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Haus Doorn, niederländisch Huis Doorn, in Doorn, Provinz Utrecht, Königreich der Niederlande, war der Wohnort von Kaiser Wilhelm II. im Exil und ist heute ein Museum.

Haus Doorn ist einer der merkwürdigsten Orte in Europa. Es dürfte nur wenige andere Orte geben, wo durch jeden Kubikmeter so viele verschiedene historische und kulturelle Bezugslinien laufen. Zu fast jedem europäischen Thema ließe sich in Haus Doorn eine Exkursion veranstalten - und das in nur einem Dutzend Räumen.

Das Gebäude und seine Geschichte


Einer der vielen niederländischen Landsitze, alt, viele Male umgebaut, von Hand zu Hand gegangen, zuletzt erworben als Exilssitz von Wilhelm II.

Der Ex-Kaiser fügte dem Grundstück ein neo-mittelalterliches Torgebäude hinzu, legte einen Rosengarten an und ließ für sich selbst ein Mausoleum bauen, da er weder in ausländischer Erde begraben werden, noch in ein Deutschland zurückkehren wollte, das keine Monarchie ist.

Da Holz sägen und hacken sein Zeitvertreib war, sind unter dem letzten Bewohner viele tausend Bäume aus dem das Haus umgebenden Park verschwunden.

Kaiser Wilhelm II.


Kaiser Wilhelm II. hat hier nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg seit 1920 den Rest seines Lebens im Exil verbracht. Im Rahmen der Fürstenabfindung verlor er zwar fast alle seiner ehemals 70 Schlösser in Deutschland, aber er konnte den wichtigsten persönlichen und Familienbesitz nach Doorn kommen lassen - in 59 Güterwaggons. Und seine Abfindung ermöglichte es ihm, in Doorn bis zu seinem Tode Hof zu halten.

Drei Museen in einem


Das Schloss als solches. Haus Doorn ist ein komplettes Schloss mit Hofstaat im kleinen, mit getrennten Flügeln für den Fürsten und seine Gemahlin, mit Speisesaal, Audienzzimmer, Büro des Adjutanten und großer Küche, mit Schlosspark und Mausoleum. Es dürfte nur wenige andere so kleine, so komplette Schlösser geben, die über Jahrzehnte ununterbrochen bewohnt waren.

Das Leben einer Familie. Haus Doorn ist das Haus, in dem noch fast alles genau so steht und hängt wie am Tage des Todes seines Hausherrn. Man sieht genau, wie der Kaiser und seine erste und zweite Frau dort gelebt haben. Sie haben Hof gehalten, umgeben von Erinnerungen. Und hier wartet der Sarg des letzten Kaisers immer noch auf sein Begräbnis. Kaum ein anderes Schloss zeigt so viel Persönliches.

Eine Sammlung zur Geschichte. Haus Doorn ist, eben wegen all der Gegenstände aus Familienbesitz, ein Museum, in dem so unendlich viel zur Geschichte und Kultur zu sehen ist. Das Gemälde der Krönung Kurfürsts Friedrichs III. von Brandenburg zum ersten König in Preußen, Gemälde der Freunde Friedrichs des Großen aus Sanssouci, die Schnupftabaksdosensammlung desselben, Briefe von Queen Victoria, Aquarelle von norwegischen Fjorden - um nur einige Beispiele zu nennen. Nicht zu sehen ist der Stuhl, auf dem Göring gesessen hat: den hat der Hausherr verbrennen lassen.

Weblinks


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