Harry Potter ist der Titelheld und Hauptfigur der sehr erfolgreichen Fantasy-Jugendroman-Serie der britischen Schriftstellerin Joanne K. Rowling. Harry Potter ist ein sehr talentierter Zauberer; er durchlebt in sieben geplanten Romanbänden, von denen bisher sechs erschienen sind, die sieben Jahre einer Internatsschule für Zaubererei und Hexenkunst, die er nach dem Muster einer britischen Sekundarstufenschule im Alter von elf Jahren beginnt. Jeder Band steht dabei für ein Schuljahr. Das Schulgeschehen ist ständig überschattet von einem schicksalshaften Konflikt zwischen Harry und dem Schwarzmagier Lord Voldemort und seinen Anhängern.
Die Romane kann man dem Genre der Internatsbücher zuordnen, das in Großbritannien weit verbreitet ist. Dem klassischen Kinderabenteuer wird hier ein magisches Element beigemischt.
Die Dursleys hassen und fürchten alles Magische. Harry behandeln sie sehr schlecht, vor allem versuchen sie zu verhindern, dass sich bei ihm die von ihnen gefürchteten magischen Fähigkeiten entwickeln können. An Harrys elften Geburtstag überbringt der Schlüsselbewahrer und Wildhüter der Zauberschule Hogwarts, Rubeus Hagrid, an Harry die Einladung zur Aufnahme ins erste Schuljahr. Durch Hagrid erfährt Harry zum ersten Mal etwas über seine Herkunft und die magische Welt.
Hogwarts ist eine Schule für Hexerei und Zauberei im Norden der Britischen Insel, in denen Kinder mit magischen Fähigkeiten während ihrer siebenjährigen Schulzeit in der Zauberkunst unterwiesen werden. Dieses Internat ist der wichtigste Schauplatz der Geschichte. In Hogwarts gibt es die vier teilweise konkurrierenden und rivalisierenden Schulhäuser Gryffindor, Hufflepuff, Ravenclaw und Slytherin. Harry wird - wie seine beiden Freunde Hermine (engl. Hermione) Granger und Ron Weasley - dem Haus Gryffindor zugewiesen. Gegenpart des Hauses Gryffindor, als dessen Haupttugend der Mut gilt, ist traditionell das Haus Slytherin, das eine große Nähe zur schwarzen Magie besitzt und aufgrund des häufig bösartigen Verhaltens seiner Mitglieder auch bei den anderen Häusern unbeliebt ist. Ein Schüler aus dem Haus Slytherin ist Draco Malfoy, der sehr schnell zu Harrys Erzfeind in Hogwarts wird.
Jeder Band der Reihe umfasst jeweils ein Schuljahr in Hogwarts. Die Handlung der Romane spielt jeweils auf zwei Ebenen. Eine Ebene umfasst den Schulalltag und die Abenteuer, die Harry, Hermine und Ron während eines jeden Jahres erleben. Zumeist kommen die drei dabei einem Geheimnis auf die Spur, das im Finale jedes Bandes jeweils gelüftet wird. Neben diesen jeweils abgeschlossenen Episoden gewinnt im Verlauf der Bände jedoch zunehmend die zweite Ebene an Bedeutung, auf der die Feindschaft zwischen Harry und Voldemort im Mittelpunkt steht. Voldemort erstarkt nämlich im Laufe von Harrys Schulzeit wieder und wird zu dessen eigentlichem Gegenspieler. Dieser Handlungsstrang verbindet die einzelnen Bände miteinander, in denen jeweils immer etwas mehr von der Vorgeschichte bekannt wird, die zur Ermordung von Harrys Eltern geführt hat. Abgeschlossen sein wird diese Rahmenhandlung jedoch erst mit dem Ende des letzten Bandes.
Nach dem Todestag des Geistes Fast Kopfloser Nick zu schließen (in Band 2 besuchen Harry und seine Freunde seine 500. Todestagsfeier *), sind die Romane in den Jahren 1991/92 bis 1997/98 angesiedelt.
Obwohl die Harry-Potter-Reihe noch nicht vollendet ist (der 7. und letzte Band steht noch aus) und seit dem Erscheinen des 1. Bandes noch keine zehn Jahre zurückliegen, gilt der Romanzyklus bereits als moderner Klassiker. Dafür spricht nicht zuletzt die Beliebtheit der Bände über alle Altersgruppen hinweg, was im Begriff des sogenannten All-age-Genres zum Ausdruck kommt.
Kritisiert wurden die Harry-Potter-Bücher häufig von christlich-fundamentalistischen Gruppen, die darin eine Verharmlosung und Verbreitung von Okkultismus sehen; dieser Vorwurf wurde von Joanne K. Rowling jedoch als unsinnig zurückgewiesen.
Ursächlich dafür mögen wohl auch literarische Wortspiele mit christlich-lateinischer Anspielung sein, wie beispielsweise einer der drei unverzeihlichen Flüche, der Cruciatus-Fluch (lat. cruciatus, Folter, Qual, Marter, Kreuzigung). Dabei wird zum einen die kirchliche Dreifaltigkeit in Bezug genommen (Vater, Sohn, Heiliger Geist), zum anderen aber auch die Kreuzigung.
Der aufmerksame Leser der englischen Fassungen merkt schnell, dass die Autorin besonders bei Namensgebungen ein Faible für Wortspiele hat. Ein Beispiel hierfür ist „Diagon Alley“, die englische Bezeichnung der Winkelgasse. Zusammengezogen und bereinigt erhält man das Wort „diagonally“, das im Deutschen mit „diagonal“ übersetzt wird.
Weiterhin stehen die Romane auch wegen ihrer für Kinder- und Jugendliteratur außergewöhnlich drastischen Gewaltdarstellungen in der Kritik. Unter anderem wird kritisiert, dass Harry Potter schon als Elfjähriger in kriegsähnliche Geschehnisse involviert ist und einzelne Kämpfe auf Leben und Tod in die ganz normale Schulunterrichts-Punktewertung eingehen. Auch bei vielen anderen Gelegenheiten gehören Lebensgefahr und Grausamkeiten zum ganz normalen Schulalltag der Kinder – ein aus Sicht der Kritiker nicht ganz unproblematisches Vorbild. Die Verfilmungen fallen durch nicht wenige allein schon optisch höchst absonderliche und besonders bei kleineren Kindern Angst und Schrecken hervorrufende Phantasiewesen auf.
Die sieben Bände des Zyklus entsprechen den sieben Schuljahren in Hogwarts. Bisher sind sechs Bände erschienen (in Klammern jeweils Originaltitel und Ersterscheinungsjahr):
2001 erschienen von Joanne K. Rowling zugunsten der Hilfsorganisation Comic Relief zwei Minibücher:
Die Cover der deutschsprachigen Ausgaben der Harry-Potter-Reihe wurden von Sabine Wilharm gestaltet. Aufgrund der Beliebtheit der Reihe über den klassischen Kinder- und Jugendbuchmarkt hinaus wurden vor einiger Zeit in Großbritannien wie in Deutschland spezielle Ausgaben für Erwachsene aufgelegt. Diese sind textgleich mit der Kinderbuchausgabe, haben jedoch eine andere Umschlaggestaltung.
Rowling hat sich nach eigenen Angaben beim Schreiben ihrer Bücher von keinem anderen Werk beeinflussen lassen als von Das kleine weiße Pferd von Elizabeth Goudge. Nach ihrer Meinung fließt jedoch „alles, was man je gelesen hat“ in einen Roman ein. Häufig wird J. K. Rowling auch mit Roald Dahl verglichen, der jedoch laut J. K. Rowling nicht zu ihren Lieblingsautoren zählt.
Parallelen lassen sich zu dem 1990 erschienenen vierteiligen Comic The Books of Magic von Neil Gaiman erkennen. Die Reihe behandelt einen Teenager, der erfährt, dass er der größte Magier aller Zeiten werden könne. Wie Harry Potter hat er eine Eule als Haustier.
Weitere Parallelen lassen sich auch zwischen „Das Geheimnis von Bahnsteig 13“ von Eva Ibbotson und Harry Potter erkennen. Der Bahnsteig 13 befindet sich ebenfalls am Bahnhof King's Cross und gibt Zugang zu einer anderen Welt.
Die amerikanische Kinderbuchautorin Nancy Stouffer vertritt die Ansicht, dass J.K. Rowling für ihre Werke Namen, Begriffe und grundlegende Handlungsstränge aus Stouffers Büchern The Legend of Rah and the Muggles und Larry Potter and His Best Friend Lily entnommen habe. Nach einem dementsprechenden Schreiben reichten Scholastic Inc. und Warner Bros. Klage gegen Nancy Stouffer ein, um feststellen zu lassen, dass keine Urheberrechtsverletzungen vorliegen. Die Beklagte erhob daraufhin Gegenklage, um ebendiese Verletzung feststellen zu lassen. Den Prozess im September 2002 gewann der Antragsteller der Hauptklage (Grund dafür war die Vorlage von nicht originalen Dokumenten, welche die Verteidigung unterstützen sollten), Stouffer wurde zu einer Entschädigung an die klagende Partei in Höhe von 50.000 US-Dollar verurteilt, ihre Gegenklage wurde abgewiesen. Sie kündigte daraufhin (bisher ohne Realisierung) an, aufgrund des aus ihrer Sicht unfairen Prozesses einen neuen anstreben zu wollen.
Vielfach ist versucht worden, Parallelen zwischen J. K. Rowlings Leben und ihren Büchern herzustellen. Nicht alle davon sind zutreffend. So gab es in Rowlings Nachbarschaft in Winterbourne, wo sie in den 70er Jahren wohnte, einen Jungen namens Ian Potter, der später behauptete, er habe als Kind zu Joanne Rowlings engsten Freunden gehört und ihre Fantasie beflügelt, indem sie sich immer als Hexen und Zauberer verkleidet hätten. Dadurch sei Ian Potter das wirkliche Vorbild für Harry Potter. Rowling schreibt dazu auf ihrer Website, dass dies nicht stimme und sie nur noch wenige Erinnerungen an diesen Jungen habe.
Die nachfolgend aufgezählten Parallelen stammen hauptsächlich aus Rowlings eigenen Aussagen.
Weitere Preise, die das Hörbuch erhielt:
Warner Brothers sicherte sich schon früh die Filmrechte an der Buchreihe und produziert seit 2001 fast jedes Jahr einen neuen Film. Bisher sind die ersten vier Bände verfilmt worden:
In der Liste der erfolgreichsten Filme rangieren alle vier bisher verfilmten Teile unter den ersten 16 Plätzen. Die ersten drei Filme spielten dabei über 2 Mrd € ein und der vierte Teil ist mit einem bisherigen Einspielergebnis von über 750 Mio. € bereits auf dem 8. Platz der besten Filme.
Es ist vorgesehen, alle Bände mit denselben Darstellern zu verfilmen, allerdings musste der 2002 verstorbene Darsteller von Albus Dumbledore, Richard Harris, ab dem dritten Film durch Michael Gambon ersetzt werden. Harry Potter und der Orden des Phönix (Regie: David Yates) soll am 12. Juli 2007 in die deutschen Kinos kommen. Harry Potter und der Halbblutprinz folgt dann voraussichtlich 2008. Bekannt ist nur, dass der Ron Weasley verkörpernde Rupert Grint einen Vertrag für alle Filme hat. Ob die anderen Hauptdarsteller wie Daniel Radcliffe (Harry Potter) oder Emma Watson (Hermine Granger) auch mitspielen, ist noch offen.
Pünktlich zum Kinostart des ersten Harry-Potter-Films Harry Potter und der Stein der Weisen (2001) brachte die dänische Spielzeugfirma LEGO eine Harry-Potter-Produktserie auf den Markt. Diese umfasst hauptsächlich viele mit LEGO-Steinen modellierte, den Filmen nachempfundene Handlungsschauplätze, beispielsweise Hagrids Hütte, den Hogwarts-Express, das Schiff der Durmstrangs, einzelne Räume aus Hogwarts und sogar das ganze Schloss im Kleinformat, inklusive der Hauptcharaktere als kleine Figuren. Daneben wurden in den Jahren 2001 und 2002 auch spezielle Harry-Potter-Versionen des PC-Programms LEGO Creator herausgebracht, mit dem man virtuelle LEGO-Welten im Computer bauen kann.
Der überraschende Erfolg von Harry Potter führte zu Beginn der 2000er zu einem Boom von Fantasy-Romanreihen für Kinder und Jugendliche, die häufig mit Harry Potter verglichen und daran gemessen werden. Zu nennen sind dabei etwa Artemis Fowl von Eoin Colfer oder Molly Moon von Georgia Byng, im deutschen Sprachraum zum Beispiel Peter Freund (Laura und das Geheimnis von Aventerra und Fortsetzungen) oder Kai Meyer (Merle und die fließende Königin). Inhaltlich haben allerdings die meisten dieser Bücher nicht mehr mit Harry Potter gemein, als dass sie die Entwicklung von Jugendlichen in einer fantastischen Welt zeigen. Derartige Bücher gab es auch schon vor den Harry-Potter-Büchern, wie die Trilogie His Dark Materials von Philip Pullman, die zur selben Zeit ebenfalls relativ erfolgreich war und deren erster Band Der goldene Kompass 1996 erschien, also ein Jahr vor Harry Potter. Gleiches gilt für die Bücher von Cornelia Funke.
Eine Parodie auf die Harry-Potter-Romane wurde von Michael Gerber unter dem Titel Barry Trotter und die schamlose Parodie (Barry Trotter and the Unauthorized Parody) geschrieben. Sie erschien im Herbst 2003 auch in Deutschland. 2004 erschien der zweite Band Barry Trotter und die überflüssige Fortsetzung (original: Barry Trotter and the Unnecessary Sequel). 2006 auch der dritte Band Barry Trotter und der unmögliche Anfang (original: Barry Trotter and the Dead Horse, ein Prequel zu den vorherigen Parodien, erschienen.
Im Juni 2005 ist mit Terry Rotter und der Stein des Anstoßes der erste Teil einer kostenlosen Parodiereihe von Andreas Müller als E-Book erschienen. Mittlerweile wurde der zweite Roman der Reihe Terry Rotter und die fragwürdige Kammer der schieren Schrecklichkeit veröffentlicht. Ein dritter Teil mit dem Titel Terry Rotter und der politische Gefangene ist in Arbeit.
Seit 2004 wird im Blog "BatzLOG" von Oliver Lysiak die schwule Variante von Harry Potter erzählt. Garry Poppers * schildert als Mischung aus Parodie und ernsthafter Geschichte die Erlebnisse des Jungen Garry im homosexuellen Internat St. Constantine alias „Cockwarts“.
Eine filmische Harry-Potter-Parodie ist das TV-Special Berndi Broter und der Kasten der Katastrophen mit Bernd dem Brot, das der KI.KA Ende 2003 zunächst als Fünfteiler in der Kindersendung Chili TV und im Mai 2004 noch einmal komplett am Stück zeigte. Außerdem parodiert eine Folge der Animationsserie Die Simpsons Harry Potter.
Eine weitere filmische Parodie, die im Internet kursiert, ist der 15-minütige Film: Parry Hotter und der Wodka muss fließen, von Parry Hotter. Dabei wird allgemein der erste Teil der Harry-Potter-Saga parodiert.
Von Arnd Böhm erschien die Comicparodie Harald und das Zauberportal.
Im Internet fand auch die Parodie Harry Poga große Verbreitung – eine Neusynchronisation der bestehenden Filme ähnlich wie in Lord of the Weed.
Außerdem findet man im Internet kurze, animierte Flash-Filme mit dem Namen Harry Pothead (umgangssprachlich für einen Cannabiskonsumenten), die Harry als Kiffer darstellen. Ebenfalls gibt es zu diesem Thema T-Shirts mit dem Aufdruck „Harry is a pothead and the Sorcerer’s stoned“, was ein Wortspiel auf der Grundlage des englischen Originaltitels des ersten Potter-Buchs ist.
Im November 2002 ist unter dem Pseudonym Joanne R. Rohling die deutschsprachige Parodie Larry Otter und der Knüppel aus dem Sack bei Books on Demand erschienen. Es fand keinen nenneswerten Absatz und wurde von der Fangemeinde kaum beachtet.
In chinesischer Sprache erschien das unautorisierte Buch Harry Potter and Leopard-Walk-Up-to-Dragon, in Indien das Werk Harry Potter in Calcutta. J. K. Rowling erreichte gegen beide Werke gerichtliche Verbote.
Tanya Grotter ist ein zauberndes Mädchen, das in Russland aktiv ist. Auch gegen dieses Werk leiteten J. K. Rowling und Warner Brothers rechtliche Schritte ein.
Ansonsten existieren noch viele nichtkommerzielle Geschichten von Fans in der Harry-Potter-Welt, sogenannte Fanfics.
In die Schlagzeilen geriet Warner Brothers Ende 2000 durch Briefe an Fanseite-Betreiber, denen man eine Verletzung von Markenrechten vorwarf. Für Verbraucher seien Domainnamen wie harrypotterguide.co.uk verwirrend, weswegen man die Inhaber aufforderte, ihre Domains an Warner Brothers zu übertragen. Diese Schreiben, die sich teilweise auch an Kinder und Jugendliche richteten, sorgten für Empörung und waren Auslöser für die Potterwar-Kampagne. Nach Angaben von Warner Brothers handelte es sich bei den Adressaten der Briefe jedoch hauptsächlich um Domaininhaber, die versucht hätten, Harry Potter gewerblich auszunutzen. Die Fälle endeten teilweise damit, dass Warner Brothers von den Forderungen Abstand nahm und nicht weiter gegen die Betreiber vorging. Fälle, in denen es zu einem Gerichtsverfahren kam, sind nicht bekannt.
Mittlerweile vergibt Joanne K. Rowling auf ihrer Site in unregelmäßigen Abständen einen „Fan-Site Award“, also die Fanseiten-Auszeichnung.
Weltweit wurden mehr als 270 Millionen Exemplare verkauft:
Joanne K. Rowling hat bisher mehr als 570 Mio. brit. Pfund als Autorenhonorar verdient. Sie gilt seit 2004 laut Forbes Magazine als Dollar-Milliardärin und hat Königin Elisabeth II. als die reichste Frau in Großbritannien abgelöst.
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