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Der Harrison-Report war ein Untersuchungsbericht vom August 1945 zur Lage der Displaced Persons (DP) in Westeuropa nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Der Bericht wurde von Earl G. Harrison (1899-1955), einem US-amerikanischen Juristen, im Auftrag des Intergovernmental Committee on Refugees (ICG) erstellt und war an den US-Präsidenten Harry S. Truman gerichtet.

Harrison, der zuvor bei der US-Einwanderungsbehörde gearbeitet hatte, kam in seinem Bericht zu dem Ergebnis, dass die Lage der DPs in den DP-Lagern Deutschlands und Österreichs drei Monate nach Kriegsende erschreckend schlecht war und dringend einer Verbesserung bedurfte. Insbesondere kritisierte er die mangelhafte Versorgung der Lagerbewohner mit Essen und Medikamenten, die zu einer hohen Sterblichkeitsrate in den Lagern führte. Zudem beschrieb er die unzureichende Ausstattung der Bewohner mit ausreichend warmer Kleidung. Ehemalige KZ-Häftlinge seien gezwungen entweder ihre Häftlingsuniform oder Uniformen der SS zu tragen. Außerdem seien die Gebäude, in denen die DPs untergebracht waren nicht für den Winter geeignet. Es sei den zumeist jüdischen Bewohnern nicht zu vermitteln, dass sie auch nach ihrer Befreiung weiterhin in Einrichtungen wie ehemaligen Konzentrationslagern auf ihre Repatriierung warten sollten, während die deutsche Zivilbevölkerung in ländlichen Gebieten weitgehend ungestört in ihren eigenen Häusern dürften. Deutschen Beobachtern könne dies als nachträgliche Billigung der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik durch die Alliierten erscheinen.

Der Harrison-Report führte zu einer Verbesserung der Lage der Displaced Persons. Die Verwaltung der Lager, die bisher der Militäradministration unterstanden, wurde der UNRRA, einer Hilfsorganisation der Vereinten Nationen übertragen.

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