Harry Gregg (* 25. Oktober 1932 in Magherafelt, Derry, Nordirland) ist ein ehemaliger Fußballspieler und -trainer.
Laufbahn als Spieler
Greggs Vereinskarriere
Der
Torwart begann mit dem Fußballspiel als Jugendlicher bei den Rangers und den Swifts im
Belfaster Stadtteil Linfield, bevor er zum
Coleraine FC wechselte. Seine Qualitäten konnte er dann ab Ende 1952 nach dem Wechsel zum
Doncaster Rovers F.C. auch auf höherem Niveau zeigen, nämlich in der
zweiten englischen Liga]. Hier debütierte er 1954 auch in der
nordirischen Nationalelf. Greggs Stärken lagen in einer ausgezeichneten Strafraumbeherrschung und seiner Reaktionsschnelligkeit auf der Linie.
Ende 1957 verpflichtete ihn der Manchester United F.C. für 23.500 £, womit er als teuerster Goalkeeper seiner Zeit galt. In diese Zeit fallen seine großen Erfolge, aber auch eine der schwärzesten Stunden des Fußballs überhaupt: keine drei Monate nach seinem Wechsel überlebte er einen Flugzeugabsturz in München (6. Februar 1958), bei dem 23 der 43 Insassen umkamen, darunter acht Mannschaftskameraden von Manchester United. Gregg rettete etliche Mitspieler und andere Passagiere aus dem Flugzeug und wurde dafür mit dem Orden MBE ausgezeichnet.
Mit ManU gewann er, dessen Markenzeichen ein gelber Pullover ("The man in the yellow sweater") wurde, 1957 die englische Meisterschaft und stand auch zweimal im Endspiel um den Landespokal. Zum Pokalsieg von 1963 konnte er wegen einer schweren Schulterverletzung wenig beitragen, und auch Manchesters Meistertitel von 1965 wird für ihn in England nicht mitgerechnet, weil er – erneut verletzungsbedingt – in dieser Spielzeit auf zu wenig Einsätze kam.
Von Dezember 1966 bis 1968 hütete er noch bei Stoke City das Tor, mit denen er 1967 in die höchste Spielklasse aufstieg.
Stationen
- Linfield Rangers und Linfield Swifts (als Jugendlicher)
- FC Coleraine (bis 1952)
- Doncaster Rovers (1952 bis 1957)
- Manchester United (1957 bis 1966)
- Stoke City F.C. (1966 bis 1968)
Der Nationalspieler
Zwischen 1954 und 1964 bestritt Harry Gregg 25 Länderspiele für
Nordirland; persönlicher Höhepunkt war die
Fußball-Weltmeisterschaft 1958, wo er in der Vorrunde durch seine Paraden und Reflexe nicht nur die
deutschen Stürmer beim 2:2 wiederholt zur Verzweiflung brachte. Anders als
England und
Schottland waren die Nordiren auch noch im Viertelfinale des Turniers dabei, wo dann allerdings auch Gregg das Ausscheiden seiner Elf gegen
Frankreich nicht verhindern konnte. Immerhin wurde er dort zum besten Torhüter gewählt.
Der Trainer
Zwischen 1968 und 1987 hat er zahlreiche, meist unterklassige Vereine trainiert, von 1978 bis 1981 gehörte er aber auch zum Trainerstab "seines" ManU. Im einzelnen arbeitete er bei Shrewsbury (1968-1972, 3. Liga),
Swansea City (1972-1975, 3. und 4. Liga),
Crewe Alexandra (1975-1978, 4. Liga), kurzzeitig in
Saudi-Arabien und nach den drei Jahren beim
Manchester United F.C. 1982 erneut bei Swansea,
Swindon Town (1984/85) und
Carlisle United (1986/87).
Leben nach dem Fußball
Harry Gregg betreibt heute ein Hotel im nordirischen Küstenort
Portstewart und ist Ehrenpräsident des dortigen Fußballclubs. 2002 erschien seine
Autobiographie "From Munich to Maxwell".
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