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Hausratte
Rattus rattus04.jpg
: Mäuseverwandte (Myomorpha)
: Mäuseartige (Muroidea)
: Langschwanzmäuse (Muridae)
: Altweltmäuse (Murinae)
: Ratten (Rattus)
: Hausratte
Wissenschaftlicher Name Rattus rattus (Linnaeus, 1758) Die Hausratte (Rattus rattus), auch Dachratte genannt, ist ein zur Unterfamilie der Altweltmäuse (Murinae) zählendes Nagetier (Rodentia).

Herkunft und Verbreitung


Die Hausratte ist auch als Schiffsratte bekannt, sie wurde durch den Transport auf Schiffen weltweit verbreitet. Sie kam ursprünglich als Bewohner von wärmeren Felslandschaften in Süd- und Ostasien vor, passte sich als Kulturfolger dem Leben des Menschen an und wurde durch ihn in alle Welt verbracht. Besonders auf kleineren pazifischen Inseln mit einem fragilen Ökosystem verdrängte sie nicht nur die einheimische pazifische Ratte (Rattus exulans), sondern rottete auch zahlreiche einheimische Arten, besonders flugunfähige Vögel aus. Als ihre ursprüngliche Heimat gilt Südindien, von hier gelangte sie durch den bronzezeitlichen Handel nach Persien und dem Zweistromland. Aus Tell Isan Bahriyat (Iran) liegen Nachweise von Rattus rattus aus der Zeit um 1500 v. Chr. vor. Aus dem Zweistromland gelangte sie nach Ägypten und ins östliche Mittelmeer.

Die Verbreitung auf dem afrikanischen und dem europäischen Kontinent erfolgte wahrscheinlich in einer zweiten Ausbreitungswelle mit dem Gewürzhandel über Schiffe der römischen Kaiserzeit. Der älteste Nachweis der Hausratte in Deutschland stammt aus Ladenburg bei Mannheim, aus dem 2. Jahrhundert. Bei Grabungen nach der Stadt Haithabu wurde das Vorkommen der Hausratte um 1050 bestätigt, von wo sie sich weiter mit den Schiffen der Wikinger und später der Hanse verbreiten konnte. In Europa ist die Zahl der Hausratten stark rückgängig. Als ein Grund wird gesehen, dass die Hausratte durch die Wanderratte mehr und mehr verdrängt wird, da diese im heutigen Umfeld konkurrenzstärker ist. Große Populationen der Hausratte kommen nur noch in den Mittelmeerländern vor.

Frühe Berichte über mittelbar durch Ratten ausgelöste Pestepedemien, beispielsweise die durch Thukydides beschriebene Pest in Athen werden als indirekter Beweis für die Anwesenheit von Hausratten genutzt, aber nicht immer sind die Beschreibungen der Symptome eindeutig.

Nach Großbritannien gelangte die Hausratte vielleicht schon mit den Römern, hier wird eine Pest-Epidemie in Londinum/London im 2. Jahrhundert n. Chr. als Beleg angeführt. Die ältesten Knochenfunde stammen jedoch erst aus einem Brunnen des 4. oder 5. Jahrhunderts aus Skeldergate, York. Manche Forscher nehmen an, dass die Ratte im Frühmittelalter wieder ausstarb (schlechtere Lebensbedingungen durch das Ende städtischer Siedlungen und der Klimaverschlechterung im 7. Jahrhundert) und erst mit heimkehrenden Kreuzrittern wieder eingeführt wurde.

Größe und Gewicht


Die Hausratte hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 16 bis 24 cm, eine Schwanzlänge von 18 bis 25, der Schwanz weist 200 bis 260 Ringe auf, das Gewicht beträgt ca. 200 bis 400 g.

Die Hausratte ist nicht der Vorfahre der Farbratte, die als Versuchstier oder als Haustier gehalten und gezüchtet wird, der Vorfahre dieser Ratten ist die Wanderratte (Rattus norvegicus).

Verhalten


Die Hausratte ist nur in kälteren Regionen an menschliche Siedlungen gebunden, wo sie bevorzugt in trockenen Wohn- und Vorratsgebäuden, aber auch in Kellern und Ställen lebt. Im Freiland sucht sie sich sehr unterschiedliche Schlupfwinkel und baut dort ihr Nest. Als soziales Tier lebt sie in Gruppen, die fünfzig und mehr Individuen umfassen können. Die Fortpflanzung findet unter günstigen Bedingungen ganzjährig statt und die Tragzeit beträgt 21 bis 23 Tage. Pro Wurf werden ca. acht blinde und nackte Jungen geboren, die nach sechs Wochen selbständig werden und später die Geschlechtsreife im Alter von ca. sechs Monaten erreichen.

In den vergangenen Jahrhunderten wurden ab und zu auch Rattenkönige gefunden. Das sind zu einem Rattenhaufen zusammengewachsene Hausratten.

Symbolik


Im Chinesischen Kalender symbolisiert die Ratte als Tierkreiszeichen Fleiß, die Fähigkeit trotz Verfolgung und widriger Umstände zu überleben, Anspruchslosigkeit und Bescheidenheit.

Schadwirkung


Die wenig spezialisierten und somit sehr anpassungsfähigen freilebenden Tiere gelten gemeinhin als Nahrungsmittelschädlinge.

Die Hausratte als Krankheitsüberträger


Dadurch, dass der Rattenfloh Xenopsylla cheopsis auch die Hausratte als Wirt parasitiert, wird der Erreger der Pest, das Bakterium Yersinia (Pasteurella) pestis auch von ihr und durch sie verbreitet. Diese Bedeutung in Bezug auf die Seuche erlangt sie dadurch, dass der Rattenfloh von erkrankten Ratten auf den Menschen überwechselt und umgekehrt. Weiterhin kommen freilebende Hausratten auch als mechanische Vektoren für die verschiedensten Krankheitserreger in Betracht.

Die Hausratte als Erregerwirt


Freilebende Hausratten sind neben anderen kleinen Nagern ebenfalls Reservoirwirte für diverse Borrelienarten (Bakterien), die dann von Vektoren wie z.B. auch schon in Vorgärten vorkommenden Zecken auf Tier und Mensch übertragen werden können.

Systematik


Unterarten

Literatur


  • Horst Bielefeld - Mäuse, Gräfe und Unzer, ISBN 3-7742-1225-2
  • Storch/Welsch - Systematische Zoologie, 6. Auflage, Spektrum, ISBN 3-8274-1112-2
  • Hägermann - Das Mittelalter, Bertelsmann, ISBN 3-570-00582-8
  • Stefan Winkle - Kulturgeschichte der Seuchen, Komet, ISBN 3-933366-54-2

Weblinks


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Mäuseartige

Sort rotte | Black Rat | Rattus rattus | Mustarotta | クマネズミ | Juodoji žiurkė | Zwarte rat | Szczur śniady | Rato-preto | Чёрная крыса | Svartråtta

 

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