Die Hebriden sind eine Inselgruppe 20 bis 50 km vor der Nordwestküste Schottlands.
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Geographie
Der
Archipel teilt sich
morphologisch wie politisch in die
Äußeren Hebriden (auch bekannt als
Western Isles) und die
Inneren Hebriden, getrennt durch den Little und den North
Minch, sowie die Barrapassage. Sie erstrecken sich über mehr als 200 km Länge von etwa 59°N 6°W bis 56°N 8°W und bilden für Schottlands Küste einen Wall vor den Unbilden des
Atlantiks. Von den ca. 500 Inseln mit insgesamt 7285 km² sind nur die größeren rund 70 bis 80, nach anderen Angaben nur etwa 50 Inseln, relativ spärlich besiedelt.
Geologie
Die Inseln bauen sich aus verschiedenen, aber hauptsächlich alten (ab dem
Präkambrium), kristallinen
Gesteinstypen, wie
Granit,
Gneis, darunter der bekanntere ortsspezifische Lewis-Granit oder Schiefern auf. Im inneren Inselbereich herrschen neben Gneisen und Graniten
tertiäre
Vulkanite (
Basalt) vor.
Die eiszeitliche Überformung hinterließ, trotz der geringen Höhe über dem Meeresspiegel, einen vielfältigen alpinen Formenschatz, dem auch die mehr als 100 Seen zuzurechnen sind. Höchster Punkt der Gruppe ist der grosse Sgurr Alasdair(993 m NN) in den Black Cuillins auf der Isle of Skye, zweithöchster Gipfel ist der Ben More (966 m NN) auf der Isle of Mull.
Geschichte
Die Vorgeschichte und Geschichte der Hebriden ist die meiste Zeit über eng mit der auf der Hauptinsel Schottlands verbunden. Siehe
Geschichte Schottlands. Lediglich zur Zeit des Königreichs
Dalriada und des Earltums auf
Orkney gehörten die Inseln eine Zeit lang zu Irland (bis 572 n Chr.) bzw. Norwegen (bis 1296 n. Chr.). Die Hebrideninsel Iona gehört ab 563 n. Chr. zu den Ausgangsgebieten der von Irland ausgehenden Christianisierung. Auf Skye, der Hauptinsel der südlichen Hebriden, zeigt das "Museum of the Isles" die Geschichte der Hebriden von der Ankunft der Kelten bis zur Gegenwart. Das Museum liegt im Park der Burg Armadale, dem Stammsitz des Clans der MacDonalds.
Klima
Die Hebriden liegen unter dem Einfluss fast ständiger, Feuchtigkeit tragender, kühler Westwinde. Dennoch herrscht ein mildes
Klima ohne besondere temperaturmäßige Ausschläge nach oben oder unten, da die Ausläufer des
Golfstromes bis hierhin reichen. Die
Temperatur schwankt zwischen 4 oder 5° Celsius im Januar und 12 bis 16° Celsius im Sommer, bei beständigem
Regen, insgesamt über 1000 mm bis 1200 mm im Jahr. Harter
Frost ist seltener und weniger intensiv als zum Beispiel in
London. Auch
Schneefall kommt üblicherweise nur an rund 30 Tagen im Jahr vor. Das prägnanteste
Wetterelement ist der andauernde
Wind. Durchschnittliche tägliche Windgeschwindkeiten von über 20 km/h werden in der Regel von Tageshöchstwerten von 50-85 km/h zu jeder Jahreszeit geschmückt. Für Kälteeinbrüche - in Ausnahmefällen - sorgen östliche, trockene Frühlingswinde, wenn sich stabile
Hochdruckgebiete über
Skandinavien ausbilden, sowie nördliche, arktische Luftmassen.
Boden und Vegetation
Tritt nicht das nackte
Gestein zu Tage, trägt die eher kahle Landschaft eine überwiegend dünne Bedeckung von
Torf und endlosen
Mooren, oder ist von grünen, saftigen
Wiesen und
Heide bedeckt. Auch an den Küstenstrichen wechseln sich weiße Sandstrände mit abweisenden felsigen Partien ab. Größere
Waldflächen existieren nur auf vereinzelten Inseln. Denn die Bodenmächtigkeit ist äußerst gering, da die
eiszeitliche
Gletscherbedeckung für einen vollständigen Verlust der
Humusschicht sorgten, und die Neubildung von
Boden nur sehr langsam und unter erschwerten Bedingungen stattfindet. Dazu sind die beiden hauptsächlich vorkommenden
Bodenarten entweder sehr sauer oder stark alkalisch und somit
düngemittelbedürftig und verlangen nach Aufkalkung. Deshalb sind nur rund 100000 Hektar als
Ackerland in der Nutzung.
Verwaltungsgliederung
Während die Äußeren Hebriden als
Western Isles einem eigenen Verwaltungsbezirk bilden, sind die Inneren Hebriden zweigeteilt und gehören zwei schottischen Councils der Hauptinsel an. Der nördliche Teil mit
Skye, den
Small Isles und einigen kleineren Inseln, wie
Oronsay,
Raasay,
Scalpay u.a. um Skye herum liegen im Bereich des
Highland Council. Die südliche Gruppe umfasst
Mull,
Islay,
Isle of Jura, die
Slate Islands und die
Treshnish Islands neben einigen weiteren um Mull. Sie sind dem
Argyll and Bute Council zugehörig.
Wirtschaft und Verkehr
Wirtschaft
Lokale
Rohstoffvorkommen für den regionalen und überregionalen
Handel stellen der Torf,
Sand,
Stein, z. T. als
Split und einige
Mineralien dar. Auch
Kelp wird vermarktet. Nur wenige
landwirtschaftliche Produkte sind für die
Wirtschaft von größerer Bedeutung. Wichtig sind die
Whiskyherstellung die
Viehzucht (
Rinder,
Schafe) mit den daraus gewebten
Wollstoffen, darunter der bekannte
Harris Tweed. Weiterhin gibt es einen nennenswerten
Fischfang und der
Tourismus erfuhr in den letzten Jahrzehnten einen starken Aufschwung.
Verkehr
Unter den Hauptinseln und mit dem Festland gibt es regelmäßige Fähr- und Fluglinien, die allerdings recht kostenintensiv und wetteranfällig sind. Nach der Einführung (
1964) von
Autofähren wurde in das Straßennetz der einzelnen Inseln verstärkt investiert. Auf den Hauptverkehrsadern verkehren Linien
busse im öffentlichem
Nahverkehr, im Nebenverkehr sind kleine
Postbusse eingesetzt. Einige Inseln wurden auf Grund des geringen Abstandes mit
Brücken und/oder
Dämmen miteinander verbunden. Auch die Isle of
Skye steht via
Skye-Bridge in direktem Straßenkontakt mit dem Hauptgebiet Schottlands.
Bevölkerung
Auf einigen Inseln der Hebriden, v. a. auf
Skye und auf
Lewis, wird von einem Teil der insgesamt knapp 60.000 Einwohner noch
Schottisch-Gälisch gesprochen. Konkrete verlässliche Zahlen liegen jedoch nicht vor.
Ihre Eigenarten und Lebensgewohnheiten stellt Lillian Beckwith in ihrem Roman "Die See zum Frühstück" (ISBN 3-423-11820-2) anschaulich dar.
Sehenswürdigkeiten
- Barpa Langais Cairn
- Callanish I bis XVI (Steinkreise, auf Lewis)
- Clach An Truishal Menhir (auf Lewis)
- Dun Carloway Broch (auf Lewis)
- Finlaggan (Menhir, auf Islay)
- Pobull Fhinn (Steinkreis, auf North Uist)
Literatur
- Pat Rogers (Hrsg.): Journey to the Hebrides. Yale University Press, New Haven 1993. ISBN 0-300-05210-3
enthält:
- S. Johnsen: Journey to the Western Islands of Scotland. (1775)
- J. Boswell: Journal of a Tour to the Hebrides. (1786)
Weblinks
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