Der Handkäse ist eine Käsespezialität. Der Name und die Größe des Käses stammt von der ursprünglichen Herstellungweise, bei der der Käse mit der Hand geformt wird.
Herstellung
Es handelt sich um einen
Sauermilchkäse, der als
Handkäs mit Musik unter anderem in Frankfurter
Apfelweinlokalen gereicht wird. Er wird aus
Sauermilchquark hergestellt, der mit einem
Quirl zerkleinert und dem noch
Natron und Salz zugesetzt werden. Sein Fettgehalt liegt bei weniger als einem Prozent, sein Eiweißanteil bei 25 Prozent.
Früher von Hand, heute in einer Formmaschine, werden nun die Käse in runde Laibchen geformt. In einer
Schwitzkammer reifen die weißen Käse zwei Tage bei einer Temperatur zwischen 25° bis 28° Celsius und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit. Zeigt die Haut eine gelbliche Farbe, werden die Laibchen mit Salzlauge besprüht und verpackt. Käse, der reif ausgeliefert werden soll, wird auf 15° bis 18° abgekühlt, mit
Rotkulturen besprüht und reift nochmals zwei Tage.
Verbreitung
Vier von sechs hessischen Handkäsereien haben ihren Sitz im
mittelhessischen Hochelheim, einem Ortsteil von
Hüttenberg. Besonders beliebt ist der Handkäse in
Frankfurt am Main, jedoch auch in anderen Teilen
Hessens, so gibt es z. B. seit 20 Jahren das Handkäsfest Buchklingen, ein kleiner Ortsteil der Sonnenuhrengemeinde Birkenau sowie in
Rheinland-Pfalz (besonders
Mainz). Dass der Handkäse auch in der Pfalz eine lange Tradition hat, belegt das
Loschter Handkeesfescht, das seit rund 75 Jahren am 1. Mai in
Lustadt in der Pfalz gefeiert wird.
Darreichungsform
Bei der
Musik handelt es sich um eine Soße aus gewürfelten
Zwiebeln mit
Essig und
Öl,
Kümmel,
Pfeffer und
Salz, in die der Käse einige Tage eingelegt wird. Der Begriff
Musik spielt hierbei auf die Geräusche an, die bei anschließenden
Verdauungsprozessen entstehen, hervorgerufen hauptsächlich durch die rohen Zwiebeln. Um diese zu mildern wird dem Handkäs
Kümmel hinzugefügt.
Eine andere Definition, was die
Musik beim Handkäse sein soll, geht darauf zurück, dass Essig und Öl früher separat gebracht wurden und diese Flaschen beim Servieren aneinanderschlugen und somit die „Musik“ machten. Zur Aussprache sei noch angemerkt, dass die
Musik stets auf der ersten Silbe betont wird.
Für Handkäs mit Musik wird keine Gabel gedeckt: Man schneidet eine Scheibe vom Handkäse ab, legt sie auf ein Stück Brot, schiebt mit dem Messer etwas von der Musik drauf und beißt ab. Üblicherweise wird dazu Apfelwein getrunken, in einigen Gegenden jedoch auch ein trockener Weißwein.
Andere Sorten
Im Unterschied zu anderen Sauermilchkäsen ist Handkäse relativ weich. Mit Handkäse vergleichbare Käsesorten sind der
Harzer Käse, der Mainzer Käse, der Bauernhandkäse und der sogenannte
Korbkäse.
Literatur
- Michaele Scherenberg und Karl Heinz Stier: Handkäs' mit Musik. Rezepte und Geschichten rund um den Stinker. Eichborn, Frankfurt 2004, ISBN 3-8218-1757-7
Weblink
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