Der Begriff Kurssicherung oder Hedgegeschäft (kurz Hedging; von engl. to hedge *, „absichern“) bezeichnet ein Geschäft zur Absicherung einer Transaktion gegen Risiken wie beispielsweise Wechselkursschwankungen oder Veränderungen in den Rohstoffpreisen. Die Person oder Unternehmung, die ein Geschäft hedgen möchte, geht zu diesem Zweck eine weitere Transaktion ein, die mit dem zugrunde liegenden Geschäft gekoppelt ist. Dies findet gewöhnlich in der Form eines Termingeschäfts statt. Ein perfekter Hedge eliminiert jegliches Risiko, ist aber eigentlich nur theoretisch möglich.
Hedgegeschäfte lassen sich grundsätzlich sowohl mit börsengehandelten Instrumenten wie Futures und Optionen (oft als portfolio insurance bezeichnet) als auch außerbörslich im so genannten over-the-counter Märkten mittels nichtstandardisierter Derivate einrichten.
Der Erfolg des Kurssicherungsgeschäftes beruht auf einer preisausgleichenden Wirkung der Kursschwankungen des Grundgeschäftes durch ein entgegengerichtetes Engagement im Terminmarkt. Stimmen Kursrichtung und das Ausmaß der Kursänderungen in Spot- bzw. Kassamarkt und Terminmarkt vollständig überein, so lässt durch die Einnahme einer Gegenposition im Terminmarkt die Ungewissheit über die zukünftige Kursentwicklung des Grundgeschäftes vollständig beseitigen. Durch eine Parallelbewegung der Terminkurse zu den Spot- bzw. Kassakursen eines Marktgegenstandes gleichen sich Kursgewinne und Kursverluste mithin idealerweise vollständig aus.
Man unterscheidet zwischen Bestandshedge und antizipativem Hedge. Ein Bestandshedge dient der Absicherung einer bestehenden Kassaposition, z.B. eines Dax-Portfolios. Der antizipative Hedge würde bei einem Kauf des DAX zu einem zukünftigen Zeitpunkt eingegangen.
Um sich gegen diese Schwankungen abzusichern, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zwei einfache Beispiele werden hier vorgestellt:
Mit Hilfe von Futures kann das Unternehmen heute schon die 10.000 $, die es am Ende des Jahres erhält, zu einem bestimmten Kurs verkaufen. Dies nennt man Leerverkauf oder short gehen. Der Kurs dieses Futures für Dollar am Jahresende ist beispielsweise 0,99 € pro US-Dollar. Indem die Unternehmung eine entsprechende Anzahl von Kontrakten verkauft, bekommt sie aus dem Geschäft mit Sicherheit 9.900 €.
Sie kauft dazu eine entsprechende Anzahl von Kontrakten mit dem Recht, am Ende des Jahres 10.000 $ zum Kurs von 0,99 € zu verkaufen. Diese Option kostet 100 €. Liegt der Kurs am Jahresende bei 1,1 €, verfällt die Option wertlos und das Unternehmen erhält am Markt 11.000 € aus dem Verkauf der Bleistifte. Das Geschäft bringt dem Unternehmen daher 10.900 € - das Geld aus dem Verkauf der Bleistifte, abzüglich der Kosten zum Kauf der Option. Liegt der Kurs am Jahresende bei 0,95 €, nimmt das Unternehmen das Recht zum Verkauf wahr und erhält mittels Ausübung der Option 9.900 €. Das Geschäft bringt daher abzüglich der Kosten für die Option 9.800 €.
Wie dieses Beispiel verdeutlicht, besteht die Möglichkeit, aus unsicheren zukünftigen 10.000 € entweder sichere heutige 9.900 €, oder eine Kombination aus sicheren zukünftigen 9.800 € und unsicheren 11.000 € zu machen. Ein anderes Beispiel für einen hedge findet sich auf der Hedge (finance) zu diesem Thema.
Hedge Accounting bildet insbesondere im Rahmen der internationalen Rechnungslegung (International Financial Reporting Standards) einen der Hauptdiskussionspunkte (dies betrifft vor allem IAS 39).
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