WieblingenPos.png Der Heidelberger Stadtteil Wieblingen liegt im Westen der Stadt am Rande des Neckars.
Wieblingen wurde erstmals 767 im Lorscher Codex genannt. In der Zeit der Industriellen Revolution starb die gewerblich betriebene Fischerei aus und es entstanden erste Fabriken, darunter auch die Wieblinger Mühle.
Im Jahre 1920 wurde Wieblingen nach Heidelberg eingemeindet. Mehr als 80 Jahre später, im Jahre 2003, leben in Wieblingen ca. 9806 Menschen. Das entspricht 7,5% der gesamten Einwohner Heidelbergs (Gesamt: 130234).
Das Zentrum Wieblinges stellt der Elisabeth-von-Thadden-Platz dar, benannt nach der scharfen Gegnerin des Nationalsozialismus, Elisabeth von Thadden, die ebenfalls die Elisabeth-von-Thadden-Schule in Wieblingen gründete. Am westlichen Ortsrand ist die Heidelberger Waldorfschule angesiedelt.
In Wieblingen ist auch der Sitz der SRH, mit der Fachhochschule Heidelberg, einem Berufsförderungswerk und dem Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg.
Seine Geschichte erlebt Wieblingen eng verbunden mit der des Kurfürsten - in Glanz wie Elend. Die älteste Ansicht Wieblingens zeigt zugleich den Kurfürsten Friedrich V. bei Einholung seiner englischen Gemahlin, Elisabeth Stuart am 7. Juni 1613. Im 30jährigen Krieg errichtet Tilly während der Belagerung Heidelbergs hier sein Hauptquartier. Mit der Einnahme Heidelbergs leidet der Ort wiederholt schwer unter den Plünderungen und Zerstörungen, die letztlich im Orléanschen Krieg ihre Fortsetzung finden, als das Dorf 1789 völlig niedergebrannt wird. Die Einwohnerzahl sinkt auf 160. Abermals gut 100 Jahre später wird Wieblingen während der Schlacht von Handschuhsheim am 24. September 1795 zum Angriffsziel der von Westen vorstoßenden Franzosen. Die vor allem durch Artilleriebeschuß hervorgerufenen Zerstörungen und nachfolgenden Plünderungen begleiten Wieblingen auch bis in das 19. Jahrhundert, ebenso bilden die wiederholten Einquartierungen durchziehender Soldaten eine drückende Last.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verändern sich die wirtschaftlichen Verhältnisse durch die Industrialisierung nachhaltig. Die gewerblich betriebene Neckarfischerei stirbt aus. Der Land- und der ohnehin nur gering verbreiteten Weidewirtschaft treten die ersten Fabrikbetriebe zur Seite: 1840 errichtet Wilhelm Helmreich, bis 1853 zudem Besitzer der Wieblinger Mühle, eine Nagelfabrik, in der erstmals auch in Wieblingen eine Dampfmaschine zum Einsatz kommt. Eine Holzwarenfabrik (Schulmöbel), eine Lackfabrik und eine Zigarrenfabrik sind ebenso zu erwähnen wie eine 1912 eingerichtete Kunstwollfabrik und die Gummifabrik "Neckar", in deren Gebäude nach dem Ersten Weltkrieg das Fahrradwerk Baltia Einzug hält. Daneben gibt es wie immer schon Handwerk aller Art in Wieblingen.
In der Folge seiner Eingemeindung nach Heidelberg 1920 entwickelt sich Wieblingen immer stärker zur Arbeiterwohngemeinde mit städtischem Vorortcharakter. Anteil daran haben ein großzügiger Wohnungsbau wie zahlreiche Neubauten, die an die Stelle älterer Häuser treten Beachtenswert ist ferner die in den 20er Jahren nach der Gartenstadtidee entstandene Eisenbahnersiedlung "Ochsenkopf", deren klein gehaltene Einfamilienhäuser und zwei- bis dreigeschossige Wohnblocks mit großen Gartengrundstücken den Siedlungscharakter prägen.
Besonders markante bauliche Akzente setzen in der jüngeren Zeit die Klinik- und Bildungseinrichtungen des seit Anfang der 70er Jahre hier errichteten größten europäischen Reha-Zentrums sowie der Wohnkomplex der GGH mit 121 Sozialwohnungen und integriertem Kindergarten entlang der Mannheimer Straße aus dem Jahr 1996.
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