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Hans Neuenfels (* 31. Mai 1941 in Krefeld) ist ein deutscher Schriftsteller, Dichter, Filmemacher, Librettist, Theaterregisseur und Opernregisseur.

Biografie


Hans Neuenfels studierte Schauspiel und Regie am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Dort lernte er auch seine spätere Frau, die österreichische Schauspielerin Elisabeth Trissenaar kennen, mit der er noch heute verheiratet ist und einen Sohn hat. Über ein Jahr war er Assistent von Max Ernst und lebte mit ihm in Paris.

1964 begann er mit dem Inszenieren am Theater am Naschmarkt in Wien, arbeitete in Trier, Krefeld und Heidelberg und ging er 1972 nach Frankfurt am Main, wo er unter der Intendanz von Peter Palitzsch das Schauspiel mitprägte. Er inszenierte u.a. in Hamburg Roger Vitracs Victor oder Die Kinder an der Macht mit Ulrich Wildgruber, Penthesilea an der Freien Volksbühne Berlin mit Elisabeth Trissenar, Ein Sommernachtstraum am Schillertheater in Berlin mit Bernhard Minetti, Das Käthchen von Heilbronn am Wiener Burgtheater mit Anne Bennent.

1974 mit Verdis Der Troubadour in Nürnberg begann dann seine Karriere als Opernregisseur. Berühmt wurde 1980 seine Produktion von Giuseppe Verdis Aida an der Oper Frankfurt (Bühnenbild Erich Wonder, Dirigent Michael Gielen), und geradezu sprichwörtlich wurde Neuenfels' Entscheidung, die Titelheldin als Putzfrau zu zeigen. Seine erste Mozart-Oper Die Entführung aus dem Serail, eine Stuttgarter Inszenierung, wurde mit dem Bayerischen Kunstpreis ausgezeichnet. Skandale oder zumindest größeres Aufsehen produzierten Le Prophète (Giacomo Meyerbeer) an der Wiener Staatsoper, seine Nabucco-Interpretation an der Deutschen Oper Berlin, sowie im Sommer 2001 Die Fledermaus von Johann Strauß bei den Salzburger Festspielen.

Von 1986 bis 1990 war er Intendant Freie Volksbühne Berlin.

Zeit seines Lebens war er schriftstellerisch tätig. Zahlreiche Artikel erschienen in "Theater Heute", in "Die Zeit" und anderen Zeitungen. 1991 veröffentlichte er seinen ersten Roman "Isaakaros". 2000 wurde sein erstes eigenes Stück Frau Schlemihl und ihre Schatten am Münchener Residenztheater und sein erstes Libretto Giuseppe e Sylvia mit der Musik von Adriana Hölszky an der Staatsoper Stuttgart unter eigener Regie urauffgeführt. Für seine Rede über die Klassik, die er anlässlich der Eröffnung einer Antikenausstellung in Berlin hielt, wurde er 2003 mit dem Cicero-Rednerpreis ausgezeichnet.

Seine Inszenierungen im Jahre 2004 waren Leoš Janáčeks Več Makropulos in Stuttgart (Dirigent: Sylvain Cambreling), Fidelio in Hamburg (Dirigent: Ingo Metzmacher), die Uraufführung der von ihm selbst getexteten Oper Die Schnecke (Musik: Moritz Eggert) am Nationaltheater Mannheim und Schostakowitschs Lady Macbeth von Mzensk, Komische Oper Berlin. 2005 schrieb und inszenierte er für die RuhrTriennale eine "Oper mit Klavier" mit dem Titel "Schumann, Schubert und der Schnee".

Ehrungen, Preise


Literarische Arbeiten


  • Gedichte (1960)
  • Mundmündig (1963)
  • Isaakaros (1991)
  • Neapel oder die Reise nach Stuttgart (2001)

Filmografie


  • 1983: Heinrich Penthesilea von Kleist
  • 1983: Die Familie oder Schroffenstein
  • 1984: Die Schwärmer
  • 1988: Europa und der zweite Apfel. Der tollwütige Hund (TV)
  • 1990: Das Blinde Ohr der Oper
  • 1999: Die Entführung aus dem Serail (TV)
  • 2001: Die Fledermaus (La chauve-souris) (TV)

Weblinks


Mann Deutscher Autor | Literatur (20. Jh.) | Literatur (Deutsch) | Roman, Epik | Drama | Theaterregisseur Opernregisseur Geboren 1941

 

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