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Hausa ist die Handelssprache in West-Zentral-Afrika.

Das Hausa ist eine afroasiatische Sprache und die größte Sprachgruppe der westlichen tschadischen Sprachen mit einer Sprecherzahl von ungefähr 30 bis 50 Millionen Menschen.

Alternative Namen sind Hausawa, Haoussa, Hawsa, Habe und Kado. In Nigeria und Niger wird Hausa in den Grundschulen neben der Amtssprache gelehrt, also Englisch in Nigeria und Französisch in Niger. Die Deutsche Welle strahlt in der Region ein Programm in Hausa aus. Die BBC unterhält unter dem unten angegebenen Weblink eine eigene Nachrichtenseite auf Hausa.

Verbreitung


Hausa wird in folgenden Ländern gesprochen:

  • Nigeria (Sprecher: 18.525.000, Stand 1991)
  • Niger (Sprecher: 5.000.000, Stand 1998)
  • Sudan (Sprecher: 489.000, Stand 2001)
  • Kamerun (Sprecher: 23.500, Stand 1982)
  • Benin (Handelssprache)
  • Burkina Faso (Handelssprache)
  • Ghana (Handelssprache)

Sprachcharakteristika


Es ist eine sog. Tonsprache und wird heute vorwiegend im lateinischen Alphabet ergänzt durch 4 Lautsymbole geschrieben, kommt jedoch auch in arabischen Schriftzeichen vor.

Im Hausa werden drei Töne unterschieden: hoher, tiefer und fallender Ton. In der wissenschaftlichen Transkription werden nur der Tiefton und der fallende Ton notiert. Einige wenige Ausnahmen markieren den hohen und den fallenden Ton. - Das Hausa verfügt über lange und kurze Vokale und mit /au/ und /ai/ auch über Diphthonge. - Das Konsonantensystem weist einige Besonderheiten auf: - a. Glottisverschluss (' *) leitet jede vokalisch anlautende Silbe ein: 'aiki = Arbeit. Ausgesprochen wird dieser Laut wie der deutsche Glottisverschluß, der auch im Deutschen die vokalisch anlautenden Silben einleitet: Post'amt. - b. Implosive Laute: Sie bestehen aus zwei Verschlüssen, deren einer stets der Glottisverschluß (') ist. Die Laute /b/, /d/ und /ts/ und /k/ zeigen diese Artikulationsart, d.h. neben "normalem" /b/, /d/, /ts/ und /k/ kommen die Laute /b'/, /d'/, /ts'/ und /k'/, wie auch /y'/ vor.

Typische Merkmale, die Hausa als afroasiatische Sprache charakterisieren, sind u.a. die präfigierenden Tempora des Verbs, die Genusunterscheidung der Nomina und Pronomina im Singular sowie die Pronomina.

Verwandtschaft


Das Hausa gehört zu den Tschadischen Sprachen, einem Zweig der Afroasiatischen Sprachen. Schon Richard Lepsius erkannte diese Verwandtschaftsverhältnisse. Er hielt die Haussa geradezu für eine mitten unter die afrikanischen Völker vorgeschobene alte Kolonie der Hamiten; Fr. Müller sah in ihnen zwar ein rein dunkelhäutiges Volk, glaubt aber, daß ihre früheren Wohnsitze weiter gegen Osten, in der Nähe der hamitischen Völker, gelegen gewesen seien.

Diese Diskussion ist allerdings längst veraltet - sie stellt die sogenannte Hamitenthese in den Raum. Die Hamiten konnten weder als Volk noch als andere Einheit jemals aufgefunden werden - vielmehr scheint hier ein gewisser linguistischer Rassismus nachzuwirken, derart, dass die Frage:"Wie kommen afrikanische Menschen (sprich: Neger) zu einer so ausgefeilten und vor allem flektierenden Sprache?" Vom afrikanistischen Standpunkt aus ist diese Diskussion mittlerweile seit gut 50 Jahren erledigt, geistert jedoch immer noch in den Köpfen herum.

Grammatik


Morphologie

Nominalmorphologie
Substantive und Adjektive unterscheiden zwei Genera, d.h. grammatische Geschlechter, nämlich Maskulinum und Femininum sowie die Numeri Singular und Plural. Eine Kasusunterschiedung erfolgt nicht. Adjektive kongruieren in Numerus und Genus mit dem Bezugswort und stehen in der Regel vor diesem. Feminine Substantive haben in der Regel die Endung -a, maskulin dagegen sind die meisten Substantive, die auf einen anderen Vokal oder einen Konsonanten enden. Der Pluralbildung der Substantive und Adjektive erfolgt durch verschiedene Endungen und Teil- und Vollreduplikationen. Dieses System wird in der folgenden Tabelle anhand der Substantive ƙoofàà ´Tür´ (feminin) und teebùr ´Tisch´ und des Adjektivs ƙaatòò ´groß´:

Numerus maskulin feminin
Substantiv
Singular ƙoofàà teebùr
Plural ƙoofoofii teeburoorii
Adjektiv
Singular ƙaatòò ƙaatùwaa
Plural ƙâttaa

Verbalmorphologie
Hausa besitzt ein gemischtes System aus Aspekten und eigentlichen Tempora. Diese Formen werden dabei durch tempus- und personenspezifische sog. Subjektspronomina gebildet. Die folgende Tabelle listet Formen des Verbs tàfi ´gehen´ aus den verschiedenen Tempora und Aspekten auf:

Form Analyse Übersetzung
yanàà tàfiyaa 3.Person Sg. mask. Progressiv ´er geht (gerade)´
yakàn tàfi 3.Person Sg. mask. Habitual ´er geht (normalerweise)´
yà tàfi 3.Person Sg. mask. Subjunktiv ´dass er geht´ / ´er soll gehen´
zâi tàfi 3.Person Sg. mask. Futur ´er wird gehen´
yaa tàfi 3.Person Sg. mask. Unbest. Futur ´er wird gehen´
yaa tàfi 3.Person Sg. mask. Perfektiv ´er machte´
tàfi Imperativ ´Geh !´
tàfiyaa Verbalnomen ´das Gehen´

Siehe auch


Weblinks


Allgemeine Informationen

Lernhilfen

  • http://www.univie.ac.at/Hausa/KamusTDC/CD-ROMHausa/Hausa.html
  • http://sprachen.sprachsignale.de/hausa/hausa.html

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