Römer, Frankfurt.jpg Das Haus zum Römer, auch nur Römer, ist das namensgebende mittlere Haus der Dreigiebelfassade des Frankfurter Rathauskomplexes. Es fand seine erste Erwähnung 1322 und wurde 1405 von der Stadt gekauft. Vermutlich im frühen 14. Jahrhundert erbaut ist es architektonisch trotz massiver äußerer und innerer Umbauten in den mehr als 700 Jahren nach seiner Errichtung immer noch ein Vertreter des klassischen gotischen Patrizierbaus.
1324 starb Wigel Frosch auf der Wallfahrt nach Santiago de Compostela, und entsprechend gelangte seine Frau in den Besitz der beiden Häuser. Das für die Zeit wohl gewaltige Vermögen von ihr und ihrer Mutter Katharina von Wanebach kann daran abgeschätzt werden, dass sie 1325 unter Aufwendung desselben wesentlich zur Gründung des Liebfrauen-Stiftes beitrugen.
Nur wenig später, am 4. Februar 1326 starb Gisela Frosch, womit die Häuser an Katharina von Wanebach gingen. Noch während ihrer Lebzeiten verkaufte sie das Haus zum Römer, was eine architektonische Trennung desselben vom Goldenen Frosch nach sich zog. Sie selbst starb am 9. August 1335.
Erst in einer Urkunde vom 6. Februar 1350 findet der Römer nun wieder Erwähnung. Demnach verglich sich sein damaliger Besitzer, Hartmud zum Römer, mit dem Eigentümer nördlich anstoßenden Hauses Löwenstein, Konrad zu Löwenstein. Dabei ging es um bestimmte Fenster im Römer, welche in Richtung des Hauses Löwenstein gingen. Hartmud und seine Gattin starben 1363 und 1372, womit das Haus an ihren Sohn Gottfried ging. Er wird in historischen Dokumenten mal als Gottfried von Hanau, mal als Gottfried zum Römer erwähnt.
Am 30. November 1380 verkauften Gottfried und ein Enkel Hartmuds die beiden Häuser zum Römer und zum Goldenen Schwan für 2.570 Gulden an Konrad Kölner und dessen Gattin Metze. Letzere, offensichtlich den einstigen Goldenen Frosch meinende Bezeichnung tritt in dieser Urkunde erstmals auf und wird anschließend auch beibehalten. Nach der Urkunde waren beide Gebäude zu diesem Zeitpunkt auch baulich wieder miteinander vereint worden.
1399 ist ein Gerichtsstreit dokumentiert, der sich um eine Mauer zwischen dem Römer und dem südlich anstossenden Haus Laderam drehte. Diese beanspruchten die damaligen Besitzer des Römers, Konz und Heinz zum Römer ganz für sich. Das Schöffengericht sprach beiden Hausparteien je die Hälfte des Besitzes an der Mauer zu. Konz und Heinz zum Römer waren die Söhne des 1390 verstorbenen Konrad Kölners, die sich mittlerweile nach ihrem Besitz nannten.
Ende des 14. Jahrhunderts war das Haus zum Römer noch kein öffentliches Gebäude, und doch schon Dreh- und Angelpunkt wichtiger stadtpolitischer Entscheidungen. 1388 tagten hier mehrfach die sieben Kriegsdeputierten der Römer-Gesellschaft, und zumindest einmal ist ein Essen des Stadtrates im Gebäude dokumentiert. Am 7. Oktober 1400 verhandelte hier der Rat der Stadt mit Vertretern der Gemeinde, ob man den neugewählten König Ruprecht in die Stadt einlassen sollte. Die Vertreter der Gemeinde waren allesamt Patrizier, namentlich der Gesellschaften zum Römer und zum Salzhaus.
Mit dem Kauf des Hauses zum Römer zusammen mit dem angrenzenden Goldenen Schwan durch die Stadt am 11. März 1405 endet seine zu Papier gebrachte Erwähnung als alleinstehendes Gebäude. Maßgeblich für den günstigen Gesamtkaufpreis von nur 800 Gulden, der sogar niedriger ausfiel, als der Preis von 1380, war wohl der hohe Schuldenstand von Konz zum Römer, des ältesten und somit entscheidungsführenden Bruders.
Der Name des Hauses überkam schnell als Bezeichnung für den gesamten Rathauskomplex, der nach und nach aus Häusern verschiedenster Bautypen zusammengesetzt wurde, und hat sich als solche bis in die Gegenwart erhalten. Er rührt sicher nicht, wie oft angeführt, von einer hier einst wohnenden Familie zum Römer her. Dem mittelalterlichen Namensrecht folgend, das noch keine Familiennamen im modernen Sinne kannte, benannten sich ohnehin Familien verschiedenster Herkunft nach ihrem Besitz zum Römer. Die wahrscheinlichere Theorie für die Bezeichnung ist wohl die von den hier seit jeher ein- und ausgehenden italienischen Kaufleuten, die der mittelalterliche Volksmund nach der italienischen Hauptstadt benannte.
Zu weiteren Geschichte des Römers nach dem Kauf durch die Stadt siehe: Römer (Frankfurt)
Gebäude in Frankfurt am Main Gotisches Bauwerk | Geschichte von Frankfurt am Main
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"Haus zum Römer (Frankfurt)".
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