 4. Januar 1903 in Hermaringen, † 9. April 1945, ermordet in Dachau). Lebte und arbeitete mehrere Jahre in Heidenheim. Verübte 1939 das gescheiterte Attentat auf Adolf Hitler im Münchner Bürgerbräukeller.
- Helmut Bornefeld (* 14. Dezember 1906 in Stuttgart-Untertürkheim; † 11. Februar 1990 in Heidenheim an der Brenz) war Kirchenmusiker, Komponist, Orgelsachverständiger, Grafiker und Autor.
- Michael Rogowski (* 13. März 1939 in Stuttgart), BDI - Präsident von 2001 bis 2004
- Emil Henß (* 24. November 1919 in Heidenheim, verst. 05.03.2006), Marinejugend Heidenheim - Reichssieger in der Mannschaft 1937
Literatur
- Württembergisches Städtebuch; Band IV Teilband Baden-Württemberg Band 2 aus Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte - Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1961
- Über Aquileia, das römische Heidenheim:
- G. Balle, Neues zum Reiterkastell Heidenheim. Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2000, S. 90-94.
- R. Sölch, Die Topographie des römischen Heidenheim. Forsch. u. Berichte Vor- und Frühgeschichte Baden-Württemberg 76, Stuttgart 2001
Weblinks
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