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Hans Böckler (* 26. Februar 1875 in Trautskirchen bei Neustadt an der Aisch; † 16. Februar 1951 in Düsseldorf) war ein deutscher Politiker und Gewerkschaftsfunktionär. Böckler wuchs in einfachen Verhältnissen auf. 1888 starb der Vater. Als Dreizehnjähriger brach er deshalb die Schule ab, sorgte von da an für den Lebensunterhalt der sechsköpfigen Familie und begann eine Lehre als Gold- und Silberschläger. 1894 trat er in die SPD sowie die Gewerkschaft Deutscher Metallarbeiter Verband (DMV) ein. Nachdem er in Fürth bereits zum Vorsitzenden des Gewerkschaftskartells und zum Gemeindebevollmächtigten (Stadtrat) gewählt war, wurde er 1903 Gewerkschaftssekretär des DMV im Saarland, wechselte 1907 in die Bezirksleitung nach Frankfurt und wurde 1910 Leiter des Verbandes Schlesien in Breslau. Als Autodidakt eignete er sich ein vielseitiges Wissen an und erwarb in Abendkursen der Gewerkschaft Kenntnisse in den Fächern Mathematik und Buchführung.

Von 1914 bis 1915 nahm er am Ersten Weltkrieg teil. Er wurde während eines Einsatzes als Unteroffizier an der Ostfront schwer verwundet. Daraufhin wurde er von der Wehrpflicht befreit und widmete sich bis zum Ende des Kriegs der Gewerkschaftsarbeit in Danzig, Kattowitz und Siegen.

1918 wurde er Sekretär bei der Zentralarbeitsgemeinschaft. Hans Böckler wechselte als erster Bevollmächtigter zur Ortsverwaltung nach Köln, wo er von 1924 bis 1926 Stadtverordneter der SPD wurde. 1928 wurde er zum Reichstagsabgeordneten gewählt, dem er bis 1933 angehörte. Nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 musste Böckler untertauchen, da er Kontakte zum Widerstandskreis um Wilhelm Leuschner hatte. Im Rückblick schrieb Böckler: „In der Nazizeit habe ich einfach meine Pflicht getan, war wiederholt in Schutzhaft und wurde, wie so viele andere, wirtschaftlich vernichtet. Meine jetzige Tätigkeit ist nach Wiederaufnahme Fortsetzung der Früheren.“

Grabstein Hans Böckler Melaten.jpg

1945 begann er mit dem Wiederaufbau der Gewerkschaften in der Britischen Zone. Er wurde zur zentralen Person beim Wiederaufbau der Gewerkschaftsbewegung in Köln und der Nord-Rheinprovinz. 1949 wurde er erster Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB).

Am 25. Januar 1951 erzielte Böckler die Einigung über die Montanmitbestimmung mit Bundeskanzler Konrad Adenauer.

1951 wurde er gemeinsam mit Konrad Adenauer zum Ehrenbürger der Stadt Köln ernannt. 1948 erhielt er die Ehrendoktor-Würde der Universität zu Köln. In Berlin-Kreuzberg erhielt der Böcklerpark am Landwehrkanal den Namen des Politikers, in dem sich zudem eine Porträtstele Böcklers befindet, die der Künstler Karl Trumpf nach 1945 - das genauere Datum ist unbekannt - anfertigte. Nach Böckler ist ferner die Hans-Böckler-Stiftung des DGB benannt, die sich nach eigener Aussage um die Förderung der Mitbestimmung und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen bemüht.

Er wurde auf dem Melaten-Friedhof in Köln begraben. Sein Grabstein zeigt das Gewerkschaftssymbol des Zahnrades mit dem Motto "alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will". Das Denkmal für Hans Böckler erschuf der deutsche Bildhauer Ludwig Gies, der ebenfalls auf Melaten seine letzte Ruhe fand.

Werke


  • 1906: Es werde Licht! In ernster Zeit - Ein ernstes Wort an die Hüttenleute und Metallarbeiter im Saargebiet - Verlag von J. Böckler, Saarbrücken (gedruckt in der DMV-Druckerei Schlicker & Cie, Stuttgart).

Literatur


  • Ulrich Borsdorf, Hans Böckler - Arbeit und Leben eines Gewerkschafters, Köln 1982
  • Joachim Heinz, Die Hunde des Herren führen ein schöneres Leben als Ihr, St. Ingbert 1992
  • Hans Böckler, Ein Leben für die Gewerkschaft, Köln 1950

Weblinks


Mann | Deutscher | SPD-Mitglied | Reichstagsabgeordneter | Gewerkschafter | Ehrenbürger

Geboren 1875 | Gestorben 1951

 

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