Der Hamburger Domplatz gilt als die Keimzelle der späteren Stadt Hamburg. Die Forschung ist sich jedoch nicht einig, ob der Platz auch der Standort der namengebenden historischen Hammaburg war *.
Erst mit der Verlagerung des Handels von der Ost- zur Nordsee, im 12. Jahrhundert, blühte sie als Vererberin des Namens der Stadt Hamburg wieder auf.
Quellenlage: Ein Bericht über den Angriff der normannischen Wikinger auf die Hammaburg ist aus der Feder des Erzbischofs Rimbert von Bremen überliefert. In seinem Werk Vita Anskarii schildert er das Leben und Wirken seines Amtsvorgängers, des später heilig gesprochenen Missionars und Bischofs Ansgar. Die Vita Anskarii ist die einzige Quellenangabe über die alte Hammaburg, aus wissenschaftlicher Sicht aber nicht unglaubwürdig. Rimbert lebte kurz nach Ansgar. Zudem ist wahrscheinlich, dass sich der alte Holzdom am selben Platz wie der spätere Mariendom befand.
Nach heutigen Erkenntnissen erstreckte sich der Wall der hölzernen Burg rund um den Domplatz, unterhalb des Pressehauses, des Scientology-Gebäudes und der Domstraße. Durch die mehrfache Aufschüttung und Bebauung liegt der heutige Domplatz mindestens vier Meter oberhalb der Hammaburg. Unter anderem standen an derselben Stelle sowohl der Hamburger Mariendom als auch das Johanneum.
1948 fand ein Ausgrabungsteam unter Dr. Reinhold Schindler unterhalb der Domstraße einen Wall mit Erdverfärbungen, die auf Palisaden hindeuteten. Schindler glaubte, die Hammaburg gefunden zu haben. Spätere wissenschaftliche Erkenntnisse ergaben jedoch, dass die bei den Grabungen gefundene Keramik aus der Wehranlage nicht der früh-, sondern der mittelslawischen Zeit entstammte. Daraus lässt sich schließen, dass die Anlage frühestens am Ende des 9. Jahrhunderts gebaut wurde - mindestens 50 Jahre nach dem Untergang der Hammaburg.
Bei Grabungen von 1980 bis 1987 fand man unterhalb der ersten eine zweite Wallanlage. Diese stammt aber aus dem 8. Jahrhundert und ist damit zu alt, um die Hammaburg zu sein, die laut der Vita Anskarii um 817 errichtet wurde.
Gegenwärtig wird durch Archäologen des Helms-Museums unter der Leitung von Karsten Kablitz ein weiterer Versuch unternommen, die Hammaburg auszugraben. Die Arbeiten auf dem Hamburger Domplatz begannen am 4. Juli 2005 und sind auf 18 Monate angelegt. Es wird die letzte Möglichkeit sein, Erkenntnisse über die Hammaburg auf dem Wege der Ausgrabung zu sammeln, da die bisher als Parkplatz genutzte Fläche nach den Arbeiten bebaut werden soll. Bis Ende 2005 befindet sich die Grabungsstelle direkt auf dem Domplatz, ab 2006 soll auch die Domstraße wieder aufgerissen werden. Hierbei will Kablitz Team auch beweisen, dass der Platz der Hammaburg bereits weit vorher besiedelt wurde. Einen ersten Hinweis liefert eine Steinklinge, die ein Schüler bei einer Exkursion auf das Ausgrabungsgelände zufällig gefunden hat.
Bisher wurden an der Grabungsstelle nur Spuren vor und nach der Zeit der Hammaburg gefunden, unter anderem ein Bruchstück des Kenotaphs von Papst Benedikt V. Die Analysen der Erdschichten dauern noch an.
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