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Basisdaten
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Bundesland: Hamburg
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Bezirk: Hamburg-Mitte
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Fläche: 1,8 km²
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Einwohner: 9940 (2002)
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10.298 (2003)
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Bevölkerungsdichte: 5414 Einwohner je km² (2002)
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5609 Einwohner je km² (2003)
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Vorwahl: 040
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Geografische Lage: 53° 33' n. Br.
10° 00' ö. L.

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Kfz-Kennzeichen: HH
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Hh-stgeorgritter.jpg]] Stgeorg.gif | Haueisen.jpg

Sankt Georg ist ein Stadtteil von Hamburg im Bezirk Hamburg-Mitte. Er wird im Nordwesten durch die Außenalster begrenzt, und ist in diesem Bereich durch gemischte Nutzung durch Verwaltungsbauten und kleinere, meist ältere Wohnhäuser geprägt. Die südliche Begrenzung bilden die Gleisanlagen der Bahn nach Lübeck mit nur wenigen Durchlässen zum Münzviertel. Im Westen markieren die Gleise des Hamburger Hauptbahnhofs im Zuge des alten Hamburger Wallrings die Grenze zu Hamburg-Altstadt. Nach Nordosten markiert die Anlage des Krankenhauses St. Georg die Bezirksgrenze nach Hamburg-Nord und dem Stadtteil Hohenfelde.

Geschichte


Das Viertel verdankt seinen Namen dem nach dem Heiligen Georg benannten Lepra-Hospital, das um 1200 außerhalb der Stadt gegründet worden war. Dem Hospital St. Georg gehörte der Landstreifen zwischen der Straße Koppel und der Außenalster. Hierhin wurden später störende Gewerbe wie Schweinezüchter und Branntweinbrenner abgeschoben. 1564 wurde ein Pestfriedhof angelegt, der als Armenfriedhof weiterbestand. Später stand hier auch der Galgen von Hamburg.

Nach dem Bau von Bastionen auf dem Gelände des späteren Krankenhauses St. Georg 1681 war das Viertel in die Stadtfestung einbezogen. Zusammen mit dem Hammerbrook bildete es die Vorstadt St. Georg. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte St. Georg nicht wirklich den alten Glanz wiederbekommen, den es einmal hatte. Nach 1966 war das Stadtviertel vorübergehend vom völligen Verschwinden bedroht, da Planungen der Neuen Heimat zum Bau des Alsterzentrums den nahezu kompletten Abriss von St. Georg beinhalteten. Erst 1973 wurde dieses Projekt endgültig aufgegeben.

Aktuelle Entwicklung


St. Georg ist ein Stadtteil, der viele Probleme mit Drogen- und Menschenhandel hat. Doch seit circa 1998 ist es wieder schick, in St. Georg zu wohnen. Die Drogenszene um den Hansaplatz wird in umliegende Bezirke verdrängt, und gerade im Bereich um die Lange Reihe steigen die Mietpreise. Auch wird vermehrt Mietwohnraum in Eigentumswohnungen umgewandelt, Nachkriegsbauten werden abgerissen, um Platz für Neubauten mit Eigentumswohnungen zu schaffen. Die multikulturelle, bunte Einwohnerstruktur der letzten Jahrzehnte wird entsprechend durch eine zahlungskräftigere, nicht selten schwule Klientel verändert.

Die Bild Zeitung schrieb: "Die Lange Reihe hat sich gemausert. Künstler, Angestellte und Freaks gehen hier shoppen. Abends trifft man sich in einer der Bars oder im Restaurant. Beliebt ist die Straße auch wegen ihrer multikulturellen Vielfalt".

Die bis Ende der 1980er Jahre zahlreich vertretenen kleinen Handwerks- und Gewerbebetriebe sind nach und nach durch schicke Straßencafés und Boutiquen ersetzt worden. Die Lange Reihe zeichnet sich durch ein sehr gemischtes Angebot an Läden und Gastronomiebetrieben aus und gilt als die schwule Meile Hamburgs, vor allem an der Ecke Danziger Straße.

Durch die zentrale Lage und ein großes Angebot an preiswerten Hotels und Pensionen ist St. Georg insbesondere für Rucksacktouristen ein beliebtes und empfehlenswertes Reiseziel.

Politik


Die multikulturelle Bevölkerungstruktur schlägt sich auch in den Wahlergebnissen nieder

(Bürgerschaftswahl 2004: CDU: 31,3% Grüne-GAL: 28,9% SPD: 29,0% FDP: 2,0% *)

Kultur und Sehenswürdigkeiten


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Durch seine zentrale Lage am Hauptbahnhof und an der Außenalster zieht der Stadtteil St. Georg viele unterschiedliche Bevölkerungsgruppen an. Hier leben viele Künstler und finden sich teure Prachthotels und unterschiedliche Kulturen. Es gibt aber auch Prostitution in der Nähe des Hauptbahnhofes. Seit den 1990er Jahren ist St. Georg auch in der Gay-Szene sehr beliebt, es gibt hier viele auf diese Zielgruppe zugeschnittene Cafés und Clubs. Bild:Hh-gnosa.jpg Das „Cafè Gnosa“ war in den 1950er Jahren eine beliebte Konditorei für ältere Damen. Bei Übernahme der historischen Einrichtung ist es heute in der Gay-Szene beliebt. Hamburg.Lange.Reihe.Lo.jpg

Lange Reihe

Die Lange Reihe gilt als eine der schönsten Altstadtstraßen Hamburgs und gehört mittlerweile zu den Top 50 der Hamburger Straßen mit den teuersten Eigentumswohnungen. Auch Mietwohnungen haben zum Teil sehr hohe Mieten. Quadratmetermietpreise von 12 Euro sind keine Seltenheit mehr. Die Lange Reihe ist ein typisches Beispiel von Gentrifizierung.

Wo bis vor wenigen Jahren in bunter Folge Armeleuteläden und Spezialitätenshops, Eckkneipen und Handwerksbetriebe wechselten, finden sich heute chice Boutiquen und immer mehr Straßencafés. In der Langen Reihe startet jedes Jahr die Parade zum Hamburger Christopher Street Day.

Aus der Denkmalschutzliste:

  • Lange Reihe 30 - Fachwerk-Doppelhaus
  • Lange Reihe 50 - um 1800 errichteter zweigeschossiger Fachwerkbau, dessen Straßenfassade verputzt ist
  • Lange Reihe 51, Ecke Gurlittstraße - fünfgeschossiges Putzetagenhaus, vermutlich 1875 von einem Konditormeister erbaut. Fassade mit klassizistischen bis gründerzeitlichen Stilelementen und reichlich Stuck, Fries und Ornamenten (unbewohnbar seit Brandstiftung 2005)
  • Lange Reihe 61 - Fachwerkgebäude (Ursprungsbau aus dem 17. Jahrhundert)
  • Lange Reihe 92, Haus 1 bis 3 - Ensemble einer Wohnanlage der 1870er Jahre
Bild:Hh-langereihe2.jpg|Geschäftsstelle der Aids-Hilfe Bild:Hh-langereihe.jpg|Nr. 61 Bild:Hh-turnhalle.jpg|Die „Turnhalle“

Die Turnhalle der Schule Koppel wurde unterkellert und beherbergt heute ein Restaurant, im Schulgebäude befinden sich heute Eigentumswohnungen. Bild:Hh-langereihe3.jpg|Blick aus der Danzigerstraße. Bild:Langereihe.jpg|Balkon Bild:Lrdetail2.jpg|Detail Bild:Lrdetail.jpg|ein anderer

Hansaplatz

Der pariserisch wirkende Platz mit dem 17 Meter hohen Brunnen und den Lindenbäumen war schon immer ein zentraler Treffpunkt in St. Georg. Der Hansaplatz war für einige Jahre auch Endstation einer Straßenbahnlinie.

In den 1990er Jahren war er Treffpunkt von Drogen-Dealern und hatte entsprechend einen anrüchigen Ruf. Seitdem die Drogenszene massiv verdrängt wurde, wird der Platz heute immer mehr von Touristen und Einheimischen unterschiedlicher Milieus bevölkert, zumal er im Schnittpunkt der Langen Reihe und des Hotelviertels in der Bremer Reihe liegt.

Die vier Figuren, die am Hansabrunnen dargestellt sind, sind vier historische Persönlichkeiten, die die Stadt Hamburg geprägt haben: Kaiser Konstantin der Große (Richtung Steindamm), Karl der Große (Richtung Krankenhaus), hl. Erzbischof Ansgar (Richtung Hauptbahnhof) und Graf Adolf IV. von Schauenburg und Holstein (Richtung Alster). Darüber die Wappen der Hansestädte Lübeck, Hamburg, Bremen und des Deutschen Reiches. Ganz oben, als krönender Abschluss, ist die Hansa dargestellt, also keine Göttin, auch nicht - wie oft fälschlich angenommen wird - Hamburg Schutzpatronin Hammonia, sondern eine Allegorie auf die Stärke und Macht des ehemaligen Hansebundes.

Bild:00000080.jpg|Der Brunnen Bild:Hansa-schwert.jpg|auf Bild:Hansabr-koenig.jpg|dem Bild:Hansbr-kjunge.jpg|Hansaplatz

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Bieberhaus

Unmittelbar am Hauptbahnhof steht das Bieberhaus. Es wurde 1909 nach Plänen der Architekten Johann Gottlieb Rambatz und Wilhelm Jolasse als Eisenbetonkonstruktion mit einer Kunstsandsteinfassade erbaut und steht heute unter Denkmalschutz. Bild:Hhbieber.jpg Bild:Hhbieberhaus.jpg Bild:Hhbieberhseing.jpg Bild:Kirchg.jpg

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Holzdamm

Die Häuser Nr. 41-51 wurden 1860 in der neu angelegten Straße errichtet und sind ein typisches Beispiel für die Bebauung Hamburgs nach dem Großem Brand.

Die spätklassizistischen Gebäude weisen in Gliederung und Dekor historisierende Elemente und „exotische“ Details auf, mit denen die Fassaden um die Jahrhundertmitte häufig ausgestattet wurden.

Cosmic Garden

Der quadratische Garten hat kreuzförmig Wege eingeschrieben, die die vier Seiten miteinander verbinden. Die Kreuzung der Wege markiert ein Kreis, in dessen Zentrum ein Baum oder Springbrunnen steht. Quadrat, Kreis und Kreuz sind in der Spätantike Formeln für den Kosmos, die in den Klostergärten des Mittelalters und der Architektur der Renaissance wieder aufgenommen wurden. Sie repräsentieren die Harmonie der göttlichen Schöpfung.

Eine Luftaufnahme der US-Air Force vom 25. August 1944 zeigt direkt hinter dem Eingang zum Hof des Krematorium II von Auschwitz/Birkenau einen solchen Ziergarten. Die Aufnahmen entstanden, als geklärt werden musste, ob die Konzentrationslager von den Alliierten bombardiert werden sollten.

Ein solches Motiv im Zentrum der Vernichtung erscheint absurd und unglaublich. Unter der Leitung von Dr. Joachim Caesar wurden die aufwendigen Grünanlagen des KZ-Geländes angelegt. Caesars Hecken hatten nicht nur die Funktion, die Anlage zu verschönern. Sie sollten auch die Tötungsmaschinerie verbergen und einer Massenpanik entgegenwirken. Da der Garten zwischen dem Eingangstor und dem Entkleidungsraum des Krematoriums lag, muss man davon ausgehen, dass dieser unverhofft auftauchende Garten für Hunderttausende ihr letzter Blick auf die Welt war.

Ronald Jones, dessen Vater bei der Einheit diente von der die Aufnahmen stammen, baute „Caesars Cosmic Garden" nach. Er liegt neben dem Museum für Kunst und Gewerbe, neben den Bahngleisen. Dieser Ort ist nicht weit entfernt vom Hannöverschen Bahnhof am Ericusgraben, wo der Weg der Hamburger Juden in die Vernichtungslager begann. Wie beim Vorbild steht in der Mitte der Nachbildung kein Brunnen sondern ein Baum, der sogenannte „Baum des Himmels“.

Theater

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Das Deutsche Schauspielhaus liegt direkt am Hamburger Hauptbahnhof und ist mit 1800 Plätzen eines der größten Theater Deutschlands. Es wurde 1900 durch das auf Theaterbauten spezialisierte Wiener Büro Fellner & Helmer (Architekt: Ferdinand Fellner d. J.) gebaut.

2001 wurde nach 107 jährigen Betrieb das Hansa-Theater am Steindamm geschlossen *. Damit verlor Hamburg sein letztes klassisches Varieté.

Im Jahr 2003 eröffnete im ehemaligen 'Neuen Cinema' am Steindamm die Kabarett-und Kleinkunstbühne Polittbüro.

Museen

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Im Museum für Kunst und Gewerbe sind verschiedene Sammlungen zu kunstgewerblichen Themen, Keramik und Möbeln untergebracht. Hervorzuheben sind die Sammlungen an Asiatica und zur Stilrichtung Art Déco und Jugendstil.

Kirchen und Moscheen

Die evangelische Dreieinigkeitskirche wurde im Krieg fast vollständig zerstört, nur der Turm blieb stehen. Später baute man das Gotteshaus neu auf. Die katholische Domkirche St. Marien (Architekt: Arnold Güldenpfennig) ist Sitz des Erzbischofes des Erzbistum Hamburg.

In der Böckmannstraße liegt die islamische Zentralmoschee. Bild:Hamburg.St.Georgskirche.wmt.jpg|Ev. Dreieinigkeitskirche Bild:00000006.jpg|Kath. Domkirche St. Marien Bild:Hh-moschee.jpg|Centralmoschee Bild:Hh-kirchechristi.jpg|Erste Kirche Christi Wissenschafter

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Sonstiges

Am Carl-von-Ossietzky-Platz an der Langen Reihe steht eine „Sonnenuhr“ besonderer Art:

Das Solarpanel speist neben dem Uhrwerk auch einen Schrittmotor, der das Panel zur Sonne ausrichtet.

Bildung


Am Berliner Tor befindet sich die Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg. An der Schmilinskystraße liegt das Priesterseminar des Erzbistums Hamburg.

Wirtschaft und Infrastruktur


Verkehr

St. Georg liegt unmittelbar am Hamburger Hauptbahnhof. Hier laufen alle U-Bahn- und S-Bahnlinien zusammen. Daneben ist der Zentrale Omnibusbahnhof angesiedelt, von dem aus Fernbuslinien nach ganz Europa führen.

Bild:Hamburg_ZOB_01_KMJ.jpg|Moderne Architektur am ZOB Hamburg Bild:Zob-hamburg-lot.jpg|Fernbussteige am ZOB Hamburg Bild:Hh-berlinertor-arch.jpg|Berliner Tor Bild:Hh-arbeitsamt.jpg|Arbeitsamt

Berliner Tor

Neben dem Hauptbahnhof ist der Bahnhof Berliner Tor ein wichtiger Verkehsknoten Hamburgs. Hier entsteht zur Zeit ein modernes Bürozentrum. Ausserdem befindet sich hier auch die Hauptfeuerwache der Feuerwehr Hamburg.

Steindamm

Der Bereich am Steindamm ist einerseits türkisch-moslemisch, andererseits im Bereich zwischen Hauptbahnhof und Stralsunder Straße auch durch Sexshops und Prostitution geprägt, die aber nach und nach verdrängt werden. Auch liegen zahlreiche türkische und orientalische Restaurants, Geschäfte und Moscheen am und um den Steindamm.

Der Steindamm war die erste gepflasterte Straße Hamburgs.

Hotel Atlantic

Das Hotel Atlantic ist ein traditionsreiches Fünf-Sterne Hotel an der Außenalster. Es gehört seit 1957 zu den Kempinski Hotels. Diese wurde 1897 in Berlin gegründet und ist die älteste Luxushotelgruppe der Welt.

Literatur


  • St. Georg lebt!: 125 Jahre Bürgerverein St. Georg - ein Lese-Bilder-Buch ISBN 3899651618

Weblinks


Stadtteil (Hamburg)

 

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