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Als Heftroman (auch Groschenroman oder Groschenheft genannt) wird eine Form von Unterhaltungsliteratur bezeichnet, es handelt sich um Romane mit Heftung im Format (DIN A5) oder Romane mit Klebebindung (DIN B6). Letztere werden üblicherweise Taschenheft genannt. Die Bezeichnung Groschenhefte und Groschenroman stammt aus einer Zeit in der sie lediglich einen oder mehrere Groschen kosteten. Heute kosten die in Heftform publizierten Romane zwischen 1 und 3 Euro, sodass man eigentlich nicht mehr von Groschenromanen oder Groschenheften sprechen kann.

Heftromane finden sich ab der Mitte des 19. Jahrhunderts als in hohen Auflagen und meist wöchentlich erscheinende Druckerzeugnisse auf dem Buch - und Zeitschriftenmarkt in den meisten Ländern Europas und in Nordamerika. In England und Nordamerika wurden sie analog zum deutschen Begriff als Penny Dreadfuls oder Dime Novel bezeichnet, in Deutschland wurden im 19. Jahrhundert auch die Begriffe Eisenbahnliteratur oder (seitens der Verlage) Conversations- und Reiseliteratur verwendet. Groschenromane erschienen zunächst im "Großformat" (Quart), sppäter im Oktav- oder Duodezformat. Dem Druckbogen entsprechend hatten sie einen Umfang von 24 oder 32 Seiten, später auch von 50 bis 100 Seiten. Die Hefte waren teilweise reich illustriert. Auffällig war ein farbiges Titelbild, das eine dramatische Szene darstellte und mit einer reißerischen Unterzeile versehen war.

Vorläufer der Groschenhefte waren die "Collectionen" oder "Bibliotheksreihen". Geschrieben wurden und werden sie meist von anonymen bzw. pseudonymen Autorinnen und Autoren oder auch von Schreibkollektiven nach standardisierten Vorgaben je nach Genre. Es gibt sie in den verschiedensten Themenbereichen, sog. Frauen-, Arzt z.B. "Der Bergdoktor", "Dr. Stefan Frank" etc. -, Schicksals-, Berg/Heimat-, Schlossromane, aber auch Kriminalromane, Science-Fiction, Fantasy, Horror, Der Landser oder Wildwestromane (Western). Einige dieser Romanserien besitzen eine durchgängige Storyline, die die einzelnen Romane verbindet. Mehrere erfolgreiche Romanvorlagen gingen als Fernsehserie auf Sendung und wurden zu regelrechten Dauerbrennern (Der Bergdoktor, Dr. Stefan Frank).

In der Regel handelt es sich dem Inhalt nach um Trivialliteratur, einem Genre der Stereotypen und einfacher sprachlicher Mittel, was mitunter zur Abstemplung des gesamten Genres als "Schundliteratur" führt. Gewöhnlich stand im Mittelpunkt einer Reihe ein gemeinsamer Held, der immer wieder neue Abenteuer zu bestehen hat.

Trotz der Ablehnung gelang es in Deutschland verschiedenen Serien, geradezu Kultstatus zu erringen. Dazu gehören die Klassiker Buffalo Bill, "der Held des wilden Westens", Nick Carter, "Amerika´s größter Detektiv", Nat Pinkerton oder später die Science-Fiction-Serie Perry Rhodan, die Krimiserie um den FBI-Agenten Jerry Cotton, zu der auch einige Filme gedreht wurden, oder die Gespenster-Krimi-Serie Geisterjäger John Sinclair, nach der auch eine (kurzlebige) TV-Serie gedreht wurde.

Bekannte Autoren, die mit Heftromanen zunächst ihr Geld verdienten und deren Namen nun in anderen Zusammenhängen Bekanntheit erlangten, sind: Wolfgang Hohlbein, Karl May (= Kolportage-Autor), Stefan Wolf, Hedwig Courths-Mahler, Horst Bosetzky (= -ky) und viele andere mehr.

Trivialliteratur | Heftromanserie

Dime novel | Dime novel | Literatura wagonowa

 

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