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Hedwig Bollhagen (* 10. November 1907 in Hannover; † 8. Juni 2001 in Marwitz) war Keramikerin und Mitbegründerin der HB-Werkstätten für Keramik, die sie auch künstlerisch leitete.

1925 lernte sie an der Keramischen Fachschule Höhr-Grenzhausen bei Eduard Berdel und Hermann Bollenbach und arbeitete in den folgenden „Wanderjahren“ in der Hamelner Töpferei (1926), der Steingut- und Fayencefabrik Velten-Vordamm (1927–1930), der Staatlichen Majolikamanufaktur Karlsruhe, den Rosenthal-Betrieben in Neustadt bei Coburg (1931), der Werkstatt Wilhelm Kagel in Garmisch-Partenkirchen und schließlich als „Ladenmädchen“ in einem Kunsthandwerksgeschäft bei Tilly Prill-Schloemann in Berlin (1932). 1939 legte sie die Meisterprüfung ab.

1934 gründete sie zusammen mit Heinrich Schild (1895–1978) die HB-Werkstätten für Keramik im brandenburgischen Marwitz, die vor allem handwerklich gefertigtes Gebrauchsgeschirr und anspruchsvolle Baukeramik herstellen. Dadurch konnten die Arbeitsplätze der von der Bauhaus-Schülerin Margarete Heymann und Gustav Löbenstein gegründeten Hael-Werkstätten für Künstlerische Keramik erhalten und Mitarbeiter der Steingutfabriken Velten-Vordamm GmbH. eingebunden werden (Theodor Bogler, Max Burri). 1972 wurden die Werkstätten verstaatlicht, doch blieb Bollhagen auch in den zwanzig Jahren bis zur Reprivatisierung 1992 künstlerische Leiterin und arbeitete bis kurz vor ihrem Tod weiter. Ihre Nachfolgerin wurde Heidi Manthey, eine Schülerin von Charles Crodel, mit dem Hedwig Bollhagen seit der Zeit der Firmengründung befreundet war.

Internationale Bekanntheit erlangte Hedwig Bollhagen durch ihr schlichtes, zeitloses Alltagsgeschirr, dem in Form und Dekor eine zwanglose Verbindung von bäuerlicher Tradition und Bauhaus-Ästhetik gelingt. Sie selbst sagte dazu: „Kunst? Ach ja, manche nennen es so. Ich mache Teller, Tassen und Kannen.“ oder kürzer: „Das sind doch bloß Töppe!“

Ehrungen und Auszeichnungen


  • 1937, Goldmedaille Weltausstellung in Paris
  • 1938, Bronzemedaille Internationale Handwerksaustellung Berlin
  • 1957, Goldmedaille, München
  • 1958, Ehrenurkunde der Weltausstellung Brüssel
  • 1962, Goldmedaille in Prag
  • 1966, Theodor-Fontane-Preis
  • 1991, Ehrenausstellung auf der Antiqua in Berlin
  • 1992, Kulturpreis des Landkreises Oranienburg
  • 1994, Ehrenausstellung des Landes Berlin durch den Förderverein Keramik-Museum Berlin
  • 1996, Verdienstorden des Landes Berlin
  • 1997, Bundesverdienstorden der Bundesrepublik Deutschland

Literatur


  • Andreas Heger: Keramik zum Gebrauch – Hedwig Bollhagen und die HB-Werkstätten für Keramik (mit Werkverzeichnis). VDG Weimar, 2005, ISBN 3-89739-491-X

Weblinks


Frau | Deutscher | Deutscher Künstler | Keramiker | Geboren 1907 | Gestorben 2001

 

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