Heaven’s Gate – Das Tor zum Himmel ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 1980, der als berühmtester Flop in der Geschichte Hollywoods gilt. Der Western spielt um 1890 im US-Bundesstaat Wyoming.
Der kommerzielle Misserfolg des Kinofilms führte zum Verkauf des Filmstudios United Artists.
Im Laufe der Arbeiten kam es jedoch zu Verzögerungen und Budgetüberschreitungen; in der Branche machte der Witz die Runde, dass Cimino wegen seines geradezu manischen Perfektionismus' bereits nach fünf Drehtagen vier Tage im Rückstand sei. Der Abriss und Neubau einer kompletten Straßenkulisse für mehr als eine Million US-Dollar, nur weil Cimino die Gebäude zu dicht standen (obwohl die Kulisse exakt seinen Plänen entsprach), zeigte mehr als deutlich, dass die Produktion völlig aus dem Ruder gelaufen war.
Bei den Dreharbeiten kam es obendrein zu Tierquälereien; so ist der Hahnenkampf nicht gestellt und bei verschiedenen Szenen wurden Pferde verletzt. In der Folge wurde nach Heaven's Gate durch US-Studios kein Film mehr mit Tieren gedreht, bei dem die American Humane Association nicht Aufsicht führte.
Als Cimino seinen Film mit einer Laufzeit von fünf Stunden United Artists vorstellte, ordnete das Studio an, den Film auf eine vermarktungsfähige Länge zusammenzuschneiden. Bei der Premiere am 19. November 1980 war der Film noch drei Stunden und 40 Minuten lang. Die Kritiken waren vernichtend, die New York Times sprach von einer „Katastrophe“ und verglich den Film mit einer „erzwungenen Vier-Stunden-Führung durch’s eigene Wohnzimmer“. Cimino zog diese Fassung daraufhin selbst zurück, um sie neu zu schneiden. Ein halbes Jahr wurde eine um weitere 70 Minuten gekürzte Fassung in die Kinos gebracht, die aber gerade ein Zehntel der ca. 44 Millionen US-Dollar Kosten einspielen konnte.
Die weit verbreitete Meinung, dass United Artists wegen dieses Misserfolgs in Konkurs ging, ist jedoch nicht richtig. Der Verlust war zwar ein schwerwiegender Schlag, allerdings konnte das Studio mit der James-Bond-Reihe auf eine einträgliche, dauerhafte Geldquelle zurückgreifen. Die Kritik löste jedoch bei der Eigentümerin von United Artists, der Transamerica Corporation, Bedenken aus, das eigene Ansehen könne beschädigt werden. Der Vorstand beschloss deshalb, sich vollständig aus dem Filmgeschäft zurückzuziehen, woraufhin United Artists an Metro-Goldwyn-Mayer verkauft wurde.
Nichtsdestotrotz markiert Heaven's Gate den Punkt in der Geschichte Hollywoods, an dem die Studios wieder deutlich mehr Einfluss auf die Filmproduktion nahmen.
Kurz nachdem die stark gekürzte Fassung aus Kinos verschwunden war, wurde die Premierenfassung beim Kabelsender Z Channel in Los Angeles als „Director's Cut“ gezeigt. Dies war das erste Mal in der Filmgeschichte, dass eine anders geschnittene Fassung explizit als solche in die Vermarktung ging.
Auf der Berlinale 2005 war die vollständige und restaurierte Fassung von Heaven’s Gate zu sehen (225 Minuten bei 24 Bildern pro Sekunde). Die deutsche DVD-Fassung von 2001 ist gegenüber der restaurierten Fassung leicht gekürzt.
Der Dokumentarfilm "Final Cut" von Michael Epstein (wurde auf der Berlinale 2005 gezeigt) befasst sich mit der Entstehungsgeschichte von Heaven's Gate.
Filmtitel | Filmtitel 1980 | US-amerikanischer Film | Western | Independentfilm
Heaven's Gate (film) | Heaven's Gate | Heaven's Gate (filme) | Врата рая (фильм)
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