Als Haushaltsoptimum (auch Haushaltsgleichgewicht oder Konsumoptimum) bezeichnet man in der mikroökonomischen Haushaltstheorie diejenige Konsumentscheidung eines Individuums, die es von allen ihm zu Verfügung stehenden am stärksten präferiert.
Der Optimierungsprozess geht dabei von folgenden Annahmen aus:
Mathematisch handelt es sich beim Haushaltsgleichgewicht um eine Maximierung unter Nebenbedingungen.
Eine Indifferenzkurve (lat. indifferens: "sich nicht unterscheidend") ist die Menge aller Güterbündel, die vom Haushalt gleich gut bewertet werden, denen der Haushalt also indifferent gegenübersteht. Dabei geht man davon aus, dass solche Indifferenzkurven durch Befragen und/oder Beobachten des Haushaltes gewonnen werden können.
Unter gewissen Annahmen (siehe den Hauptartikel: Indifferenzkurve) existieren im zwei-dimensionalen (bzw. n-dimensionalen) reellen Güterraum unendlich viele konvexe Indifferenzkurven. Unterstellt man Nichtsättigung (mehr ist besser) so werden größere Güterbündel vorgezogen und liegen daher auf höheren Indifferenzkurven. Indifferenzkurven haben dann negative Steigung. Die Indifferenzkurve mit dem Punkt A enthält von allen eingezeichneten Kurven die am wenigsten, die Kurve mit D die am höchsten geschätzten Kombinationen. Zwischen den eingezeichneten Kurven liegen noch unendlich viele andere.
Die Steigung der Indifferenzkurve heißt Grenzrate der Substitution. Sie gibt an, wieviel Einheiten ein Individuum bei gleichem Nutzenniveau von Gut zwei mehr benötigt, wenn es eine (marginale) Einheit von Gut eins abgibt.
Angenommmen, ein Individuum verfüge über ein exogen gegebenes Einkommen und sehe sich einem bestimmten Vektor von -- als unbeeinflussbar empfundenen -- Preisen der Konsumgüter gegenüber. Die Budgetgerade (auch Konsummöglichkeitsgrenze, Budgetrestriktion, Bilanzgerade) stellt dann alle Kombinationen von Güterbündeln dar, die sich das Individuum mit seinem Einkommen gerade noch leisten kann.
Gibt es Güter mit Preisen und verfügt das Individuum über ein Einkommen von , so ist die Budgetmenge gegeben durch
Die Budgetgerade ist jene Teilmenge von , in welcher die schwache Ungleichung mit Gleichheit erfüllt ist, d.h., wo das Einkommen vollständig verausgabt wird. Für ist sie in nebenstehender Zeichnung exemplarisch dargestellt. Punkt A liegt nicht auf der Budgetgeraden, sondern unterhalb, d.h. dass nicht das gesamte verfügbare Budget für die beiden zur Verfügung stehenden Güter verbraucht wird. Punkt E ist nicht erreichbar: dafür reicht das Budget nicht (der Haushalt müßte sich dafür verschulden). In Punkt B wird nichts von Gut 1 konsumiert, sondern nur Gut 2 in einer Menge von . Umgekehrt gilt dies für Punkt C. In Punkt D wird das gesamte verfügbare Einkommen ausgegeben und auf Gut 1 und Gut 2 verteilt.
In der negativen Steigung der Budgetgeraden kommt zum Ausdruck, dass bei gegebenem Einkommen ein Mehr an Konsum für Gut 1 mit einem Weniger an Konsum von Gut 2 verbunden ist. Die budgetären Opportunitätskosten entsprechen dem Preisverhältnis:
Im Optimum ist die Grenzrate der Substitution gleich dem negativen Preisverhältnis
Jedem Punkt x im Indifferenzkurvensystem wird ein Nutzenindex u(x) zugeordnet, der folgende Bedingungen erfüllt, sonst aber beliebig ist:
1. Zwei Punkte, zwischen denen das Individuum indifferent ist, die also auf der gleichen Indifferenzkurve liegen, erhalten den gleichen Nutzenindex; jede Indifferenzkurve ist damit durch eine festen Wert gekennzeichnet.
2. Wird eine Kombination einer anderen vorgezogen, so erhält sie einen höheren Nutzenindex; Indifferenzkurven, die rechts-oberhalb liegen, haben somit einen höheren Wert.
Die so definierte Nutzenfunktion ist monoton (wegen der Nichtsättigung) und quasikonkav (wegen der Konvexität der Indifferenzkurven) aber nicht unbedingt konkav. Sie ist nicht eindeutig, da eine monotone Transformationen einer möglichen Nutzenfunktion das gleiche Indifferenzkurvensysten beschreibt.
Die erste Ableitung der Nutzenfunktion nach der Menge eines der Konsumgüter wird als Grenznutzen dieses Gutes bezeichnet.
Es gilt für u(x) die Beziehung (siehe Totales Differential)
Diese Beziehung stellt das Zweite Gossensche Gesetz dar. Man beachte, dass diese Beziehung sich bei monotoner Transformation von u(x) nicht ändert, und somit nicht vom jeweils gewählten Repräsentanten der ordinalen Nutzenfunktion abhängt.
Man beachte, dass eine monotone Transformation der Nutzenfunktion (z.B. ) bei gegebenen Preisen und Einkommen zum gleichen Haushaltsoptimum führt.
Formal lässt sich dies wie folgt darstellen:
= Nutzenfunktion, = Konsummenge des Gutes , = Preis des Konsumgutes , = Anzahl der Konsumgüter, = Einkommen, = subject to (= unter der Nebenbedingung, dass) Dieses Maximierungsproblem unter Nebenbedingungen lässt sich mit folgendem Lagrange-Ansatz lösen:
Die (unter den getroffenen Annahmen notwendigen und hinreichenden) Bedingungen erster Ordnung für eine optimale Konsumallokation lauten:
Die letzte Bedingung stellt fest, dass das gesamte Budget tatsächlich verausgabt wird. Die übrigen Bedingungen stellen fest, dass der mit ihrem Preis gewichtete Grenznutzen einer jeden Konsummenge für alle Güter gleich sein muss (nämlich dem Lagrange-Multiplikator). Der Lagrangemultiplikator misst den Wert (Schattenpreis), den das Individuum einer Erhöhung des Einkommens (allgemein: einer marginalen Lockerung de Budgetrestriktion) beimisst. Damit erfordert ein optimaler Konsumplan, dass, sollte tatsächlich eine marginal kleine Erhöhung des Einkommens stattfinden, es dem Individuum egal ist, für welches der Güter es dieses Mehr an Einkommen ausgeben würde.
Für je zwei Güter fordern die Optimalitätsbedingungen, dass die Grenzrate der Substitution gleich dem Preisverhältnis ist:
Dies ist eine sehr intuitive Bedingung: Die Grenzrate der Substitution auf der linken Seite gibt an, wieviel das Individuum maximal von Gut aufzugeben bereit wäre, wenn es dafür eine Einheit mehr von Gut bekommen würde (individuelle Wertschätzung). Das Preisverhältnis auf der rechten Seite gibt an, wieviel das Individuum bei gegebenen Preisen objektiv von Gut aufgeben muss, wenn es eine Einheit mehr von Gut erwerben würde. Bei einem optimierten Konsumplan stimmen individuelle Wertschätzung und Preisverhältnis überein.
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"Haushaltsoptimum".
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