Hans Peter „Hape“ Kerkeling (* 9. Dezember 1964 in Recklinghausen) ist ein deutscher Schauspieler, Moderator und Comedian.
Am 10. Dezember 1991 outete der Filmemacher Rosa von Praunheim Kerkeling und andere Prominente in der RTL-plus-Talkshow „Explosiv - der heiße Stuhl“ mit den Worten „Hape Kerkeling ist stockschwul, Alfred Biolek auch“. Den daraufhin einsetzenden Medienrummel - v. a. in der Boulevardpresse - kommentierte Hape Kerkeling mit den Worten:„Sensiblere Naturen als ich hätten sich jetzt wahrscheinlich mit dem Fön in die Badewanne gelegt. Was soll's. Morgen werden sie eine andere Sau durch's Dorf treiben.“
1992 erschien Kerkelings erster Kinofilm Kein Pardon, für den er gleichzeitig als Regisseur und Schauspieler tätig war und an dessen Drehbuch er mitschrieb. Im selben Jahr erschien auch die Single Hurz, eine Parodie auf moderne klassische Musik, ursprünglich entstanden im Rahmen eines Einspielfilms der Sendereihe „Total Normal“. Das zu Klavierbegleitung von Achim Hagemann und in Maske eines polnischen Opernsängers vorgetragene expressive Stück mündete in den gekreischten Ausruf Hurz! Das nicht eingeweihte Publikum hielt die Darbietung für ernst gemeint und kommentierte sie hilflos bis pseudointellektuell.
Nach eigener Aussage bot das ZDF ihm 1992 die Nachfolge von Thomas Gottschalk als Moderator der Samstagabendshow „Wetten, dass..?“ an. Kerkeling lehnte dieses Angebot ab. Stattdessen ging er (nunmehr ohne seinen bisherigen Bühnenpartner Achim Hagemann) mit der Sendung „Cheese“, der ein ähnliches Konzept wie „Total Normal“ zu Grunde lag, ins Privatfernsehen (zu RTL). Trotz ganz respektabler Quoten gilt diese Station seiner Karriere als erster Flop.
In der zweiten Hälfte der 90er Jahre arbeitete Kerkeling wieder für die ARD und moderierte u. a. die Sendung Warmumsherz und drehte mehrere populäre Fernsehfilme (Willi und die Windzors, 1996; Die Oma ist tot, 1997). Regelrechten Kult-Status genießt dabei mittlerweile der Film Club Las Piranjas (1995, eine Club-Urlaubs-Persiflage).
Erst 1999 war Kerkeling wieder erfolgreich mit der SAT.1-Sendung Darüber lacht die Welt. Für den Sender SAT.1 moderierte er auch mehrmals die alljährliche Spenden-Gala für die Deutsche AIDS-Hilfe. Für die Moderation der Die 70er Show auf RTL wurde er 2003 mit dem Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Beste Moderation Unterhaltung ausgezeichnet.
Im Januar 2004 drehte Kerkeling erneut einen Film mit dem Titel Samba in Mettmann, welcher im nordrhein-westfälischen Mettmann spielt. Im Mai 2004 und im Mai 2005 moderierte er bei RTL den Großen Deutsch-Test sowie im Oktober 2004 den Großen Deutschlandtest. Im April und Mai 2006 moderierte er zusammen mit Nazan Eckes die Live-Show Let's Dance.
Kerkeling ist seit Jahren mit den verschiedensten Bühnen-Programmen auf Tournee und füllt erfolgreich große Hallen. Bei einer Umfrage des Senders Kabel 1 im Jahr 2005 schaffte er es (als einziger Moderator neben Thomas Gottschalk und Günther Jauch) unter die Top-Ten der beliebtesten Fernseh-Gesichter der Deutschen.
2001 pilgerte Kerkeling 650 Kilometer auf dem nordspanischen Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Wie er in der Talkshow „Menschen bei Maischberger“ berichtete, hat er auf dem Weg „eine Art Gottesbegegnung“ verspürt. Seine Buch „Ich bin dann mal weg“ über diese Pilgerreise führte im Juni 2006 die „Spiegel-Bestsellerliste Sachbuch“ an.
Hape Kerkeling wohnt mit seinem Lebensgefährten und Co-Autor Angelo Colagrossi (* 19. März 1960) in Düsseldorf. Dieser schrieb viele Texte und Sketche u. a. für „Total Normal“ und führte Co-Regie in den Filmen „Kein Pardon“, „Willi und die Windzors“, „Die Oma ist tot“ und „Samba in Mettmann“.
Seit Frühjahr 2005 moderiert Kerkeling die von Günther Jauchs Produktionsfirma i&u TV produzierte Show „Hape trifft!“, die bei RTL saisonal (bisher eine Staffel im Frühjahr, eine im Herbst) ausgestrahlt wird. Darin trifft er auf viele nationale sowie internationale Stars und verkleidet sich z.B. als rasender Reporter „Horst Schlämmer“, als Schwabe „Siggi Schwäbli“ oder als holländische Paartherapeutin „Efje van Dampen“. Die Show wird im NOB Studio 8 in Hürth bei Köln produziert.
In der Show von Harald Schmidt in der ARD erläuterte Kerkeling seine Vorgehensweise. So gieße er sich vor den Schlämmer-Interviews immer einige Tropfen Doornkaat über den Mantel. Dies erziele den Effekt, dass die Interviewpartner von einem Alkohol-Problem bei ihrem sehr echt wirkenden Gegenüber ausgingen und daraufhin wohlwollend Antwort gäben.
Bekannte Redewendungen von Schlämmer sind die Sätze „Weisse Bescheid“ oder „Wisster Bescheid“, sowie „Macht eusch nit verrückt!“ und „Schätzelein“.
Des Weiteren geht Schlämmer davon aus, er sei ein Sexsymbol. Darum versucht er immer, die weiblichen Interviewpartner zu küssen. Er trägt ein lockeres Gebiss und macht gelegentlich Grunz-/Schnarchgeräusche. Den Namen der Stadt Grevenbroich spricht er bewusst falsch aus. Wenn er versucht, eine Frau anzubaggern, macht er oft die Bemerkung: „Isch mach Dreitausend netto im Monat“, um Eindruck zu schinden.
Schlämmer ist auch beim Fotoshooting für den „Bravoboy des Jahres“ als Eminem Schlämmer zu sehen, dann mit einer Kettensäge und Skater-Jeans.
Am 3. Februar 2006 wurde die Single Schätzelein veröffentlicht. Sie enthält u.A. das Lied „Schätzelein“ und „Meine letzte Zigarette“.
Im Mai 2006 trat Schlämmer bei „Wer wird Millionär“ auf (Spezialsendung mit Prominenten) und schaffte es als erster Kandidat, Günther Jauch in die Rolle des Kandidatens zu drängen, indem er den Sitz des Moderators besetzte. Zusammen mit Jauch erspielte er 500.000 Euro für einen wohltätigen Zweck (Deutsche AIDS-Stiftung).
Singles
Deutscher | Fernsehmoderator | Fernsehschauspieler | Filmschauspieler | Kabarettist | Mann | Schauspieler | Comedy-Sänger | Geboren 1964
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