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Hans Deutsch (*1906 in Wien, Österreich; † 13. Mai 2002 in Lausanne, Schweiz) war ein jüdischer Rechtsanwalt.

Leben


1938 floh Deutsch aus seiner Heimatstadt nach Palästina und kehrte 1953 nach Wien zurück. In Deutschland vertrat er als erfolgreicher Wiedergutmachungsanwalt die Interessen von Opfern der NS-Diktatur, und forderte unter anderem die Rückgabe von geraubten Kunstgegenständen ein. Er betrieb den Hans-Deutsch-Verlag, in dem er Bücher zum Themenkomplex veröffentlichte. Laut Spiegel galt er als "der engagierteste und erfolgreichste Vorkämpfer von Hoffnung, Anspruch und Forderung an der Front der Entschädigung für Opfer nationalsozialistischer Verfolgung".

1964 wurde er wegen angeblich gefälschten Beweismaterials in Haft genommen. Die Bilder seien nicht, wie Deutsch bewiesen haben wolle, von der SS, sondern von den sowjetischen Truppen geraubt worden. Nach 18 Monaten Untersuchungshaft und 9 Jahren Rechtsstreit endete das Verfahren mit Freispruch. Deutsch jedoch soll ein gebrochener Mann gewesen sein und bis zu seinem Lebensende um seine Rehabilitation gekämpft haben. 2003 tauchte eins der Bilder, um die es ging, wieder auf und löste eine erneute Diskussion darüber aus, ob Deutsch von ehemaligen SS-Angehörigen und ihren Erben, die im Besitz der geraubten Bilder seien, gezielt denunziert worden sei. Deutschs Sohn Joram strengte von den USA aus eine Klage gegen den deutschen Staat an. 2005 wurde der Fall Gegenstand eines Dokumentarfilms.

Dokumentation


  • "Deutschland gegen Deutsch" von Michael Juncker (2005)

Weblinks


Mann | Österreicher | Rechtsanwalt | Deutsche Geschichte (Nachkriegszeit) | Geboren 1906 | Gestorben 2002

 

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