Harald schmidt-manuel andrack karlsruhe 2005-04-15.jpg Harald Franz Schmidt (* 18. August 1957 in Neu-Ulm) ist ein deutscher Schauspieler, Kabarettist, Schriftsteller und Moderator.
Nach dem Abitur am Hölderlin-Gymnasium („HöGy“) in Nürtingen (Note: 3,2; einmal in der Oberstufe sitzengeblieben) und der Ableistung des Zivildienstes in einem katholischen Pfarrbüro studierte Schmidt von 1978 bis 1981 Schauspiel an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart.
1984 wechselte Schmidt zu Kay Lorentz ans Düsseldorfer Kom(m)ödchen, wo er bis 1989 blieb und seine kabarettistische Laufbahn unter Anleitung der legendären Lore Lorentz begann. Im Jahr 1985 ging er mit seinem ersten Soloprogramm Ich hab' schon wieder überzogen auf Tournee. Weitere Soloprogramme waren 1988 Überstehen ist alles und 1992 Schmidtgift.
Im Frühjahr 2002 kehrte er als Diener Lucky in Becketts Warten auf Godot ans Theater zurück und wurde im April Mitglied des Ensembles am Bochumer Schauspielhaus. Dafür erhielt er von der Zeitschrift Theater heute – im Alter von 45 Jahren – die Auszeichnung „Bester Nachwuchsschauspieler“. Im Sommer 2002 spielte Schmidt, ebenfalls in Bochum, im Stück Die Direktoren von Daniel Besse die Rolle des Vize-Vorstandsvorsitzenden Montparnasse.
Ab dem 14. Juli 2004 war er zusammen mit Manuel Andrack und dem eigenen zweistündigen Kabarettprogramm (Sprechstunde, Einspruch und Summa cum) unterwegs.
Seine ersten Fernseherfahrungen machte Schmidt ab März 1988 beim SFB in Berlin mit der Sendung MAZ ab!, die ab 1989 in der ARD ausgestrahlt wurde.
1990 folgten die Sendungen Pssst… (eine Rateshow nach dem Vorbild der Show Was bin ich? von Robert Lembke) und die legendäre Anarcho-Comedyshow Schmidteinander, die er mit Herbert Feuerstein bis Dezember 1994 moderierte. Beide Sendungen wurden vom WDR produziert und ausgestrahlt. Aufgrund des enormen Publikumserfolges wurde Schmidteinander 1994 und Pssst… 1995 in der ARD ausgestrahlt.
Von Dezember 1992 bis März 1993 folgte ein kurzes Zwischenspiel mit der vierteiligen, von Radio Bremen für die ARD produzierten Show Gala!. Von Oktober 1992 bis 1995 moderierte er in der ARD die von Paola und Kurt Felix übernommene Show Verstehen Sie Spaß?, mit der er – wie auch seine Nachfolger Dieter Hallervorden und Cherno Jobatey – nur mäßigen Erfolg hatte. Schmidt stellte sich immer mehr in den Mittelpunkt der Sendung, in der es eigentlich um Streiche mit der versteckten Kamera ging. Seine Comedy-Einlagen vertrugen sich nicht mit der für die Masse konfektionierten, damals üblichen Unterhaltung.
Vom 5. Dezember 1995 bis zum 23. Dezember 2003 moderierte Harald Schmidt die zunächst von Brainpool im Kölner Capitol produzierte Harald Schmidt Show, eine Late Night Show, die vom Fernsehsender SAT.1 ausgestrahlt wurde. Von August 1998 bis Dezember 2003 wurde die Show von Schmidts Firma Bonito im Studio 449 in Köln-Mülheim produziert. Medienberichten zufolge belief sich Schmidts Honorar zuletzt auf 40.000 Euro pro Sendung.
Was zunächst als deutsches Pendant zu den amerikanischen Late-Night-Shows von Jay Leno, Conan O'Brien und David Letterman geplant war, entwickelte sich bald zu einem völlig neuen Format, das Schmidt zum „Liebling der Kritiker“ werden ließ, in dem er jedoch bewusst zu polarisieren versuchte.
Schmidt war außerdem 1995 in dem Kinofilm Nich' mit Leo (zusammen mit Jürgen von der Lippe) und 1999 als Protagonist des Films Late Show in der Rolle des Conny Scheffer zu sehen.
Weiterhin war er an der Seite vieler namhafter deutscher Comedians mit einem Kurzauftritt in Otto Waalkes Kinofilm 7 Zwerge - Männer allein im Wald zu sehen. Im Film Vom Suchen und Finden der Liebe von Helmut Dietl spielt Harald Schmidt an der Seite von Anke Engelke eine Nebenrolle.
Am 8. Dezember 2003 gab Harald Schmidt bekannt, dass er mit seiner Late-Night-Show auf Sat.1 eine „kreative Pause” einlegen wolle. Als Folge der Übernahme der ProSiebenSat.1 Media AG durch Haim Saban war wenige Tage zuvor Martin Hoffmann, zu dem Schmidt eine freundschaftliche Beziehung pflegt, als Geschäftsführer von Sat.1 entlassen worden.
Nach einem Bericht des Spiegels hatte der damalige ProSiebenSat.1-Vorstandschef Urs Rohner von Saban die ausdrückliche Anweisung, Hoffmann erst nach der anstehenden Vertragsverlängerung mit Harald Schmidt zu entlassen. Die Verhandlungen verzögerten sich, Rohner entließ zuerst Hoffmann, und Schmidt verlängerte seinen Vertrag nicht.
Die Nachfolge auf dem gleichen Sendeplatz trat am 17. Mai 2004 Anke Engelke mit ihrer Show Anke Late Night an, die jedoch am 21. Oktober 2004 aufgrund schlechter Quoten wieder eingestellt wurde.
2004 sollte Schmidt in einem RTL-Fernsehfilm über die Flutkatastrophe von 1962 in Hamburg den damaligen Innensenator Helmut Schmidt verkörpern, er sagte die Teilnahme aber kurz vor Bekanntwerden seiner neuen Late Night Show Harald Schmidt bei der ARD ab. Nach Schätzungen soll Schmidt eine Gage von 320.000 Euro pro Monat für seine Late Night Show Harald Schmidt von der ARD erhalten. Die Gage war in der Öffentlichkeit heftig diskutiert worden, seine Fans und die ARD erklärten aber, dass Harald Schmidt diese Gage wert sei. In seiner einjährigen Pause begab sich Harald Schmidt auf Weltreise und bestritt eine Kabarett-Tournee mit Manuel Andrack.
Vom 12. bis 26. Februar 2006 moderierte Schmidt zusammen mit dem Sportreporter Waldemar Hartmann die sechzigminütige ARD-Sendung Olympia mit Waldi & Harry, die in der Zeit der Olympische Winterspiele 2006 jeweils an den ARD-Sendetagen ausgestrahlt wurde.
Siehe auch: Die Harald Schmidt Show, Harald Schmidt (ARD)
Schmidt lebt mit seiner Partnerin, der 1970 geborenen Pädagogin Ellen Hantzsch in Köln-Marienburg. Er hat vier Kinder: Sohn Robert Hannes (* 1994) mit seiner ehemaligen Freundin Elke (Fernsehredakteurin) sowie Stieftochter Nele (* 1994), Sohn Peter (* 1998) und Tochter Amelie (* 2005) mit seiner jetzigen Lebensgefährtin.
2002 erschien eine von Harald Schmidt nicht autorisierte Biographie Harald Schmidt von Mariam Lau.
Daneben schreibt Schmidt wöchentliche Kolumnen für das Magazin Focus.
2006 erschien das Buch "Wer ist Harald Schmidt" von Peter Reinwarth, einem ehemaligen Weggefährten Schmidts. In diesem umstrittenen Buch setzt sich der Autor kritisch mit dem Medienphänomen Harald Schmidt auseinander.
Mann Deutscher Entertainer Fernsehmoderator Fernsehproduzent Talkmaster Schauspieler | Geboren 1957
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