Hans Brügelmann (* 1946 in Berlin als Sohn von Eva Brügelmann. geb. Wollmann, und Hermann Brügelmann) ist einflussreicher Grundschulpädagoge und Schriftsprachdidaktiker
Von 1971 bis 1973 war er Assistent des Ausschusses „Strategien der Curriculumreform“ beim Deutschen Bildungsrat. Vor und nach seiner Promotion 1975 bei Horst Rumpf (Konstanz/ Innsbruck) arbeitete er in verschiedenen Evaluationsprojekten von der Vor- bis zur Hochschule. 1980 wurde er als Professor für „Anfangsunterricht“ an die Universität Bremen berufen, 1993 auf eine Professur für Grundschulpädagogik und -didaktik an die Universität Siegen.
Er war Mitherausgeber bzw. ständiger Mitarbeiter mehrerer Zeitschriften („Thema Curriculum“, „Grundschule“ „Grundschulzeitschrift“) und Buchreihen („DGLS-Jahrbuch Lesen und Schreiben’“, “Jahrbuch Grundschule“) und hat allein bzw. zusammen mit Erika Brinkmann und Hans Werner Heymann verschiedene Forschungs- und Entwicklungsprojekte geleitet, die in der Lese-/ Schreibdidaktik und in der Grundschulpädagogik einflussreich geworden sind, u. a. „Kinder auf dem Weg zur Schrift“, „Lernwerkstatt Büffelstübchen“ „Schreibvergleich BRDDR“, „Offene Arbeits- und Sozialformen (OASE)“ „ElternSchule in der Uni“, „BLISS“, „Didaktische Entwicklungs- und Prüfstelle für Lernsoftware Primarstufe (DEP)“, „Lernbiografien im schulischen und außerschulischen Kontext (LISA&KO)“, "Leseuntersuchung mit dem Siegener Lesetest (LUST)", „Schichtspezifisches Lernen außerhalb von Unterricht (SCHLAU)“.
Bereits in seiner ersten Publikation („Offene Curricula“ 1972) klingen die Grundthemen an, die Brügelmann seitdem in seinen Projekten, Publikationen und Vorträgen immer wieder thematisiert hat:
Die in den frühen 1980er Jahren einsetzende Reform des Lese- und Schreibunterrichts an den Grundschulen hat Hans Brügelmann nachhaltig beeinflusst, u.a. mit seinen mehrfach aufgelegen Büchern "Kinder auf dem Weg zur Schrift" und "Die Schrift erfinden", in denen er sich für eigenständige Zugänge der Kinder zum Lsen bzw. Schreiben und eine stärkere Fehlertoleranz eingesetzt hat. Seit Ende der 1990er Jahre hat er sich maßgeblich an der Diskussion der internationalen Leistungsstudien TIMSS, PISA, IGLU usw. beteiligt (vgl. "Was leisten unsere Schulen?" und "Schule verstehen und gestalten" [2005). Er kritisiert vor allem die Dominanz der zentralen Evaluation gegenüber einer unterrichtsnahen und kontextbezogenen Auswertung von Lehr- und Lernprozessen und ihrem Erfolg. Gemeinsam mit Axel Backhaus und Erika Brinkmann hat er in der LUST-Studie und im Projekt "Pädagogische Leistungskultur" (Grundschulverband 2005) praxistaugliche Alternativen zu Großstudien wie VERA entwickelt.
Zu seinen aktuellen Schwerpunkten zählt das Verhältnis von fachlichem Lernen in der Schule und außerschulischen Aktivitäten und Erfahrungen (vgl. das Projekt LISA&KO), insbesondere im Blick auf schichtspezifische Einflüsse (vgl. das Projekt SCHLAU zum Ferien-Effekt.
Pädagoge | Deutscher | Mann | Geboren 1946
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