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Der 1833 von William Rowan Hamilton entwickelte Hamilton-Formalismus ist wie der Lagrange-Formalismus eine Formulierung der klassischen Mechanik. Er erlaubt die Herleitung von Bewegungsgleichungen für Probleme der klassischen Mechanik.

Der Übergang vom Lagrange- zum Hamilton-Formalismus ist gekennzeichnet durch die Ersetzung der generalisierten Geschwindigkeiten \dot{q}_i durch die konjugierten Impuls pi:

p_j = {\partial L \over \partial \dot{q}_j}.

(L ist hier die Lagrangefunktion).

Die Hamilton-Funktion ist die Legendre-Transformierte der Lagrange-Funktion bzgl. der generalisierten Geschwindigkeiten \dot{q}_i:

H\left(\left\{q_i\right\},\left\{p_i\right\},t\right) = \sum_i p_i \dot{q}_i - L\left(q_i,\dot{q}_i,t\right)
\dot{q}_i = \dot{q}_i\left(q_i,p_i,t\right) .

Hamiltonsche Bewegungsgleichungen


Die zu den Bewegungsgleichungen des Lagrange-Formalismus äquivalenten Bewegungsgleichungen des Hamilton-Formalismus sind gewöhnliche Differentialgleichungen erster Ordnung. Dies sind die kanonischen Hamiltongleichungen:

{\dot{q}}_j = { \partial H \over \partial p_j }

{\dot{p}}_j = -{\partial H \over \partial q_j}

Diese Bewegungsgleichungen sind besonders einfach zu lösen, falls eine der Ableitungen verschwindet. Durch geschickte Wahl der konjugierten Orts- und Geschwindigkeitskoordinaten kann somit die Problemstellung häufig vereinfacht werden.

Beispiel: Harmonischer Oszillator

schwinger1.png Betrachten wir das Vorgehen anhand der Beispiele zum Lagrange-Formalismus:

Für einen eindimensionalen harmonischen Oszillator gilt für die kinetische Energie T und die potentielle Energie V

T=\frac{1}{2} m \dot{x}^2, V=\frac{1}{2} c x^2

\Rightarrow L=\frac{1}{2}m\dot{x}^2-\frac{c}{2}x^2

Der konjugierte Impuls ist in diesem Fall

p = {\partial L \over \partial \dot{x}} = m \dot{x},

und die Hamiltonfunktion ist

H = \frac{p^2}{2m} + \frac{c}{2}x^2 = T + V

Zu beachten ist, dass die Hamiltonfunktion eine Funktion der Koordinaten und Impulse ist.

Die Bewegungsgleichungen ergeben sich als

\dot{x} = {\partial H \over \partial p} = { p \over m }
\dot{p} = -{\partial H \over \partial x} = - c x

Ableiten von \dot{x} und dann \dot{p} einsetzen (Wenn man p einsetzt gibt es bei komplizierteren Bewegungsgleichung Fehler):

\ddot{x} = {\dot{p} \over m}
\Rightarrow\ \ \ \ddot{x} = -\frac{c}{m} x

mit der Lösung x(t)=a\cdot\sin(\omega t) + b\cdot\cos(\omega t), mit \omega=\sqrt{c\over m} und a, b = \mbox{konst.}

Betrachtet man die Gleichungen für dieses Beispiel genauer, so erkennt man sofort den physikalischen Hintergrund:

  • der geralisierte Impuls p ist der Impuls aus der klassischen Mechanik
  • H = T + V ist die Gesamtenergie des Systems
  • \dot{p} = - c x ist das zweite Newtonsche Gesetz \dot{p} = F mit der rücktreibenden Federkraft F = - c x

Siehe auch


Analysis | Klassische Mechanik | Theoretische Physik

ميكانيك هاملتوني | Formulació hamiltoniana | Hamiltonian mechanics | Mecánica hamiltoniana | مکانیک همیلتونی | Mécanique hamiltonienne | Meccanica hamiltoniana | ハミルトン力学 | 해밀토니안 역학 | Hamiltonformalisme | Гамильтонова механика | 哈密顿力学

 

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