Hans Sauer (* 4. Juni 1923 in Mladetzko; † 13. Mai 1996 in Deisenhofen, Bayern) war ein deutscher Erfinder.
1950 nahm er das Studium am Oskar-von-Miller Polytechnikum in München auf und schloss als 27jähriger mit überdurchschnittlichen Leistungen in der dortigen Abteilung Feinmechanik/Optik ab. Hans Sauer ging zu Siemens, wo er als Entwicklungsingenieur für elektromechanische Schaltelemente (Relais) tätig war. Vor allem aus finanziellen Gründen wanderte Hans Sauer 1954 in die USA aus, wo er bis 1956 bei den Firmen Autelco und Comar weiter an der Relaisentwicklung arbeitete.
Er kehrte aber schon bald wieder nach Deutschland zurück und wurde Ingenieur bei der Schaltbau GmbH in München. 1962, nach 12 Jahren Entwicklungsarbeit in großen Unternehmen und enttäuscht darüber, dass viele seiner Relais-Entwicklungen, deren Bedeutung von den Vorgesetzten „entweder nicht erkannt“ wurden oder die „Innovationshemmnisse scheuten“, machte sich Hans Sauer selbständig und gründete die SDS (Sicher-Durch-System)-Elektro GmbH.
Seit etwa 1952 hatte Hans Sauer erkannt, dass die eigentlich „alte“ Relaistechnologie grundsätzlich erneuert werden konnte. Er arbeitete seitdem an neuen Relaiskonzeptionen, die über weltweit 309 Patenten Sauers zu einer modernen Hochleistungs-Relais-Technologie führten.
Auf der Suche nach Lizenznehmern und Kapitalgebern für seine Innovationen stieß Hans Sauer aber bei den großen Unternehmen für elektronische Bauelemente wie Siemens und ITT auf Desinteresse und Ablehnung. 1963 bereits fand er jedoch in den japanischen Matsushita Electric Works Ltd. einen Kooperationspartner. Dies führte bald zur Umgründung in die SDS Relais AG mit modernen Produktions- und Vertriebsstätten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Italien, England und Schweden sowie schließlich auch in den USA. Allein in Europa erwirtschaftete die SDS-Relais AG im Jahr 1985 einen Umsatz von umgerechnet fast 80 Mio. Euro.
Hans Sauers Miniaturrelais wurden als zentrale Bauelemente in allen elektrischen Geräten und Anlagen die `Microchips` der 70er und 80er Jahre. Sie bedeuteten im Vergleich zur damaligen Relaistechnik eine 100fach höhere Zuverlässigkeit, sie waren 1000fach effizienter, hatten einen 10.000fach erweiterten Schaltleistungsbereich, reduzierten den Energieverbrauch um ein Tausendstel und waren für die verschiedensten Anwendungsbereiche programmierbar bei gleichzeitig deutlich niedrigeren Herstellungskosten.
Hans Sauers Relaisentwicklungen schlugen die entscheidende technologische Brücke von den elektromechanischen zu den elektronischen und auf der Basis integrierter Halbleiterschaltungen funktionierenden Bauelementen. 1989 verkaufte Hans Sauer sein Unternehmen ganz an den Matsushita-Konzern und gründete die „HANS-SAUER-STIFTUNG für Evolutionsorientiertes Erkennen und Handeln“. Zusammen mit den Erfinderunternehmern Ludwig Bölkow und Artur Fischer, mit denen er befreundet war, widmete sich Hans Sauer nun intensiv der Suche nach Antworten auf die Frage nach den tieferen Gründen der Erfindertätigkeit und des Zusammenlebens von Mensch und Natur.
Mit seiner Stiftung schuf Hans Sauer eine Institution, deren Schwerpunkt die Förderung von Kreativität und Innovationen ist, die aber eng an den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und der menschlichen Gesellschaft gebunden sein müssen.
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