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Hegemonism :: Hegel,_Georg_Wilhelm_Friedrich
 

Als Hege werden in der Jägersprache alle Maßnahmen zur Sicherung und Verbesserung der Lebensgrundlagen des Wildes bezeichnet. Die Hege ist wesentlicher Bestandteil des als "Weidgerechtigkeit" bezeichneten Selbstverständnisses der Jagd und einer verantwortungsvollen, auf nachhaltige Fürsorge gegründeten Nutzung des Wildes. Das Jagdrecht verpflichtet die Jäger zur Erhaltung eines artenreichen und gesunden Wildbestandes durch nachhaltige Sicherung und Pflege der Lebensgrundlagen des Wildes. Diese Pflicht zur Hege erstreckt sich auch auf solche Wildarten, die zwar dem Jagdgesetz unterliegen, aber durch dessen Schonzeitregelung dauerhaft nicht bejagt werden. Die Globalisierung macht es erforderlich, die bewährten Begriffsinhalte der Hege auf das zur Zeit vorrangig artenschutzorientierte internationale Wildtiermanagement zu übertragen.

Maßnahmen der Hege


  1. Sicherung der Nahrungsgrundlagen
  2. Erhaltung des erforderlichen Biotopes
  3. Verhütung und Bekämpfungen von Krankheiten, Erhaltung und Förderung von Gesundheit und körperlicher Fitness.
  4. Maßnahmen des Tierschutzes
  5. Sicherung der Fortpflanzungsfähigkeit
  6. Aufbau und Erhaltung artgerechter Altersstrukturen und Geschlechterverhältnisse
  7. Erhaltung eines natürlichen Verhältnisses zwischen Beutetieren und Beutegreifern

Erläuterung der Maßnahmen


Die Hege hat zum Ziel die Erhaltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepassten, artenreichen und gesunden Wildbestandes sowie die Pflege und Sicherung seiner Lebensgrundlagen. Die Hege muss so durchgeführt werden, dass Beeinträchtigungen einer ordnungsgemäßen land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Nutzung, insbesondere Wildschäden, möglichst vermieden werden. Das Hauptmittel dies zu erreichen, ist ein geregelter Abschuss, so dass das Wild nicht zu sehr überhand nimmt und die Menge des männlichen und weiblichen Tierbestandes in einem gesunden Verhältnis steht. Ebenso soll, um eine Entartung zu verhindern, vor allem das geringere Wild abgeschossen werden. In Deutschland zählen die Winterfütterung und die Bekämpfung von Seuchen nicht zur Hege, sondern zum Jagdschutz.

Hege für das Hochwild

Die Hege des Schwarzwildes ist in Deutschland verboten. Beim übrigen Hochwild wird bei der Hege vor allem die Nahrungsgrundlage der Tiere bedeutsam. Hier sollen möglichst günstige Lebensbedingungen geschaffen werden. Die Anlage von Wildwiesen und Wildäcker sind neben der Anpflanzung von Mischwald zu nennen. Auch Lecksteine zur Salzversorgung sollten in genügender Zahl ausgelegt werden. Suhlen sind für das Wohlbefinden des Rot- und Schwarzwildes von großer Bedeutung. Diese soll der Heger von Ästen und störenden Steinen freihalten, damit die Tiere nicht stolpern. Die Fütterung mit Kastanien, Heidekraut, Heu und anderer geeigneter Nahrung ist im Winter für traditionelle Jäger - ohne Abwägung der Notwendigkeit - immer noch selbstverständlich (missbräuchliche Wildfütterung).

Hege für das Niederwild

Zum Schutz des Niederwildes, vor allem der Hasen, kommt die Anlage von Aufenthalten in Frage, die vor Wind und Wetter und gegen Raubwild geschützt sind. Dies sind Schutzpflanzungen in freien, heckenarmen, waldlosen Feldrevieren, möglichst an Südhängen. Schneepflüge räumen im Winter den gefrorenen Boden frei und erleichtern die Äsung. Zusatzfütterung in harten Wintern (Rüben etc.) gleichen die oft mangelhafte Nahrung aus.

Kritische Bemerkungen


Der Begriff der Hege ist im Zusammenhang mit der Jagd in Misskredit gekommen, weil damit einer Manipulation der lebenden Tierwelt Vorschub geleistet wird.
  1. Was beispielsweise ist ein genetisch wertvolles Wildtier, das mit den größten Hörnern oder das mit dem größten Gewicht? – Antwort: Es gibt kein "genetisch wertvolles" Wild. Starke Hörner oder Geweihe sind nicht das Ziel der Hege. Ein artenreicher und gesunder Wildbestand ist das Ziel der Hege. Trophäen sind klischeehafte Nebeneffekte. Ein gesunder Wildbestand zeichnet sich durch starke Trophäen und ein gesundes Wildbretgewicht aus.
  2. Erhaltung des natürlichen Verhältnisses zwischen Beutegreifern und ihrer Beute wird zur Bekämpfung des Jagdkonkurrenten missbraucht. – Antwort: Das stimmt nicht. Die Jagd regelt das Verhältnis erst wieder. Durch die Überpopulation ist es den wenigen natürlichen Feinden der einzelnen Wildarten nicht möglich ein geregeltes Verhältnis zu schaffen.

Andere Verwendung des Begriffs Hege


Im entsprechenden Sinne wird auch bei der Pflege der Fischbestände von Hege gesprochen.

Den Begriff Hege gibt es auch im Sinne des alten Landgrabens mit der Bedeutung "abgesicherter Rechtsbezirk" ähnlich wie bei Burg. Beispiele: Rothenburg ob der Tauber, Schwäbisch Hall, Württembergischer Landgraben, Landgraben in Mühlhausen, Quedlinburg.

Literatur


  • Ferdinand von Raesfeld, Hans Behnke (Bearb.): Die Hege in der freien Wildbahn. Ein Lehr- und Handbuch. Parey, Berlin und Hamburg 1978, ISBN 3490154126

Jagd

 

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