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Henry Louis „Hank“ Aaron (* 8. Februar 1934 in Mobile, Alabama, USA) ist ein ehemaliger Spitzenspieler des US-Profibaseballs. Sein Ruhm beruht vor allem darauf, dass es ihm 1974 gelang, den Rekord des legendären Babe Ruth von 714 Home-Runs zu übertreffen. Insgesamt brachte Aaron es bis zum Ende seiner Karriere auf insgesamt 755 Home-Runs. 1957 gewann er mit den Milwaukee Braves die World Series und wurde im selben Jahr zum „Wertvollsten Spieler“ der National League gewählt. In seiner Karriere wurde er dreimal mit dem „Gold Glove Award“ ausgezeichnet und 21 Mal in das All-Star-Team berufen. Aarons Baseballkarriere in der Major League dauerte von 1954 bis 1976.

Karriere


Frühe Jahre

Hank Aaron wuchs in Mobile in ärmlichen Verhältnissen auf, zeigte aber bereits in der Highschool seine außerordentlichen sportlichen Fähigkeiten sowohl im Football als auch im Baseball. Bereits in seinen beiden letzten Jahren an der Highschool spielte Aaron auch noch in halbprofessionellen Teams seines Heimatstaates. Am 20. November 1951 unterzeichnete er einen Vertrag mit den Indianapolis Clowns, einem Team der Negro League, und gewann mit ihnen 1952 die Negro League World Series.

Am 14. Juni 1952 verpflichteten die Boston Braves Aaron für 10000$. Bis 1954 spielte Aaron in verschiedenen Minor Leagues, bis er zum Spring Training der Braves eingeladen wurde, da sich der etatmäßige Leftfielder Bobby Thomson das Bein gebrochen hatte. Am 13. April 1954 bestritt Aaron sein erstes Spiel in den Major Leagues gegen die Cincinatti Reds für die mittlerweile nach Milwaukee umgezogenen Braves. Gemeinsam mit Eddie Mathews und Del Crandall bildeten sie die schlagkräftige Offensive der Braves. 1956 gewann er seinen ersten batting title, 1957 hätte er beinahe die triple crown (bester in Home Runs, Schlagdurchschnitt und rbis) gewonnen. aber Stan Musial und Willie Mays hatten einen besseren Schlagdurchschnitt. Allerdings konnte sein Team in diesem Jahr die National League gewinnen und in der World Series die New York Yankees besiegen.

Einen weiteren vergeblichen Anlauf für die triple crown unternahm er 1963. In Homeruns und rbis führte er, aber beim Schlagdurchschnitt musste er Tommy Davis und Robert Clemente den Vortritt lassen. Die Western Division der National League konnte Aaron noch mit seinem Team 1969 gewinnen, allerdings unterlagen die Braves in der National League Championship Series mit 0:3 gegen die New York Mets.

Jagd nach dem Rekord

Aarons Jagd nach dem Rekord war leider von starken rassistischen Begleiterscheinungen überschattet, denn offenbar schien es manchen nicht zu gefallen, dass Aaron, ein Afroamerikaner, sich anschickte, den Weißen Babe Ruth zu entthronen. Nachdem Hank Aaron nach Saisonende im Oktober 1973 bei 713 Home-Runs stand, war für diese Zeitgenossen bis zum Beginn der neuen Spielzeit in den ersten Apriltagen 1974 reichlich Gelegenheit, mit einer Flut von Hassbriefen bis hin zu Todesdrohungen Dampf abzulassen. Aaron bezeichnete dies später als eine traumatische Erfahrung, die ihm noch lange schwer nachhing.

Da die Atlanta Braves, für die er damals spielte, die Saison 1974 mit drei Auswärtsspielen begannen, wollten sie Aaron nicht einsetzen, um die Rekordverbesserung möglichst im eigenen Stadion erleben zu können. Der „Commissioner of Baseball“ entschied jedoch, dass er in zwei dieser drei Spiele auf das Feld musste. Dabei erzielte Aaron einen Home Run. Das bedeutete Gleichstand mit Babe Ruth.

Am 8. April 1974 schlug Aaron dann, vor heimischem Publikum, – der größten Zuschauerzahl in der Geschichte der Braves – im vierten Inning gegen die Los Angeles Dodgers seinen 715. Home-Run. Wie man wiederholt hörte, gab es bei diesem Spiel eine drastisch verstärkte Präsenz von Polizei und FBI im Stadion, welche die Todesdrohungen offenbar sehr ernst nahmen.

Im November desselben Jahres wurde Hank Aaron an die Milwaukee Brewers verkauft, für die er noch zwei Spielzeiten bestritt, hauptsächlich als designated Hitter. Seinen letzten Home Run, Nr. 755, schlug er am 20. Juli 1976 gegen die California Angels.

Nach dem Baseball

Aaron beendete 1976 seine aktive Karriere und wurde 1982 mit einer der größten Mehrheiten, die es je gab in die Baseball Hall of Fame gewählt. Nach seiner Spielerkarriere kehrte er zu den Braves zurück und arbeitete im administrativen Bereich. Auch hier war er einer der ersten Afroamerikaner, der in den höheren Ebenen des Managements tätig war. Weitere Aufgaben übernahm er bei Turner Broadcasting. Seine Autobiografie mit dem Titel I Had a Hammer erschien 1990.

Zu seinem 65. Geburtstag wurde Aaron für seine herausragende Karriere als Spieler und Persönlichkeit geehert, in dem die Major League Baseball den Hank Aaron Award ins Leben rief, der jährlich den besten Schlagmännern in American und National League verliehen wird. Im selben Jahr wurde er von The Sporting News auf den 5. Platz der 100 besten Baseballspieler des Jahrhunderts sowie ins All Century Team der Major League gewählt. Mit der Presidential Medal of Freedom, der höchsten Zivilauszeichnung der USA, wurde er 2002 ausgezeichnet.

Er ist heute Inhaber eines Autohauses, wo jeder Käufer eines Neuwagens einen vom Chef signierten Baseball als Zugabe erhält.

Seine Stationen als Spieler


Weblinks


Mann | US-Amerikaner | Baseballspieler (USA) | Geboren 1934

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