Harold Pinter CBE, CH (* 10. Oktober 1930 in London) ist ein englischer Theaterautor, Regisseur und Träger des Literaturnobelpreises 2005.
Pinter hat für Theater, Hörfunk, Fernsehen und Kinofilme geschrieben. Viele seiner frühen Werke werden zum Absurden Theater gezählt.
Erst in fortgeschrittenem Alter wurde Harold Pinter offen politisch. 1985 reiste er mit dem amerikanischen Dramatiker Arthur Miller in die Türkei, wo sie Opfer der politischen Unterdrückung trafen. Pinters Erfahrung mit der Unterdrückung der kurdischen Sprache inspirierten ihn zu seinem Theaterstück von 1988, Mountain Language - Bergessprache. Seine öffentliche Verteidigung des jugoslawischen Ex-Diktators Slobodan Milošević, der vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag des Völkermords und des Verbrechens gegen die Menschlichkeit angeklagt war, sorgte für internationale Kritik.
Pinter engagierte sich auch in den Kampagnen gegen den Irakkrieg.
Mit der Begründung, dass er „in seinen Dramen den Abgrund unter dem alltäglichen Geschwätz freilegt und in den geschlossenen Raum der Unterdrückung einbricht“, wurde ihm am 13. Oktober 2005 der Nobelpreis für Literatur für das Jahr 2005 zuerkannt. Dies war für die Literaturwelt wie 2004 bei Elfriede Jelinek eine Überraschung. Die Kommentare reichten von "Eine gute, richtige Entscheidung" (Marcel Reich-Ranicki) bis "Beleidigung für die Weltliteratur" (Denis Scheck). Sigrid Löffler meinte, der Preisträger sei doch "démodé", also nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Drei Jahrzehnte liegt das Werk zurück, mit dem er Theaterfurore gemacht hat.
Im Oktober 2005 erhielt Pinter von der Franz-Kafka-Gesellschaft mit Sitz in Prag den jährlich verliehenen Franz-Kafka-Preis. Da er wegen Gesundheitsproblemen nicht persönlich nach Prag kommen konnte, nahm in seiner Vertretung sein Freund Vaclav Havel den Preis entgegen.
Ebensowenig konnte er zur Nobelpreisverleihung kommen, sondern ließ seine am Vortag aufgezeichnete Dankesrede zeigen. Der todkranke Pinter nutzte die große Publizität dieses Anlasses für heftige Vorwürfe gegen die Führer des Irakkrieges George W. Bush und Tony Blair und erregte dementsprechend Aufsehen.
Sein erstes Drehbuch, The Servant, schrieb Pinter 1963. Später schrieb er Drehbücher u. a. für The Go-Between, The French Lieutenant's Woman (1981), Turtle Diary (1985), nach dem Roman von Russell Hoban, The Handmaid's Tale (1990), The Trial (1993), nach dem Roman „Der Prozeß“ von Franz Kafka. Er veröffentlichte auch ein Drehbuch zu Marcel Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, welches allerdings nicht verfilmt wurde. Einige von Pinters Stücken wurden ebenfalls für das Kino adaptiert: The Caretaker (1963), The Birthday Party (1968), The Homecoming (1973) und Betrayal (1983). Gelegentlich übernahm er auch Filmrollen (in The Servant 1963, Accident 1967, Turtle Diary 1985).
1977 geriet Pinter in die Schlagzeilen, als er seine Frau, die Schauspielerin Vivien Merchant, die er 1956 geheiratet hatte, für Lady Antonia Fraser verließ, die älteste Tochter des 7. Lord Longford. Das Paar heiratete 1980 nach Pinters Scheidung. Sein Stück Betrayal (dt.: Betrug) von 1978 wurde verschiedentlich als Darstellung dieser Liasion gelesen; es basiert allerdings auf einer früheren Affäre, die Pinter für sieben Jahre mit Joan Bakewell, einer Fernsehmoderatorin, verband.
Später machte ein öffentlicher Streit mit Theaterregisseur Peter Hall Furore, der Pinter in seinen 1983 erschienenen Tagebüchern als notorischen Trinker darstellt. Die beiden Männer konnten ihr freundschaftliches Verhältnis allerdings wieder herstellen.
Pinter ist auch ein großer Fan der englischen Nationalsportart Cricket. Er ist Vorsitzender des Gaieties Cricket Club.
Schließlich geriet Pinter in die Schlagzeilen, weil er den US-Präsidenten George W. Bush im Zusammenhang mit dem Irakkrieg einen Massenmörder und Tony Blair einen armen Irren ("deluded idiot") nannte.
Autor | Literatur (20. Jh.) | Literatur (Englisch) | Drama | Nobelpreisträger für Literatur | Mann | Brite | Geboren 1930
هارولد بنتر | Гаралд Пінтэр | হ্যারল্ড পিন্টার | Harold Pinter | Harold Pinter | Χάρολντ Πίντερ | Harold Pinter | Harold Pinter | Harold Pinter | Harold Pinter | Harold Pinter | Harold Pinter | Harold Pinter | Harold Pinter | Harold Pinter | הרולד פינטר | Harold Pinter | Harold Pinter | Harold Pinter | Harold Pinter | Harold Pinter | ハロルド・ピンター | 해럴드 핀터 | Harold Pinter | Harold Pinter | Harold Pinter | Harold Pinter | Harold Pinter | Harold Pinter | Harold Pinter | Пинтер, Гарольд | Харолд Пинтер | Harold Pinter | ஹெரால்ட் பிண்டர் | Harold Pinter | Пінтер Гарольд | Harold Pinter | 哈罗德·品特
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Harold Pinter".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world