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Die Handelsbilanz ist die rechnerische Gegenüberstellung der Ein- und Ausfuhr aller Waren einer Volkswirtschaft innerhalb eines bestimmten Zeitraumes.

Zur Ermittlung der Handelsbilanz sind an den Rohdaten der Ein- und Ausfuhr noch Korrekturen für die Veredlungsgeschäfte und reinen Lagergeschäfte sowie für Transportleistungen vorzunehmen. Letztere, da die Einfuhren gemäß den Regeln des Internationalem Währungsfonds "Free on board" (f.o.b.) zu bewerten sind.

Sie ist Teil der Leistungsbilanz und somit auch Teil der Zahlungsbilanz.

Übersteigt die Summe der Ausfuhren die Summe der Einfuhren, so spricht man von einer aktiven bzw. positiven Handelsbilanz oder von einem Handelsbilanzüberschuss (siehe Kapitalexport), im umgekehrten Fall, also wenn die Importe die Exporte übersteigen, von einer passiven oder negativen Handelsbilanz bzw. einem Handelsbilanzdefizit.

Volkswirtschaftliche Effekte


Bei einer positiven Handelsbilanz steigen das Angebot an ausländischer Währung und die Nachfrage nach inländischer Währung. Dadurch kommt es (wenn keine festen Wechselkurse vorliegen) zu einer Aufwertung der inländischen Währung. Daraus ergibt sich eine Verteuerung der Exporte. Somit werden die Exporte nicht mehr so stark nachgefragt, der natürliche Marktmechanismus sorgt also im Modell immer für eine ausgeglichene Handelsbilanz. In der Realität gibt es jedoch auch dauerhaft unausgeglichene Handelsbilanzen. Die deutsche Handelsbilanz weist schon seit Jahrzehnten Überschüsse auf. "Als Exportnation weist Deutschland traditionell einen Ausfuhrüberschuss auf. Lediglich in den Anfangsjahren der Bundesrepublik 1950 und 1951 verzeichnete die deutsche Außenhandelsstatistik einen Einfuhrüberschuss."Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 13. September 2005 Im Jahr 2005 betrug der deutsche Außenhandelsüberschuss 160,6 Mrd. EUR (vorläufiges Ergebnis).Statistisches Bundesamt, Gesamtentwicklung des deutschen Außenhandels von 1950 bis 2005

Viele Länder, so z. B. auch China, hebeln den oben genannten Marktmechanismus aus, indem sie ihre Währung an eine Ankerwährung (z. B. den US-Dollar) koppeln. Dadurch sichert beispielsweise China seine stark positive Handelsbilanz gegenüber den USA.

Bei einer negativen Handelsbilanz treten die genannten Effekte umgekehrt auf.

Weblinks


  • http://www.taz.de/pt/2004/10/08.nf/mondeText.artikel,a0013.idx,16

Ein Handelsbilanzüberschuss führt keineswegs zwangsläufig zu einer Aufwertung, da der Wechselkurs von zahlreichen anderen Determinanten bestimmt ist. Insbesondere sind hier auch Kapitalanlagen zu nennen. Wenn die Nachfrage nach ausländischen Anlagen groß ist, kann ein Handelsbilanzüberschuss ohne weiteres auch mit einer Abwertung einhergehen.

Quellen


AußenwirtschaftVolkswirtschaftliche Gesamtrechnung

Balance of trade | Balanza comercial | Balance commerciale | Handelsbalans | Handelsbalans | 贸易逆差

 

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