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Hans Luther (* 10. März 1879 in Berlin; † 11. Mai 1962 in Düsseldorf) war ein deutscher Jurist, parteiloser Politiker und Finanzfachmann.

Leben und Werk


Luther schloss ein Jurastudium in Kiel, Genf und Berlin 1904 mit der Promotion ab. Er war Mitglied im Akademischen Turnbund. Anfangs schlug er eine Verwaltungslaufbahn ein und war ab 1907 Stadtrat in Magdeburg sowie von 1918 bis 1922 Oberbürgermeister von Essen.

Von 1922 bis 1923 war er Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, anschließend bis 1925 Reichsfinanzminister der Weimarer Republik. In dieser Funktion trug er zur Konsolidierung der Währung nach der Zeit der Hyperinflation bei. Dies erfolgte nicht zuletzt dadurch, dass er die Einsetzung Hjalmar Schachts als Reichswährungskomissar erwirkte, der später als Nachfolger von Rudolf E. A. Havenstein Reichsbankpräsident wurde.

Im Jahr 1925 führte er als Reichskanzler eine bürgerliche Koalitionsregierung an, der außer Zentrum, DDP und DVP auch die rechtsnationale DNVP angehörte. Die Koalition zerbrach nach der Unterzeichnung des Locarno-Pakts durch den Austritt der DNVP, bis Mai 1926 amtierte Luther noch als Regierungschef einer bürgerlichen Minderheitskoalition.

Von 1930 bis März 1933 übernahm er das Amt des Reichsbankpräsidenten, anschließend vertrat er im Auftrag von Hitler von 1933 bis 1937 Deutschland in den USA als Botschafter in Washington.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war er in verschiedenen Funktionen an der Ausgestaltung des bundesrepublikanischen Bankenwesens und der Ländergliederung beteiligt.

Werke


  • Politiker ohne Partei. Stuttgart (?): Deutsche Verlagsanstalt 1960.

Sonstiges


Auf den Essener Notgeldscheinen befindet sich Hans Luthers Unterschrift.

Weblinks


Siehe auch Kabinett Luther I; Kabinett Luther II

Mann | Deutscher | Korporierter im ATB | Reichskanzler (Weimarer Republik) | Reichsminister (Deutschland) | Reichsfinanzen (Personen) | Botschafter | Geboren 1879 | Gestorben 1962

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