Sir Harold Rupert Leofric George Alexander, 1. Earl Alexander of Tunis KG, GCMG, GCVO (* 10. Dezember 1891; † 16. Juni 1969) war ein Kommandeur der britischen Armee und Feldmarschall, namentlich im Zweiten Weltkrieg als Kommandeur der 15th Army Group. Später diente er als letzter britischer Generalgouverneur Kanadas.
Am 14. Oktober 1931 heiratete er Lady Margaret Diana Bingham, zweite Tochter des Earl of Lucan. 1937 wurde er zum General befördert und diente bei der British Expeditionary Force (BEF) in Frankreich. Während des Zweiten Weltkrieges kontrollierte er in der BEF den Rückzug nach Dünkirchen, wurde befördert und nach Burma geschickt, als die Lage dort schwierig wurde. Im August 1942 wurden er und Bernard Montgomery von Winston Churchill nach Nordafrika gesandt um Claude Auchinleck abzulösen.
Dort stand er Montgomerys Sieg in der Zweiten Schlacht von El Alamein vor. Nachdem die anglo-amerikanischen Streitkräfte der Operation Torch sich mit den Streitkräften der westlichen Wüste 1943 in Tunesien trafen, wurde er Stellvertreter Eisenhowers und oberster Kommandeur der vereinigten Streitkräfte der Alliierten in Italien. Von Eisenhower wurde er für die Leitung des D-Day favorisiert, Churchill dagegen bestand darauf, ihn in Italien zu behalten. Dort nahm er 1944 Rom ein. Er akzeptierte am 29. April 1945 die deutsche Kapitulation. Sir Harold Alexander wurde 1946 zum Viscount Alexander of Tunis gemacht. Im Dezember des gleichen Jahres wurde er zum Ritter des Hosenbandordens und 1952 zum Grafen.
Bei seinem ersten ausgedehnten Besuch Westkanadas wurde ihm am 13. Juli 1946 ein Totempfahl von Schnitzer Mungo Martin vom Stamm der Kwaikutl übergeben. Sie sollte seine Ernennung zum Häuptling ehrenhalber des Stammes der Kwaikutl bedeuten. Er war der erste weiße Mann, der auf diese Weise geehrt wurde. Noch immer ist der Totempfahl eine beliebte Attraktion des Vorgartens von Rideau Hill. Während eines späteren Besuchs wurde er zum Häuptling Adlerhaupt der Schwarzfussindianer (Blackfoot Indians) ernannt.
Lord Alexanders Zeit - die Nachkriegszeit des Zweiten Weltkrieges - war eine Zeit des Umbruchs für Kanada. Die Nachkriegswirtschaft florierte in Kanada und Wohlstand breitete sich aus. In einem offenen Brief überschrieb König Georg VI. dem Generalgouverneur all seine Befugnisse Kanada betreffend. Noch heute ist dieses Dokument die Quelle der Kompetenzen des Generalgouverneurs. 1949 wurde von der Konferenz der Premierminister des Commonwealth die Bezeichnung "Mitglied des Commonwealth" anstatt "Dominion" gewählt.
Im selben Jahr trat Neufundland der Konföderation bei und Lord Alexander besuchte die neue Provinz im Sommer. 1950 befand sich Kanada wieder im Krieg, da kanadische Einheiten in Korea gegen das kommunistische Nordkorea und die Volksrepublik China kämpften. Lord Alexander besuchte die Truppen, die sich auf dem Weg nach Übersee befanden, um sie persönlich zu ermutigen.
Auch waren viele Würdenträger bei Lord Alexander zu Gast, unter anderen Prinzessin Elisabeth und Prinz Philip, die Kanada 1951 bereisten. Die Alexanders gaben eine Squaredance-Party, welche der Prinz und die Prinzessin besuchten. Lord Alexander unternahm auch viele Reisen ins Ausland, wo er unter anderen Präsident Truman 1947 in den Vereinigten Staaten besuchte, und Brasilien, dem er im Juni 1948 einen Staatsbesuch abstattete.
Im allgemeinen führten die Alexanders allerdings einen informellen Lebensstil. Lord Alexander war ein begeisterter Sportler, der besondere Freude am Fischen, an Golf und Rugby hatte. Als Liebhaber der freien Natur wohnte er mit Vorliebe der Ernte von Ahornsirup in Ontario und Quebec bei und überwachte persönlich die Abzweigung der Ahornbäume auf den Grundstücken des Rideau Hall. Auch war er passionierter Maler, abgesehen davon, dass er ein Studio für sich einrichtete, welches noch heute so in Rideau Hall steht, organisierte er Kunststunden an der National Gallery of Canada. Lady Alexander wurde eine Expertin, wenn es um das Weben ging und hatte zwei Webmaschinen in ihrer Kammer.
Lord Alexander setzte sich auch für die Bildung in Kanada ein. Ihm wurden viele Ehrengrade von kanadischen Universitäten verliehen, zusätzlich die Ehrendoktorwürden der Rechtswissenschaften der Harvard University und der Princeton University in den USA.
Er wurde am 14. März 1952 zum ersten Grafen Alexander von Tunis ernannt, nachdem ihm bereits 1946 die Titel Baron Rideau von Ottawa und von Castle Derg in der Grafschaft Tyrone verliehen worden waren. Im selben Jahr wurde er Mitglied des britischen Kronrats; er war auch Mitglied des kanadischen Kronrats. Kanada blieb ein zweites Zuhause für die Alexanders und sie kehrten oft dorthin zurück, um ihre Freunde und Familie zu besuchen.
1969 starb Lord Alexander. Die Trauerfeier wurde am 24. Juni 1969 in der St. Georges Chapel im Windsor Castle abgehalten. Er wurde im Friedhof von Ridge, in der Nähe von Tyttenhanger, dem Wohnsitz seiner Familie in Hertfortshire, beigesetzt. Lady Alexander starb 1977.
Mann | Brite | Militärperson (Vereinigtes Königreich) | Zweiter Weltkrieg (Person, Vereinigtes Königreich) | Peer Geboren 1891 | Gestorben 1969
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